Beim Tabellenersten darf der Häuptling der SpVgg Ansbach nur zuschauen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.04.2025 11:00

Beim Tabellenersten darf der Häuptling der SpVgg Ansbach nur zuschauen

Gesperrt und verletzt: Auf Eric Weeger (links, hier mit dem Bamberger Radzivon Hushcha) müssen die Ansbacher wohl noch länger verzichten. (Foto: Martin Rügner)
Gesperrt und verletzt: Auf Eric Weeger (links, hier mit dem Bamberger Radzivon Hushcha) müssen die Ansbacher wohl noch länger verzichten. (Foto: Martin Rügner)
Gesperrt und verletzt: Auf Eric Weeger (links, hier mit dem Bamberger Radzivon Hushcha) müssen die Ansbacher wohl noch länger verzichten. (Foto: Martin Rügner)

Die große Frage vor dem Gastspiel der SpVgg Ansbach in der Fußball-Regionalliga am Samstag, 5. April, 14 Uhr, beim Tabellenführer FC Schweinfurt lautet: Wer ersetzt Eric Weeger? Der 28-Jährige hat zuletzt eine Doppelrolle als Abwehrchef und Torjäger ausgefüllt.

Die Ansbacher Treffer bei den 1:1-Spielen gegen Eintracht Bamberg und beim TSV Buchbach gingen auf das Konto des Wolframs-Eschenbachers, der nun mit der fünften Gelbe Karte ausgerechnet im Spiel gegen die (gemeinsam mit dem FC Augsburg II) offensivstärkste Elf der Liga gesperrt ist.

Verletzung am Daumen

„Einer unserer Häuptlinge, der in den letzten Wochen einen richtig guten Job gemacht hat“, sagt SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber, der voraussichtlich auch im folgenden Heimspiel gegen die Würzburger Kickers am Dienstag, 8. April, 18 Uhr, auf Weeger wegen einer Verletzung am Daumen verzichten muss.

Lukas Schmidt in der Startelf

„Die Chance für einen anderen Spieler“ sieht Reutelhuber durch die Absenz des Ex-Profis. Sollte er Abwehrspieler durch Abwehrspieler ersetzen, wären Jonas Bayerlein oder Abdennour Rhani Kandidaten. In ähnlichen Fällen wurde auch schon Tobias Dietrich aus dem Mittelfeld in die Abwehr beordert.

Eine Änderung in der Offensive macht Reutelhuber dagegen publik: „Lukas Schmidt wird wieder von Anfang an spielen, das hat er sich verdent“.

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FC stellt das heimstärkste Team

Die fast perfekte Heimbilanz der Schweinfurter (1. Tabellenplatz/55 Punkte) von zehn Siegen bei zwei Unentschieden bekam beim 0:2 gegen Schwaben Augsburg vor zwei Wochen einen Makel. Dennoch sind die Schweinfurter das heimstärkste Team der Liga und sie reagierten auf den Rückschlag mit einem beeindruckenden 5:2-Erfolg bei Wacker Burghausen – mit einer auf vier Positionen umgestellten Elf.

Die Ansbacher (11./34) halten mit einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage dagegen. Von den letzten acht Auswärtsspielen haben die nullneuner nur eines verloren. Das Remis gegen Bamberg stellte zuletzt allerdings nicht zufrieden. Ärgerlich vor allem die schwache erste Halbzeit.


Keine Lösungen bei eigenem Ballbesitz gefunden.

Niklas Reutelhuber

„Gegen eine Gegner, der nicht gepresst hat und in der Ordnung blieb, haben wir keine Lösungen bei eigenem Ballbesitz gefunden“, so Reutelhuber.

Mit Michael Dellinger, Joshua Endres (jeweils zwölf Tore) und Sebastian Müller (zehn), der eine Hand voll Erst- und Zweitligaspiele für Arminia Bielefeld und Osnabrück absolviert hat, ist der FC Schweinfurt gleich mit drei Spielern in den Top Ten der Ligatorjäger vertreten.

Zwei Niederlagen in dieser Saison

Torjäger Endres und FC-Trainer Victor Kleinhenz haben den Ansbachern schon in ihrer gemeinsamen Zeit beim TSV Aubstadt gerne mal zugesetzt.

Zweimal haben die Ansbacher in dieser Spielzeit schon ohne eigenes Tor gegen Schweinfurt verloren (0:1 im Pokal, 0:2 im Hinspiel). „Es war nicht so, dass da ein Klassenunterschied erkennbar gewesen wäre“, erinnert sich Reutelhuber, der einen mutigen Auftritt seiner Elf beim Primus fordert.

„Wir werden viele Heimspiele am Freitagabend austragen“: Flutlichtfan Niklas Reutelhuber. (Foto: Martin Rügner)
„Wir werden viele Heimspiele am Freitagabend austragen“: Flutlichtfan Niklas Reutelhuber. (Foto: Martin Rügner)

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Die letzten beiden Regionalliga-Gastspiele im Sachs-Stadion brachten den Ansbachern nichts ein (0:2, 1:2), dafür wurde das Heimspiel in der Vorsaison mit 3:1 gewonnen. Die SpVgg-Treffer erzielten Riko Manz, Niklas Seefried und Tom Feulner per Eigentor.

Durchschnittlich kommen 1750 Zuschauer in Schweinfurt. Gegen Ansbach dürften es ein paar mehr werden. Der FC hat einen Familientag annonciert, der neben den erwartbaren Attraktionen (die unvermeidliche Hüpfburg, Kinderschminken usw.) freien Eintritt für ein Kind bis 14 Jahren samt erwachsenem Begleiter bedeutet.

Millionen für das Stadion

Sollte der Aufstieg gelingen, rechnet man beim FC mit durchschnittlich 5000 Zuschauern und einem Etat von dreieinhalb bis vier Millionen Euro bei etwa 1,2 Millionen Euro Fernsehgeld. Das Problem ist ein taugliches Stadion. Der aktuellen Spielstätte fehlt unter anderem eine Rasenheizung. Die Kostenschätzungen für eine komplette Ertüchtigung liegen bei fünf Millionen Euro.

Wer hätte 2023 gedacht, dass die Dritte Liga so schnell wieder Thema wird in Schweinfurt. Damals hatte man auf Druck des Sponsors nach mehreren vergeblichen Anläufen auf den Aufstieg das Profitum offiziell abgeschafft. Nun strebt eine reamateurisierte Elf mit Macht in den Profifußball.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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