Burgbernheims amtierender Bürgermeister Matthias Schwarz will es noch einmal wissen. Seit 2002 leitet er die Geschicke in der Streuobstgemeinde. Der 53-Jährige zeigt sich bereit für eine fünfte Amtszeit. Die Zeichen für eine Wiederwahl stehen gut, denn einen Herausforderer oder eine Herausforderin gibt es nicht.
Aufgewachsen in Burgbernheim lebt Matthias Schwarz auch heute noch mit seiner Familie dort. Der hauptamtliche Bürgermeister ist gelernter Diplom-Verwaltungswirt. Wie schon bei den vorherigen Kommunalwahlen tritt er auch dieses Mal für die Freien Bürger an. Dass er gute Chancen hat, ist Schwarz bewusst. „Trotzdem ist es eine Wahl”, sagt er. Komplett entspannt könne man in eine solche nie hineingehen.
Zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen und Bauprojekte sieht Schwarz auf der Burgbernheimer Agenda. Den Anbau an die Schule, die weitere Erschließung des Baugebietes, den Neubau des Bauhofs oder die Freibadsanierung zählt er dazu. Als wichtig erachtet Schwarz es, Vereine und das Ehrenamt weiter zu fördern und zu stärken. Ein Herzstück der Kommune, das Streuobstkompetenzzentrum Bernatura, soll weiterentwickelt werden. Die baulichen Schritte sind geschafft, das Gebäude und alles, was damit in Verbindung steht, sollen aber weiter vorwärtsgebracht werden.
Auf der Liste für den Stadtrat der Freien Bürger steht Matthias Schwarz nicht. Vor den Nominierungen sei mit den anderen antretenden Parteien „offen gesprochen” worden. Man habe vereinbart, dass Schwarz auf einen Listenplatz verzichtet, sofern es keine Gegenkandidatin und keinen Gegenkandidaten gibt, erklärt Schwarz.
Drei andere Parteien wollen im Burgbernheimer Stadtrat künftig mitmischen. Schon jetzt im Gremium vertreten sind CSU und SPD. Letztere stellte bei der Wahl 2020 mit Karl-Otto Mollwitz einen eigenen Bürgermeisterkandidaten. Alle SPD-Stadtratsmitglieder, die bislang in dem Gremium vertreten sind, treten erneut an. Bei der CSU stellt sich Jochen Gundel nicht mehr zur Wahl. Bei den Freien Bürgern ziehen sich Hans Hauptmann und Johannes Helgert zurück.
Den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien sieht die SPD als wichtiges, künftiges Thema, erklärt Ortsverbandsvorsitzender Roman Mollwitz, der die Liste anführt. Wichtig sei der SPD die Förderung von Technologiebetrieben im Industriegebiet, die Etablierung eines Stadtjugendrates weiter zu forcieren, bezahlbaren Wohnraum in städtischer Hand zu bilden oder auch die Sanierung des Freibades zügig umzusetzen. Die Kommune sei zuletzt schnell gewachsen, die SPD würde deshalb künftig die Entwicklung von Wohngebieten mit Augenmaß begrüßen.
Bildung und Familie sind der CSU wichtig, weshalb man einen Fokus auf die Sanierung der Kindertagesstätte Arche Noah oder auch den Schulanbau setzt, erklärt Ortsverbandsvorsitzende Astrid Paulus-Berberich, die Listenplatz eins belegt. Bürgerfreundliche Mobilität will die CSU voranbringen, etwa ein Auge auf sichere Fuß- und Radwege legen. Ebenso am Herzen liegt der CSU der Zivil- und Bevölkerungsschutz, etwa die Instandsetzung der Sirenen.
Neu in den Stadtrat einziehen will der im Mai 2025 gegründete Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen – was auch als recht wahrscheinlich gilt. Eine Liste aufzustellen sei kein Selbstläufer gewesen, betont Ortsverbandsvorsitzende Gudrun Schiestl-Frank, die Listenplatz eins belegt. Früh sei allerdings klar gewesen: „Wenn wir wirklich etwas für Burgbernheim bewegen wollen, dann braucht es eine eigene grüne Stimme im Stadtrat.” Die Zusammenarbeit dort habe man bislang als sachorientiert und von gegenseitigem Respekt geprägt erlebt. Gleichzeitig sehe man, dass neue Impulse wichtig sind. Aus der Außenperspektive entstehe manchmal der Eindruck, dass wichtige Zukunftsthemen wie beispielsweise die kommunale Wärmeplanung eher vorsichtig angegangen werden. Hier wolle man konstruktiv mitarbeiten.
Die Grünen wollen lebenswerte Bedingungen in der Stadt und den Ortsteilen für alle Generationen, so Schiestl-Frank. Dazu gehören konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung, eine nachhaltige Stadtentwicklung mit Augenmaß, bezahlbarer Wohnraum, eine gute Infrastruktur für Familien, Kinder und ältere Menschen sowie echte Bürgerbeteiligung. Wichtig seien den Grünen der Erhalt der regionalen Kulturlandschaft – Stichwort: Streuobst – und eine zukunftsfähige Mobilität, die alle Ortsteile mitdenkt.
Auf den vier Listen finden sich insgesamt 55 Nominierte, darunter 39 Männer und 16 Frauen, was einer Frauenquote von 29,1 Prozent entspricht. 2020 waren es in Burgbernheim drei Listen mit 48 Nominierten, darunter 35 Männer und 13 Frauen. Die Frauenquote lag bei 27,1 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt in Burgbernheim bei etwa 41 Jahren.