Er will es nochmal wissen: Burgoberbachs Bürgermeister Gerhard Rammler (parteilos) tritt bei den Kommunalwahlen 2026 wieder an. Erneut wird der 64-Jährige von der CSU und der Bürgerliste Ortsteile und Burgoberbach (BOB) unterstützt. Ein Gegenkandidat ist bislang nicht in Sicht.
Vernünftige Kommunalpolitik in Burgoberbach zu machen sei „ein schmaler Grat zwischen Misslingen und Gelingen”, stellte Rammler im Gespräch mit der FLZ fest. „Das unterschätzen viele.” Nur durch konsequentes Handeln habe sich die Gemeinde über die vergangenen 13 Jahre so gut entwickeln können.
Die Entscheidung, sich für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung zu stellen, fiel ihm nicht leicht. „Ich habe auch einen anderen Lebensplan gehabt.” Eigentlich wollte er zurück in die Versicherungsbranche und dort noch in Teilzeit weiterarbeiten. Aber von Seiten des Gemeinderats und auch der Bürger sei der Wunsch nach Kontinuität, Stabilität und einer „vernünftigen Führung der Gemeinde” geäußert worden. So habe er sich nach vielen Gesprächen dafür entschieden, „weil ich der CSU und der Bürgerliste helfen will”, erklärte er. „Wir möchten die solide und erfolgreiche Kommunalpolitik fortführen.”
Befürchtungen, dass ihm die Kraft ausgehen könnte, hat Rammler nicht: „Ich bin eigentlich noch topfit und traue mir das auch zu. Ich habe auch nach wie vor noch viel Freude daran. Und: Ich habe noch viele Projekte, die momentan laufen. Das eine oder andere möchte ich schon noch zu Ende bringen.”
Er denkt da unter anderem an die Neugestaltung des Ortszentrums seiner Geburtsgemeinde – ein echtes Herzensprojekt. Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange, werden aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Umstellung des Abwassersystems auf ein Trennsystem im Ortsteil Neuses hat vor Kurzem begonnen. Wegen der hohen Kosten auch für die Bürger hat der Rathauschef dafür schon viel Gegenwind bekommen und möchte den Abschluss dieser Pflichtaufgabe daher ungern einem neuen Bürgermeister hinterlassen.
Bereits am Freitag war der Spatenstich zum Radweg zwischen Burgoberbach und Rauenzell. Das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Herrieden hatte zuletzt für Konflikte über die Höhe der Beteiligung Burgoberbachs an den Verwaltungskosten gesorgt. Rammler ist aber überzeugt, dass auch dafür noch eine gute Lösung gefunden wird. „Da bin ich sehr zuversichtlich.” Der Wunsch, beide Kommunen, die eng verflochten seien, durch die Radwegverbindung noch stärker zu verzahnen, sei groß, betonte er.
Vorantreiben will Gerhard Rammler außerdem die Sanierung der Kläranlage bis 2032. „Das wird ein großes Projekt werden.” Auch der Bau eines Bürgersaales im Ortszentrum und die Friedhofsgestaltung stehen noch auf der Liste ebenso wie die Sanierung der Triesdorfer Straße und der Siedlungsstraßen, die Erneuerung des Kanalnetzes sowie der Glasfaserausbau in Hauptort und Ortsteilen.
„Ich habe immer drei große Ziele gehabt”, erklärte er: das Image von Burgoberbach verbessern, Schulden abbauen – auch durch eine Steigerung der Einnahmen – und den Investitionsstau beheben. „Wir haben es geschafft, aus dieser Schuldenfalle herauszukommen”, freute er sich. „Ich bin dem Gemeinderat unendlich dankbar, dass wir diesen Weg eingeschlagen haben mit der Konsolidierung.” Nach vorne schauen und mit Vernunft investieren auf einer soliden Basis ist seine Devise. „Freilich haben wir auch Glück gehabt mit den Gewerbeansiedlungen.”
Geboren wurde Gerhard Rammler 1961 im Burgoberbacher Ortsteil Niederoberbach, heute lebt er bei Schwabach. Bevor er hauptamtlicher Bürgermeister wurde, arbeitete er als Leitender Angestellter einer großen Münchener Versicherung.
Ins Amt gewählt wurde Rammler erstmals im Juni 2013 außerhalb des regulären Turnus, nachdem sein Vorgänger Alfons Schock aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte. Er setzte sich damals gegen den Kandidaten der Liste Gemeinsam für Burgoberbach (GfB), Reiner Eisenberger, durch. Bei der Wahl im März 2020 wurde er mit 87,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Diesmal gab es keinen Gegenkandidaten.