Würzburg präsentiert sich in Ansbach auf einem höheren Level | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.08.2023 10:00

Würzburg präsentiert sich in Ansbach auf einem höheren Level

„Die Gegenspieler hatten schon ein anderes Level“, sagt SpVgg-Außenverteidiger Riko Manz (links). Der Würzburger Benjika Caciel (rechts) gehört dazu. (Foto: Martin Rügner)
„Die Gegenspieler hatten schon ein anderes Level“, sagt SpVgg-Außenverteidiger Riko Manz (links). Der Würzburger Benjika Caciel (rechts) gehört dazu. (Foto: Martin Rügner)
„Die Gegenspieler hatten schon ein anderes Level“, sagt SpVgg-Außenverteidiger Riko Manz (links). Der Würzburger Benjika Caciel (rechts) gehört dazu. (Foto: Martin Rügner)

Messi wurde erwartet zum Regionalligaspiel der SpVgg Ansbach gegen die Würzburger Kickers (0:1). Aber der Platz des Weltmeisters auf der Tribüne blieb leer. Einen wie ihn hätten die Ansbacher schon gut brauchen können gegen den Titelfavoriten.

Messi stand auf einem der diesmal namentlich gekennzeichneten Presseplätze. Die Frage, ob der Argentinier zu seinem kargen Lohn als Fußball-Asylant im fernen Florida nun als Livetickerschreiber für ein Internet-Portal etwas dazuverdienen muss, erheiterte eine Weile die Reihe der professionellen Beobachter.

Zahlenmäßig überlegen dort oben unterm Dach im Xaver-Bertsch-Sportpark waren die Kickers-Pressevertreter, zahlenmäßig überlegen waren die Kickers-Anhänger ein paar Meter weiter links im Fanblock und unten auf dem Platz waren auch die Kickers überlegen. Überzahl brauchten sie dafür nicht.

Die Würzburger spielten vor allem in der zweiten Hälfte, als hinge ihnen ein Access-all-areas-Pass um den Hals. Einmal damit winken und alle Räume stehen offen, einschließlich dem gegnerischen Strafraum.


Das anstrengendste Spiel der Saison bisher.

Eric Weeger

Riko Manz ist einer der SpVgg-Securities und alles andere als langsam auf den Beinen. Dennoch gelang es dem Außenverteidiger im Verbund mit Pepe Brekner nicht, die flotten Kickers-Vorstöße zu unterbinden, die immer wieder über die rechte Seite heranwogten, vorgetragen unter anderem durch den flinken Benjika Caciel, der auch das einzige Tor vorbereitete (Dardan Karimani, 2. Minute). „Die Gegenspieler hatten schon ein anderes Level als manch andere in der Liga“, stellte Manz fest.

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Für SpVgg-Abwehrchef Eric Weeger war es „das anstrengendste Spiel der Saison bisher. Wir haben uns in jeden Schuss reingeworfen und die Niederlage tut weh. Aber man muss ja ehrlich sein und sagen, dass wir in der zweiten Halbzeit nichts mehr hatten außer der Chance ganz am Schluss“.

Ja, diese eine Chance, mit der die Ansbacher die vielen vergebenen Möglichkeiten der Würzburger ganz spät noch hätten bestrafen und so doch noch mit einem fetten Grinsen vom Platz hätten gehen können, die gab es, im Gewühl vor dem Würzburger Tor.

Ansbach geht beim Pressing ins Risiko

Aber: „Der Ball fällt uns halt nicht hin“, so SpVgg-Trainer Christoph Hasselmeier, der gegen den Titelanwärter mit einer Umstellung im Mittelfeld aufwartete. Daniel Schelhorn rückte als zweiter, recht offensiver Sechser ins Mittelfeld und verdrängte Michael Kleinschrodt auf die Außenbahn. Die Idee: „Einen aggressiven, schnellen und ballsicheren Spieler für das Pressing ins Zentrum zu holen“, so Hasselmeier.

Der Plan ging in der ersten Hälfte phasenweise ganz gut auf. Ansbach verbarrikadierte sich nicht, sondern spielte mutig mit, „ging ins Risiko“ (Hasselmeier).

So sah das auch Kapitän Tobias Dietrich: „Die erste Halbzeit war top, eine gutes Regionalligaspiel mit viel Tempo, da waren wir auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass die Kickers sehr ausgebufft sind, die haben in der Abwehr fast jeden Zweikampf gewonnen, dadurch hatten wir wenig Entlastung nach vorne, konnte nur selten nachrücken.“

Kickers machen dem Gegner Mut

Die erste Hälfte störte Kickers-Trainer Marco Wildersinn: „Dass wir das Spiel nicht früher entschieden haben, lag komplett an uns. Wir hatten nicht die Ruhe, die Angriffe ordentlich zu Ende zu spielen. Nicht gut war eine Phase ab der 15. Minute, da haben wir Ansbach durch eigene Fehler ins Spiel gebracht und dem Gegner Mut gemacht“.

Belohnt wurde der diesmal nicht. Die Profis vom Main spielten ein Ballkonzert auf der Höhe ihrer Kunst und hatten die Gage von drei Punkten sicher verdient.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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