Sieg für „Ottilie”: Wie kam der Name des Dorfplatzes in Schweinsdorf zustande? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.05.2026 12:43

Sieg für „Ottilie”: Wie kam der Name des Dorfplatzes in Schweinsdorf zustande?

Das Kirchfeldareal in Schweinsdorf. Im Rahmen der Kommunalwahlen wurde ein Meinungsbild zur Benennung einer Straße im Kirchfeldareal eingeholt. Mit 48 von insgesamt 103 abgegebenen Stimmen sprach sich die Mehrheit klar für die Bezeichnung „Ottilienplatz“ aus.  (Foto: Susanne Landgraf)
Das Kirchfeldareal in Schweinsdorf. Im Rahmen der Kommunalwahlen wurde ein Meinungsbild zur Benennung einer Straße im Kirchfeldareal eingeholt. Mit 48 von insgesamt 103 abgegebenen Stimmen sprach sich die Mehrheit klar für die Bezeichnung „Ottilienplatz“ aus. (Foto: Susanne Landgraf)
Das Kirchfeldareal in Schweinsdorf. Im Rahmen der Kommunalwahlen wurde ein Meinungsbild zur Benennung einer Straße im Kirchfeldareal eingeholt. Mit 48 von insgesamt 103 abgegebenen Stimmen sprach sich die Mehrheit klar für die Bezeichnung „Ottilienplatz“ aus. (Foto: Susanne Landgraf)

Zu seiner letzten Gemeinderatssitzung der laufenden Legislaturperiode lud Bürgermeister Manuel Döhler mit einer umfangreichen Tagesordnung ein.

Ein großer Punkt: die Benennung der neuen Dorfmitte in Schweinsdorf, die mittlerweile feierlich eingeweiht wurde. Doch wie kam der Name zustande? Bereits im Rahmen der Kommunalwahlen wurde unter den Schweinsdorfer Bürgerinnen und Bürgern ein Meinungsbild zur Benennung einer Straße im Kirchfeldareal eingeholt. Im Wahllokal bestand die Möglichkeit, auf einer Stellwand vorhandene Vorschläge zu bewerten oder eigene Namensideen einzubringen. Mit 48 von insgesamt 103 abgegebenen Stimmen sprach sich die Mehrheit klar für die Bezeichnung „Ottilienplatz“ aus.

Der Name leitet sich von der Äbtissin Ottilie ab, die im Mittelalter zu den am meisten verehrten Heiligen zählte. Der Gemeinderat folgte diesem Votum einstimmig. Ausschlaggebend war dabei auch, dass sich die Bezeichnung harmonisch in die bestehenden örtlichen Gegebenheiten einfügt. So wird die benachbarte Kirche von den Schweinsdorfer Bürgerinnen und Bürgern traditionell als Pfarrkirche „St. Ottilia“ bezeichnet. Auch das Nachbarhaus nennt sich „Mehrfamilienhaus Ottilia“.

Wie gelingt die Entwässerung?

Der analoge Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1991 wurde zwischenzeitlich von einem Fachbüro digitalisiert; die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Eine erste Prüfung durch die Gemeindeverwaltung hat bereits stattgefunden. In der Sitzung wurden seitens des Gremiums weitere Fragen und Unklarheiten aufgegriffen und geklärt.

Bei der Entwässerungsplanung für das Baugebiet „Erlenwiese“ gestaltet sich die Ableitung des Regenwassers schwieriger als ursprünglich angenommen. Der zweite Bauabschnitt fällt in südlicher Richtung ab, weshalb die Regenwasserleitung unter der Durchfahrtsstraße in größerer Tiefe verlegt werden muss. Aufgrund der Dimensionierung sowie der vergleichsweise flachen Topografie des geplanten Regenüberlaufbeckens ergibt sich hierbei ein Zielkonflikt, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

„Wie kann das Gebiet entwässert werden?“, formulierte der für die Planung zuständige örtliche Bauunternehmer eingangs seine Leitfrage. Im Anschluss erläuterte er dem Gremium die technischen und topografischen Voraussetzungen sowie die erforderlichen Maßnahmen, um das Baugebiet erschließen zu können.

Eine besondere Herausforderung stelle die mangelnde Versickerungsfähigkeit des Bodens dar. Zudem seien die Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes zwingend in die Planung einzubeziehen. Nach intensiver Diskussion und zahlreichen Nachfragen aus dem Gremium werde man nun alle technischen Möglichkeiten erneut prüfen, um eine möglichst wirtschaftliche und zugleich fachlich tragfähige Lösung zu erarbeiten, resümierte Bürgermeister Döhler abschließend.

Bürgerbus ist genehmigt

Ein weiteres Thema der Sitzung war der Bürgerbus für die Region. Döhler informierte über den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen. Vorgesehen sind ein Ford Tourneo Connect sowie ein neunsitziger Ford Transit. An den Gesamtkosten beteiligen sich die elf am Projekt einbezogenen Kommunen anteilig. Für die Gemeinde Neusitz ergibt sich dabei ein Eigenanteil in Höhe von 2700 Euro. Auf Nachfrage aus dem Gremium, weshalb kein Elektrofahrzeug bevorzugt wurde, erläuterte der Rathauschef, dass insbesondere die unzureichende beziehungsweise unsichere Ladeinfrastruktur gegen diese Option gesprochen habe.

Da die Fahrzeuge an unterschiedlichen Standorten abgestellt werden, sei eine verlässliche Ladeversorgung nicht gewährleistet. Man habe diese Frage intensiv, jedoch ergebnisoffen diskutiert. Das Gremium stimmte dem vorgestellten ILE-Bürgerbusprojekt schließlich einstimmig zu.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war ein Sachstandsbericht zum Ausbau der Kreisstraße AN 33 zwischen Neusitz und Gebsattel. Baulastträger ist der Landkreis. Die Straße soll vollständig erneuert werden. Parallel dazu ist der Bau eines Radwegs von der Ampelanlage in Neusitz bis nach Gebsattel vorgesehen.

Seitens der Gemeinde wird in diesem Zusammenhang eine sichere Querungsmöglichkeit für Radfahrer angestrebt, um ein Ausweichen auf die stark befahrene AN 33 zu vermeiden, was allgemein als erhebliches Sicherheitsrisiko eingeschätzt wird. In einer Besprechung mit den beteiligten Kommunen am Staatlichen Bauamt wurde jedoch mitgeteilt, dass eine separate Radwegquerung über die Staatsstraße St 2250 aufgrund des Verkehrsaufkommens und der bestehenden Ampelschaltung nicht umsetzbar sei und daher verworfen wurde.

Querungslösung für Radverkehr gefordert

Stattdessen ist nun die Einrichtung einer Linksabbiegespur in Richtung Rothenburg vorgesehen, da es dort zuletzt vermehrt zu Abbiegeunfällen gekommen war. Auch die Anbindung des aus Richtung Rothenburg kommenden Radwegs wurde entsprechend angepasst. Diese Entwicklungen führten im Gremium zu einer lebhaften Diskussion über mögliche Alternativen.

Bürgermeister Döhler kündigte an, die erarbeiteten Vorschläge in eine anstehende Informationsveranstaltung einzubringen, die vom Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner organisiert wird. Die Gemeinde Neusitz werde sich weiterhin vehement für eine sichere Querungslösung zum Schutz der Radfahrer einsetzen, betonte der Bürgermeister.

Ein weiteres Thema war ein kurzfristiger Förderaufruf des Naturparks Frankenhöhe. Gefördert wird die Aufstellung von Sitzbänken entlang von Wanderwegen außerhalb der Ortschaften. Aufgrund der kurzen Frist hat die Gemeinde einen Antrag für drei Bänke gestellt. Die Förderung beträgt 50 Prozent der Nettokosten, der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei rund 900 Euro brutto. Als mögliche Standorte wurden der Fischweiherweg sowie die Hangkante oberhalb der Autobahn zwischen Neusitz und dem Wertstoffhof vorgeschlagen. Über einen dritten Standort soll im Gremium noch entschieden werden.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben“ entwickelte sich eine intensive Diskussion über die Gestaltung der Oberfläche des Dorfplatzes in Schweinsdorf. Gemeinderat Heinz Gundel regte an, die bestehende Schotterrasenfläche zu pflastern. Im Gremium überwog jedoch die Auffassung, den Platz nicht vollständig zu pflastern, da er sonst überwiegend den Charakter einer Parkplatzfläche erhalten würde.

Gundel schlug daraufhin vor, zumindest einen Teilbereich vor dem Festzelt zu befestigen, insbesondere aus hygienischen Gründen im Bereich der Essensausgabe. Bürgermeister Döhler sprach sich ebenfalls für den Erhalt des Schotterrasens aus und regte an, zunächst die Entwicklung der Fläche über einen Zeitraum von einem Jahr zu beobachten. Eine mögliche Nachbesserung könne anschließend durch den neu gewählten Gemeinderat entschieden werden.

Klassenzimmer in der Aula

Darüber hinaus informierte er über den aktuellen Stand bei der Einrichtung des Rathauskellers. Im Zuge der Glasfaserarbeiten werden ab Juni für etwa fünf Wochen Fräsarbeiten in den Straßen durchgeführt, wodurch sich der Zeitplan weiter verzögert. In der Grundschule Gebsattel wird es im kommenden Schuljahr drei erste Klassen geben, womit die Schule künftig elf Klassen umfasst. Aufgrund des gestiegenen Platzbedarfs wird die Aula vorübergehend als zusätzliches Klassenzimmer genutzt.

Zum Ende der Sitzung dankte Bürgermeister Döhler dem Gremium für die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren. Wichtige Grundsatzentscheidungen seien gemeinsam getroffen worden, und man habe die Gemeinde insgesamt verlässlich und zukunftsorientiert weiterentwickelt.

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