Aggressives Verhalten bei Demenz: Was Angehörige tun können | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.05.2026 10:42

Aggressives Verhalten bei Demenz: Was Angehörige tun können

Mit beruhigenden Gesten können Angehörige einen Wutanfall dementer Personen auffangen. (Foto: Ina Fassbender/dpa/dpa-tmn)
Mit beruhigenden Gesten können Angehörige einen Wutanfall dementer Personen auffangen. (Foto: Ina Fassbender/dpa/dpa-tmn)
Mit beruhigenden Gesten können Angehörige einen Wutanfall dementer Personen auffangen. (Foto: Ina Fassbender/dpa/dpa-tmn)

Eine Demenzerkrankung verändert das Miteinander. Selbst ein Mensch, den man früher als friedlichsten der Welt bezeichnet hätte, kann dann plötzlich aggressiv wirken. Was können Angehörige dann tun?

Einmal tief durchatmen und sich sammeln, dabei vielleicht sogar kurz den Raum verlassen: Das ist ein guter Anfang. Mit einem kühlen Kopf fällt es nämlich leichter, dem Auslöser für dieses Verhalten auf den Grund zu gehen. Denn Schimpfen, Schreien, Zurückstoßen und Co. passieren nicht aus Boshaftigkeit, sondern tragen eine Botschaft in sich, wie die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) erklärt. Sie lautet: Irgendwas stimmt für die erkrankte Person hier gerade nicht.

Angst, Schmerzen und Co.: Das kann dahinterstecken

Doch was genau? Aggressive Reaktionen können unterschiedliche Auslöser haben, zum Beispiel: 

  • Angst: Menschen mit Demenz können selbst vermeintlich „kleine“ Alltagssituationen als große Bedrohung empfinden - etwa, wenn sie kurz auf jemanden warten müssen und nicht wissen, ob die Person wieder zurückkehrt.
  • Schmerzen und Unwohlsein: Weil demente Personen diese Empfindungen nicht klar in Worte fassen können, drücken sie sie mitunter in Form von aggressivem Verhalten aus. 
  • Überforderung durch zu viele Reize: Helles Licht, Lärm, neue Eindrücke und Menschen - all das kann Erkrankten zu viel werden. 

Sanfte Worte und etwas Ablenkung: Das kann helfen

Was jetzt nichts bringt: selbst mit Wut zu reagieren, denn das kann die Person mit Demenz noch mehr verunsichern. Stattdessen helfen Geduld und Einfühlungsvermögen der AFI zufolge nun am meisten weiter.

Die Experten raten daher, die erkrankte Person mit sanfter Sprache und beruhigenden Gesten zu trösten. Haben Angehörige den Auslöser identifiziert, können sie versuchen, ihn aus der Welt zu schaffen - etwa, indem sie die erkrankte Person an einen ruhigeren Ort bringen. 

Zudem kann es die Situation entschärfen, wenn Angehörige die Aufmerksamkeit umlenken - und zwar auf etwas Interessantes oder Positives. Das kann eine schöne Melodie oder ein Fotoalbum sein, wie die AFI vorschlägt. 

Vorbeugend können Angehörige darauf achten, dass die Person mit Demenz ausreichend Struktur in ihrem Alltag hat. Erst Anziehen, dann Frühstück, dann ein kleiner Spaziergang: Solche festen wiederkehrenden Routinen vermitteln Sicherheit und senken das Risiko für Überforderungsmomente.

© dpa-infocom, dpa:260508-930-51780/1


Von dpa
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