Zirkus Charles Knie in Ansbach: „Wir sind Meister im Improvisieren” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.07.2026 14:40

Zirkus Charles Knie in Ansbach: „Wir sind Meister im Improvisieren”

Das Zirkus-Zelt des Zirkus Charles Knie befindet sich mitten im Aufbau: Einen Tag lang dauert es, bis es steht. Dafür braucht es viele helfende Hände. (Foto: Irmeli Pohl)
Das Zirkus-Zelt des Zirkus Charles Knie befindet sich mitten im Aufbau: Einen Tag lang dauert es, bis es steht. Dafür braucht es viele helfende Hände. (Foto: Irmeli Pohl)
Das Zirkus-Zelt des Zirkus Charles Knie befindet sich mitten im Aufbau: Einen Tag lang dauert es, bis es steht. Dafür braucht es viele helfende Hände. (Foto: Irmeli Pohl)

Am Messezentrum in Ansbach ist weithin lautes Hämmern zu hören, große Lastwagen fahren umher. 100 Wagen in den Farben Weiß und Rot stehen in Reih und Glied an den Seiten des großen Zeltes in der Mitte, das immer mehr Form annimmt. Der Zirkus Charles Knie ist nach drei Jahren wieder in Ansbach. Am Donnerstag startet die Show.

Das „Leben auf Achse”, wie Zirkus-Geschäftsführer Sascha Melnjak es nennt, ist davon geprägt, „immer wieder alles zu packen”. Wenige Tage bleiben den Zirkusleuten, um ihr Hab und Gut von einem Standort zum anderen zu schaffen. Vier bis fünfmal fahren die Lkw zwischen den Städten hin und her, bis alles umgezogen ist.

Und am neuen Standort muss bereits alles laufen, damit die Show pünktlich beginnen kann. „Die Vorarbeit ist das Wichtigste für uns”, betont der Geschäftsführer. Jeder Wagen hat seinen festen Standort, es ist alles genauestens eingezeichnet.

Die Arbeiten sind eingetaktet, die Übergabe des Platzes findet schon im Vorfeld statt. Und dann beginnt der Aufbau: Dahinter steckt ein „ausgeklügeltes System”, sagt Melnjak. Bis die Masten stehen, die 300 Eisenanker, die 1,40 Meter tief in den Boden geschlagen werden, bis die bis zu sechs Tonnen schweren Planen fest aufgespannt sind und die Tribüne „aus tausenden Einzelteilen” im Inneren des Zeltes installiert ist, vergeht ein ganzer Tag.

7000 Meter Kabel und fragile Einzelteile

Der Aufbau der Wasserbühne kostet die Crew einen Weiteren. Sechs Fachleute arbeiten daran, denn „da kann man nicht mit dem Vorschlaghammer kommen”, merkt Melnjak an. Die feinen Düsen, 7000 Meter Kabel, die verlegt werden müssen, und die fragilen Einzelteile, die zusammengesetzt werden, verlangen der Crew Fingerspitzengefühl ab. Das Wasser für die Show kommt aus einem Lkw-Tank: Der fasst 30 Kubikmeter.

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Neue Showeinlage mit „Kolfe Troupe“: Sie waren die Sieger des „Silbernen Clown“ auf dem Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo im Januar 2026 und haben vor drei Jahren beim Festival „Cirque de Demain – Zirkus von Morgen“ in Paris gewonnen. (Foto: Zirkus Charles Knie)
Neue Showeinlage mit „Kolfe Troupe“: Sie waren die Sieger des „Silbernen Clown“ auf dem Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo im Januar 2026 und haben vor drei Jahren beim Festival „Cirque de Demain – Zirkus von Morgen“ in Paris gewonnen. (Foto: Zirkus Charles Knie)

Manege frei in Ansbach: Zirkus Charles Knie mit Show „Splash” auf dem Messegelände

Der Zirkus Charles Knie bringt die Show „Splash” nach Ansbach. Eine 100.000-Liter-Wasser-Bühne und über 40 Artistinnen und Artisten entführen in die Wasserwelt.
12.07.2026
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Die Wassermenge wird während der Show dreieinhalb Mal durch Pumpen gewälzt. Alle paar Tage wird das Wasser ausgetauscht – durch frisches aus der Leitung. Das „alte” Wasser wird wieder in die Natur entlassen. „Wir wollen kein Wasser verschwenden”, sagt Melnjak. Deshalb wird es, so lange es geht, wiederverwendet.

Außer einem Strom- und Wasseranschluss brauchen die Zirkusleute nicht viel: „Wir haben alles selbst dabei”, sagt Melnjak. Einen Büro-Wagen, Wägen für die Artistinnen und Artisten, eine Schneiderin für die Kostüme und sogar eine Zirkus-Schule für aktuell vier Schulkinder und einen Lehrer. „Wir sind Meister im Improvisieren”, findet Melnjak. Ist mal etwas kaputt, wird es von den Zirkusleuten selbst repariert. Schnell gehen muss es nur – damit die Show weitergeht.

Jede Woche ein neuer Ausblick

In Ansbach wird der Zirkus bis Sonntag bleiben. Am Sonntagmorgen werden bereits die ersten Wägen zum neuen Standort weiterziehen. „Dann schauen wir wieder aus dem Fenster und sehen etwas Neues”, sagt der Geschäftsführer lächelnd.

Am Donnerstag, 23. Juli, um 15.30 Uhr geht es los mit der Familienvorstellung. Um 19.30 Uhr ist dann die „eigentliche Premiere”, sagt Sascha Melnjak. Mit dabei: 40 Artistinnen und Artisten aus zwölf unterschiedlichen Nationen wie Argentinien oder Äthiopien, Hunde und Papageien.


Irmeli Pohl
Irmeli Pohl
Volontärin
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