Rund zehn Monate ist es noch hin bis zur Kommunalwahl am 8. März 2026. Doch schon jetzt steht fest, dass Heilsbronn einen neuen Bürgermeister bekommen wird. Amtsinhaber Dr. Jürgen Pfeiffer (CSU) wird nicht mehr für den Posten kandidieren. Mit Sebastian Gaukler steht der Wunschnachfolger der CSU bereits parat.
„Es war für mich immer eine Berufung, eine Ehre und eine Freude, Bürgermeister von Heilsbronn und seinen Ortsteilen sein zu dürfen“, sagt Pfeiffer im Gespräch mit der Fränkischen Landeszeitung. Damit endet im März 2026 ein Lebensabschnitt, der für den Heilsbronner Rathauschef im März 2008 begonnen hatte. Damals setzte er sich bei den Wahlen auf Anhieb mit 52,7 Prozent der Stimmen gegen Carl-Heinz Zischler (SPD, 20,5 Prozent), Peter Stemmer (Freie Wähler, 20,2 Prozent) und Klaus Ferdinand Moser (Die Wahlalternative, 6,4 Prozent) durch.
Die Entscheidung, für die er „relativ lange“ gebraucht hat, ist dem 63-Jährigen nach eigenen Worten alles andere als leicht gefallen. In der vergangenen Wochen und Monaten hat sich Pfeiffer Gedanken gemacht, auf einem leeren Blatt Papier das Für und Wider einer erneuten Kandidatur aufgeschrieben.
Die Gründe dafür würden auch in sechs Jahren noch die gleichen sein, wie Pfeiffer betont. „Ich bin aber zu der Erkenntnis gekommen, dass es letztlich wohl besser ist, aufzuhören, so lange es noch Spaß macht.“ Lieber wolle er aufhören, und der eine oder andere bedauere diesen Schritt, als dass die Bürger sagten „Gott sei Dank, dass er geht“.
Auch das Alter von Pfeiffer spielt eine gewisse Rolle. Der Bürgermeister wird heuer noch 64 Jahre alt. Er sei zwar zum Glück gesund, „aber man darf es auch nicht überstrapazieren“, hält er fest. Denn „ich habe immer alles gegeben und werde meine Kraft und Energie zu 100 Prozent für das Wohl von Heilsbronn einsetzen, so lange ich im Amt bin.“
In den 18 Jahren von Jürgen Pfeiffer an der Spitze der Stadt ist freilich viel passiert. Für ihn ist Heilsbronn die wirtschaftliche Brücke des Landkreises Ansbach in die Metropolregion Nürnberg. „Wir sind ein Wohn- und Wirtschaftsstandort.“ Knapp 10.000 Einwohner und über 4000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatze belegen dies nach seinen Worten. Er durfte zwei Kindertagesstätten, Peter Pan II und die Kita am Weiterndorfer Weiher, einweihen. Die Sanierung der Grundschule Heilsbronn sei auf den Weg gebracht. Weitere Projekte, die in seine Amtszeit gefallen sind, sind zum Beispiel die Marktplatzsanierung und auch die Hauptstraße, für die Heilsbronn nach achteinhalb Jahren jetzt endlich die Förderzusage bekommen hat.
Bei all dem ist Pfeiffer wichtig, „dass wir die Finanzen im Griff haben“. Rund 15 Millionen Euro an Rücklagen werden es Ende des Jahres sein, wie er berichtet. Zu Beginn seiner Bürgermeisterzeit waren es vier Millionen Euro. „Ich bin dem Stadtrat dankbar, dass er diese Haushaltspolitik mitgetragen hat.“ Diese Dankbarkeit verspürt Pfeiffer auch, wenn es um seine Stellvertreter und die Zusammenarbeit mit ihnen geht.
Die Heilsbronner CSU hat die Weichen für die Zeit nach Jürgen Pfeiffer bereits gestellt. Der Ortsvorstand will den 42-jährigen Sebastian Gaukler ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken. „Er bringt alle Voraussetzungen mit und kennt die Menschen bei uns“, hält Pfeiffer fest.
Der verheiratete Vater zweier Kinder wohnt mit seiner Familie im Stadtteil Bürglein, wo er auch in den örtlichen Vereinen aktiv ist oder war – unter anderem beim Sportverein und der Feuerwehr. Seit Juli 2015 ist er der Geschäftsleiter von Markt Erlbach, weiß also, wie die Abläufe in einem Rathaus sind.
Sebastian Gaukler ist sich bewusst, dass die Fußstapfen, die Jürgen Pfeiffer hinterlässt, sehr groß sind. „Aber ich traue mir das zu und möchte das machen“, betont er. „Die Themen in Heilsbronn sind nicht anders als in Markt Erlbach.“ Die Gesetze sind für ihn Leitplanken statt Schienen. Sprich: Im Rahmen der Möglichkeiten will er die Spielräume soweit wie möglich ausnutzen, „um die bestmögliche Lösung zu finden“. Und weiter: „Ganz wichtig ist mir der direkte Kontakt mit den Bürgern.“