Mit einem feierlichen Empfang im Rathaussaal hatte am Freitag das Jubiläumswochenende des Vereins „Frohsinn“ begonnen. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um 150 Jahre Vereinsgeschichte zu würdigen.
Darunter waren Vertreter der Stadt, Mitglieder des Stadtrats sowie Trachtenfreunde und langjährige Weggefährten aus Frankreich: Mitglieder des Trachtenvereins „L’Eglantino do Lemouzi“ aus Limoges. Diese Partnerschaft geht auf das Jahr 1985 zurück.
Damals war der Verein Frohsinn gebeten worden, eine französische Trachtengruppe aufzunehmen, die für fünf Tage in Bad Windsheim verweilte, um im Fränkischen Freilandmuseum Tänze und Trachten zu präsentieren. Aus dieser Begegnung wuchs eine tiefe Freundschaft, die bis heute Bestand hat. Sie ist getragen von gegenseitigem Respekt, von Offenheit und echter Herzlichkeit.
Die Gäste aus Frankreich waren in farbenprächtiger Tracht angereist und verliehen dem Empfang ein feierliches und zugleich lebensfrohes Ambiente. Eine Musikgruppe aus Limoges sorgte für eine fröhliche musikalische Umrahmung – traditionell, lebendig, verbindend.
Am Sonntag fand dann das große Jubiläumsfest am Frohsinnshof statt. Bei sommerlichem Wetter zog es viele Besucher aus der Region nach Oberntief. Das Gelände war liebevoll geschmückt, Verkaufsstände mit Kunsthandwerk waren aufgestellt, der Innenhof gefüllt mit lebendigem Austausch. Bei Kaffee, Kuchen, deftigen Leckereien und einheimischem Bier wurde entspannt geredet und gescherzt. Tanz- und Musikgruppen aus Franken und Frankreich sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Mit dabei waren etwa die Eschenbacher Volkstanzgruppe und die Lichtenauer Volkstänzer.
In seiner Ansprache auf dem Frohsinnshof blickte der Vorsitzende Wolfgang Schmotzer ausführlich auf die Geschichte des Vereins zurück. Besonders hob er den Kauf des historischen Bauernhofs aus dem 17. Jahrhundert im Jahr 1986 hervor. Damals entschloss sich der Verein, dieses Anwesen in Oberntief zu erwerben. Mit großem ehrenamtlichen Engagement und viel Herzblut entstand daraus in den folgenden Jahrzehnten der heutige Frohsinnshof – ein Ort, an dem fränkische Kultur, Gastfreundschaft und Gemeinschaft spürbar gelebt werden.
Auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz gehörte zu den Gratulanten. In seiner Rede sprach er von der „Frankens Mehrregion“, die nicht nur für guten Wein, gutes Bier, eine wunderschöne Landschaft und das Bobby-Car stehe, sondern vor allem für das, was wirklich zähle: das Miteinander. „Was Franken zum Mehr macht, ist das, was wir heute hier erleben: gelebte Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, ein echtes Füreinander.“ Er lobte das verbundene Wirken des Geselligkeitsvereins Frohsinn, der mit seinem Engagement ein starkes Zeichen für das Ehrenamt setze.
Der Frohsinnshof war an diesem Tag Bühne, Begegnungsort und Symbol. Führungen durch die historische Anlage, fränkische Spezialitäten sowie Begegnungen über Generationen hinweg machten das Fest zu einem Erlebnis. Später wurde der Innenhof zur Tanzfläche. Französische und fränkische Gäste reichten sich die Hände und bewiesen, dass Tradition nicht Vergangenheit bedeutet, sondern lebendige Gegenwart ist.
Mit diesem Jubiläum hat der Verein Frohsinn nicht nur ein Stück Geschichte gefeiert, sondern auch Zukunft geschrieben. Eine Zukunft, die auf Freundschaft, kultureller Neugier und echtem Miteinander basiert: in Franken, in Europa und darüber hinaus.