„Feierabendziegel” im Löhe-Zeit-Museum Neuendettelsau zu sehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.09.2026 17:00

„Feierabendziegel” im Löhe-Zeit-Museum Neuendettelsau zu sehen

Stolz auf die 60. Sonderausstellung im Löhe-Zeit-Museum (von links): Vorsitzender Dr. Hermann Vorländer, Museumsleiter Frank Landshuter und Walter Hacker. (Foto: Lore Wiesentheid)
Stolz auf die 60. Sonderausstellung im Löhe-Zeit-Museum (von links): Vorsitzender Dr. Hermann Vorländer, Museumsleiter Frank Landshuter und Walter Hacker. (Foto: Lore Wiesentheid)
Stolz auf die 60. Sonderausstellung im Löhe-Zeit-Museum (von links): Vorsitzender Dr. Hermann Vorländer, Museumsleiter Frank Landshuter und Walter Hacker. (Foto: Lore Wiesentheid)

Mit der Ausstellung „Feierabendziegel“ wurde im Löhe-Zeit-Museum die 60. Sonderausstellung eröffnet.

Vorsitzender Dr. Hermann Vorländer begrüßte laut einer Mitteilung die Gäste und dankte Walter Hacker und Museumsleiter Frank Landshuter für die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung. Die gezeigten Feierabendziegel sind besondere Zeugnisse vergangener Handwerkskunst. Zieglerarbeit war früher Saisonarbeit und dauerte traditionell von Josefi (19. März) bis zum Gallustag (16. Oktober).

Rund 800 Ziegel konnte ein Ziegler täglich herstellen. Der Lehm wurde mit Wasser vermischt und von den „Lamatretern“, also den Lehmtretern, mit nackten Füßen eingestampft. Anschließend wurden die Ziegel von Hand geformt, getrocknet und gebrannt.

Ziegel für das Schlossdach

Die Dettelsauer bezogen ihre Ziegel seit dem 17. Jahrhundert aus der Ziegelei Kittel in Herpersdorf bei Lichtenau, die von etwa 1650 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb war. Kittel lieferte ab 1676 die Ziegel für den Wiederaufbau des Schlosses und des Gasthofes zur Sonne, die im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt worden waren. Die übrigen Häuser wurden damals noch mit Stroh gedeckt.

Für den Bau des Diakonissenmutterhauses holte Pfarrer Wilhelm Löhe 1854 den Ziegler Lehmkuhl nach Neuendettelsau. Dieser stellte in einer Feldziegelei an der heutigen Nordstraße die 125.000 Backsteine und die für den Bau notwendigen Dachziegel her. Um 1890 errichtete der Maurermeister Christoph Weeger zwischen der Ziegelhüttenstraße und der Heilsbronner Straße eine Dampfziegelei, die bis etwa 1920 in Betrieb war. So sind unter anderem Ziegel aus Haag, Bechhofen und Neuendettelsau zu sehen. Der älteste Ziegel ist von 1609.

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Dank an die Ehrenamtlichen

Museumsleiter Frank Landshuter dankte Dieter Beil für die Überlassung einiger Feierabendziegel sowie Walter Hacker für seine engagierte Mitwirkung bei der Gestaltung der Ausstellung. Zugleich wies er darauf hin, dass der Museumsbetrieb nur durch das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins aufrechterhalten werden kann. Neue Mitglieder seien daher jederzeit willkommen. Sie leisten mit ihrer Unterstützung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der regionalen Geschichte und Kultur.

Die Ausstellung „Feierabendziegel” ist bis zum 29. November 2026 im Löhe-Zeit-Museum Neuendettelsau zu sehen.


Von mhz
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