Am Aschermittwoch war Bürgerversammlung in Dachsbach. Mit den üblichen politischen Veranstaltungen am Beginn der Fastenzeit hatte die Zusammenkunft außer dem Datum wenig gemein. Vor allem zu Beginn ging es um sehr ernste Angelegenheiten.
Am Start gab es eine kurze Verzögerung, denn zunächst mussten zusätzliche Stühle in den Saal der Goldenen Traube gebracht werden. Der Grund: Mit rund 300 Besucherinnen und Besuchern waren viel mehr Menschen als in den vergangenen Jahren zur Bürgerversammlung erschienen. Darüber, ob der gewaltige Zustrom etwas mit den jüngsten Ereignissen zu tun hatte, lässt sich nur spekulieren.
Gastgeber Peter Kaltenhäuser brachte diese Ereignisse gleich zu Beginn zur Sprache. Dabei las der Dachsbacher Bürgermeister – anders als im weiteren Verlauf der Versammlung – vom Blatt ab, offenbar um Emotionen herauszunehmen. Denn die zerstörerischen Aktionen, die sich kaum zwei Tage vorher am Rathaus und vor dem Einkaufsmarkt abgespielt haben, gehen ihm buchstäblich sehr nahe.
Wie berichtet war auf der Treppe zum Rathaus und drumherum großflächig Altöl verschüttet und die Eingangstür mit weißer Farbe besprüht worden. Im gleichen Zeitraum war an einem Wahlplakat beim Eingang des örtlichen Einkaufsmarktes das Porträtfoto des Rathauschefs beschmiert worden, ebenfalls mit weißer Farbe. Für Kaltenhäuser ist daher klar: „Das richtet sich nicht gegen den Markt Dachsbach allgemein. Das richtet sich gegen mich. Mich persönlich“, sagte der einzige Bürgermeisterkandidat bei den anstehenden Wahlen.
Kaltenhäuser zeigte sich gleichermaßen fassungslos und unerschrocken: „Wer annimmt, mit solchen Aktionen Druck ausüben oder einschüchtern zu können, verkennt die Situation. Das Gegenteil ist der Fall: Sie bestärken mich darin, meinen eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuführen.” Weiter sprach er von einer „feigen und mutwilligen Zerstörung“ fremden Eigentums und der Umwelt. Für seine klare Positionierung bekam Kaltenhäuser lang anhaltenden Beifall.
Was das Motiv für diese spezielle Sachbeschädigung sein könnte, erschloss sich im Verlauf der Bürgerversammlung nicht. Es entstand jedenfalls an keiner Stelle der Eindruck, als wäre die Bevölkerung polarisiert. Ein großes Konfliktthema, das alle beschäftigt, scheint es in der Aischgrundgemeinde nicht zu geben. Die Diskussion um eine Handvoll Bauplätze, die an der Pfarrer-Enz-Straße entstehen könnten, verlief in ruhigen Bahnen. Es gibt verschiedene Auffassungen darüber, ob dort nur Wohnhäuser oder einige kleinere Gewerbebetriebe hinkommen sollen, doch dass diese Debatte der Auslöser für einen derartigen Exzess sein könnte, erscheint schwer vorstellbar.
Ansonsten kam an diesem Abend nichts Konfliktträchtiges zur Sprache. Kaltenhäuser informierte über die laufende Verlegung der Glasfaserkabel in weiten Teilen der Gemeinde. Dabei unterstrich er erneut, dass die Anschlüsse kostenlos seien – egal, ob mit oder ohne den Abschluss eines Vertrags mit einem Provider. Eine nachträgliche Anbindung werde allerdings Geld kosten. Deshalb sein Appell: „Wenn ihr jetzt die Chance habt, dann tut das auf jeden Fall.“ Ein Hausanschluss komme nicht automatisch. „Er muss bestellt werden.”
Ebenfalls um Anschlüsse, wenngleich anderer Art, ging es beim Thema Nahwärmenetz. Bekanntlich wollen die Gemeinden Dachsbach und Gerhardshofen im Umfeld von Schule und Feuerwehrhaus ein solches aufbauen. Mit 69 Absichtserklärungen, davon 52 aus Dachsbach, habe man „glaube ich, eine vernünftige Basis“, so Kaltenhäuser, sogar dann, wenn noch einige abspringen sollten.
Einiges sei in dieser Angelegenheit noch im Fluss und nicht abschließend geklärt. So sei in Dachsbach zunächst nur der Streifen westlich der Erlanger Straße und südlich der B 470 als Potenzialgebiet für den Ausbau im Gespräch gewesen. Doch nachdem sich noch weitere Interessenten gemeldet hätten, sehe es laut Bürgermeister nach einer Erweiterung aus. Vor diesem Hintergrund würden gegenwärtig die Anschlusspreise neu kalkuliert. Auf Nachfrage aus der Zuhörerschaft stellte Peter Kaltenhäuser eine Summe von rund 19.000 Euro in den Raum – ohne Garantie und nur als ungefähre Größe, an der sich je nach Auslastung noch etwas ändern könne.