Die Menschen in Bayern müssen sich für das vergangene Jahr auf höhere Heizkosten einstellen. Im Schnitt dürften die Kosten im Freistaat um 11,8 Prozent höher liegen als für 2024, wie Berechnungen des Energiedienstleisters Techem ergeben. So manchem dürfte mit der Abrechnung also eine Nachzahlung ins Haus flattern.
Entscheidend für den Anstieg sind dabei im Schnitt um knapp 15 Prozent höhere Verbräuche, die die Experten angesichts niedrigerer Temperaturen in der Heizsaison erwarten. Diese machen tendenziell eher sinkende Preise für Energie und Energieträger mehr als zunichte.
Besonders deutlich steigen die Kosten für Menschen, die mit Fernwärme heizen, denn bei ihr sind auch die Preise den Berechnungen zufolge leicht gestiegen. Hier erwartet Techem einen Anstieg von 16,5 Prozent.
Bei Gasheizungen geht es um 12,9 Prozent nach oben, bei strombetriebenen Heizungen wie Wärmepumpen um 12,3 Prozent - obwohl in beiden Fällen die Kilowattstunde Energie eigentlich etwas billiger geworden ist.
Wer eine Ölheizung hat, kommt vergleichsweise glimpflich davon, da hier der Preis am deutlichsten gesunken ist. Zusammen mit dem gestiegenen Verbrauch ergeben sich dennoch im Schnitt höhere Kosten von wohl 5,4 Prozent.
Mit dem erwarteten Kostenanstieg um 11,8 Prozent gehört Bayern zu den am härtesten betroffenen Bundesländern. Bundesweiter Durchschnitt sind 8,6 Prozent. Nur in Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt erwarten die Experten noch höhere Zuwächse - den höchsten mit 14,2 Prozent in Baden-Württemberg. Für Schleswig-Holstein wird ein Plus von 2,8 Prozent erwartet.
Auch innerhalb Bayerns gibt es Unterschiede: Während in Nürnberg die Kosten den Berechnungen zufolge um 13,4 Prozent steigen, sind es in Augsburg 11,5 Prozent und in München 10,8 Prozent. Für weitere Städte oder Landkreise im Freistaat liegen keine gesonderten Zahlen vor.
Basis der Berechnungen waren Energiepreise und Temperaturen, für einige Wochen Ende 2025 wurde dabei hochgerechnet.
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