Veröffentlicht am 29.07.2022 08:22

Wenn der Endspurt ein Anfang ist: LAG Rangau legte Lokale Entwicklungsstrategie fest

Gunter Schramm (links) vom Planwerk erläutert den Anwesenden in der Schulturnhalle Dietenhofens die neuesten Details zur LAG Rangau. (Foto: Florian Pöhlmann)
Gunter Schramm (links) vom Planwerk erläutert den Anwesenden in der Schulturnhalle Dietenhofens die neuesten Details zur LAG Rangau. (Foto: Florian Pöhlmann)
Gunter Schramm (links) vom Planwerk erläutert den Anwesenden in der Schulturnhalle Dietenhofens die neuesten Details zur LAG Rangau. (Foto: Florian Pöhlmann)

Für das bislang federführende Planungsbüro war es die Zielgerade, für die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rangau geht es jetzt los: Mit der Festlegung der Entwicklungsziele und dem Beschluss der Geschäftsordnung steht die Interessenvertretung aus 20 Städten und Gemeinden kurz davor, ihre Arbeit aufnehmen zu können.

Gunter Schramm vom Planungsbüro „Planwerk.Stadtentwicklung“ atmete tief durch. Nach etwas mehr als einem Jahr war mit der Mitgliederversammlung in der Grund- und Mittelschule Dietenhofens die Vorarbeit aus seiner Sicht beendet. Zumindest beinahe. Bis zum 15. Juli 2022 müssen die Unterlagen nun noch beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München eingereicht werden.

Dann heißt es warten, ob die Beamten in der Landeshauptstadt Nachbesserungen wünschen und die zuständigen Gremien der Europäischen Union tatsächlich die LAG Rangau wie gewünscht in ihrem LEADER-Förderprogramm berücksichtigen.

Die EU steckt dabei den Rahmen ab, in dem sich die „Liaison entre les actions de développement de l'économie rurale“, zu Deutsch „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“, bewegt. Die Umsetzung des Leader-Programms aber gibt das jeweilige Bundesland vor, Details können sich da schon mal unterscheiden. „Wir hoffen, dass das Ministerium zufrieden ist mit den Informationen, die es bekommt“, meinte Schramm augenzwinkernd zu den Vertretern der neuen Aktionsgruppe.

Unter dem Motto „miteinander.füreinander.vereint“ will die in den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim beheimatete LAG Rangau das Kirchturmdenken hinter sich lassen, Parallelen entdecken sowie Ziele gemeinsam formulieren und umsetzen.

„Bürger gestalten ihre Heimat“ ist dabei das Credo, sprich: Vorschläge und Ideen können von der Bevölkerung jederzeit und fernab politischen Kalküls eingebracht werden. „Das gibt vielen Menschen Auftrieb. Bürger schlagen vor, reden mit und können Ideen umsetzen“, beschrieb der kürzlich zum LAG-Vorsitzenden gewählte Bürgermeister Bernd 
Meyer aus Sachsen bei Ansbach das Kernprinzip. „Nach den Reaktionen der Bürger ist das Thema Leader bei ihnen angekommen.“

Bei der Versammlung in Dietenhofen legten die Mitglieder nun fest, was die lokalen Entwicklungsziele beinhalten sollen. Bereits im Vorfeld hatten sich mittels Online-Befragung, Arbeitskreisen und Experteninterviews die Kernthemen herauskristallisiert. Von den fünf Entwicklungszielen wird das Gros der Maßnahmen die Themen Naherholung, Wandern und Radfahren betreffen. Aber auch dem unter „Soziales, Ehrenamt, Gemeinschaft“ firmierenden Feld wird große Bedeutung eingeräumt.

Einzelmaßnahmen werden von der EU mit bis zu 200.000 Euro gefördert. Was genau bezuschusst und verwirklicht wird, legt ein Entscheidungsgremium anhand einer Punktetabelle fest.

Im nächsten Schritt wird das Ministerium die nun in Dietenhofen beschlossenen Entwicklungsziele prüfen. Ist etwas zu schwammig formuliert, kann in einer zweiten Runde nachgeschärft werden. Die Anerkennung der LAG soll dann laut LEADER-Koordinator Ekkehard Eisenhut im Frühjahr 2023 erfolgen. Erst dann geht die Arbeit so richtig los.

Florian Pöhlmann

Dieser Artikel erschien erstmals am 6. Juli 2022 in der FLZ

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