„Campus.Nah“ – so hatten die Organisatoren das neue Format des Sommerfestes am Campus Feuchtwangen der Hochschule Ansbach betitelt. Und wie in den Vorjahren erwies sich die Veranstaltung als Besuchermagnet.
Entdecken, informieren, etwas erfahren und den Campus sowie das Team kennenlernen, hatte der Präsident der Hochschule Ansbach, Professor Dr. Sascha Müller-Feuerstein, bei der offiziellen Eröffnung im neuen Hörsaal als Zielsetzung des Sommerfests ausgegeben. Er ermunterte, dem „Team Löcher in den Bauch zu fragen“, welche Wallbox sinnvoll sei, wie eine Wärmepumpe funktioniere, wie man zertifizierter Energieberater werden könne oder was ein HEMS, ein „Home Energy Management System“, ist. Denn der Campus sei kein Selbstzweck, sondern ein Ausbildungs-, Innovations-, Transfer- und Servicezentrum für die Menschen in der gesamten Region.
Diese Einbindung in der Region, den Austausch und die Offenheit bewertete Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh als entscheidenden Vorteil. Rückblickend sagte er, im Studium habe er Universitäten distanziert zur Öffentlichkeit erlebt – aber am Campus in Feuchtwangen sei genau das Gegenteil der Fall. Der Campus könnte Antworten auf die Fragen zur Energie von morgen liefern. In diesem Zusammenhang nannte der Bürgermeister die Kooperation mit den Stadtwerken in Sachen Elektrolyseur. Da bestünden nun feste Verträge zur Lieferung von grünem Wasserstoff.
Landrat Dr. Jürgen Ludwig würdigte Kooperationen als befruchtend. Angesichts der Investitionen in die Schullandschaft, der Bayerischen BauAkademie oder dem Campus erlebe er „gebauten Mut“ in Feuchtwangen. Dieser Weg sichere die Zukunft des ländlichen Raums.
Als Vorsitzender des Förderkreises Campus Feuchtwangen warb Bezirksrat Herbert Lindörfer für diesen Verein: „Zukunft fördern, Campus gestalten, Ideen ermöglichen“ sei das Leitmotiv und der Motor für Innovation, Zusammenarbeit und die Gestaltung der Zukunft.
Bei einem Rundgang durch das gesamte Gebäude führte der Leiter des Campus Feuchtwangen, Professor Dr. Haresh Vaidya, die Ehrengäste zu etlichen der für das Fest über 20 aufgebauten Stationen. Maßgeblich vorbereitet hatten den Tag Julia Fetzer, Jennifer Herud, Meike Walter und wissenschaftlicher Mitarbeiter Kanav Bhalla. Ausgesprochen großes Interesse zeigten die Gäste an den Führungen von Oliver Abel durch das Labor sowie das Lehrsaalgebäude und den neuen Hörsaal mit 140 Plätzen.
Für die Kinder waren Mitmach- und Technikstationen aufgebaut. Da wurde zum Beispiel gezeigt, wie ein Windrad funktioniert und warum es nur drei Flügel hat. Ebenso erklärt wurde die Funktionsweise einer Wärmepumpe. Zudem gab es Informationen zur Drohnentechnik und zur Ausbildung für den Drohnen-Führerschein.
Wie es hieß, geht die Entwicklung in Feuchtwangen rasant weiter, denn der Campus hat den Zuschlag für das EU-Forschungsprojekt „Prisma“ erhalten. Während bei der Gewinnung von regenerativer Energie der Fokus auf der Stromproduktion liege, solle bei diesem Projekt die Komponente Wärme in Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen in der Region innerhalb der kommenden drei Jahre integriert werden.
Nach den Worten von Jennifer Herud wird in Kürze Bilanz zum Format „Campus.Nah“ gezogen und entschieden, in welchem Rhythmus das Begegnungs- und Erlebnisfest stattfinden soll.