Tosender Beifall und Ovationen haben nach zwei Zugaben das zweistündige Benefizkonzert des Bürgermeisterchors im Landkreis Ansbach und des Dinkelsbühler Blechbläserensembles in der St.-Johannis-Kirche in Aufkirchen beendet.
Eingeladen hatten die Kirchengemeinde und der Förderverein St. Johannisorgel, um für die Restaurierung der Orgel einen finanziellen Beitrag zu generieren. Das Motto des Konzerts lautete „Von Herzen gesungen“. Und zu Herzen und ins Gemüt gingen auch die sorgsam ausgewählten Lieder.
Moderiert von Alfons Schock, ehemaliger Bürgermeister von Burgoberbach, spannte sich beim knapp 50-köpfigen Chor der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises Ansbach ein feiner musikalischer Bogen: von klassisch-kirchlichem Repertoire über bekannte Lieder und Melodien.
Ebenso breit gefächert waren die Darbietungen des Dinkelsbühler Blechbläserensembles. In der Besetzung Frank Prechter (Tuba), Otto Czech (Posaune), Johannes Kraus (Posaune), Stefan Schneider (Trompete) und Armin Bestelmeyer (Trompete) zog das Quintett alle Register: vom Disney-Arrangement „My Dream“ und Werken von Giuseppe Verdi – inklusive Szenenapplaus für Stefan Schneiders Gesangseinlage aus „La traviata“ – bis hin zu originellen Gstanzl und Kärwa-Melodien.
Den stimmgewaltigen Bürgermeisterchor – beim Konzert in Aufkirchen waren mit Elisabeth Stammler (Gebsattel) und Ursula Weiß (Bruckberg) auch zwei Frauen dabei – stellte der seit elf Jahren verantwortliche Chorleiter Friedrich Wörrlein vor. Mitsamt der Historie.
Bei einem Ausflug der Bürgermeister nach Südtirol hatten einst Altbürgermeister Rudolf Ebert (Insingen), der ehemalige Landrat Rudolf Schwemmbauer und der frühere Gerolfinger Bürgermeister Ernst Pirner gemeinsames Singen angeregt. Das Potenzial war schnell erkannt. Bei der Verabschiedung des früheren Landrats Georg Ehnes im Jahr 1990 kam es laut Wörrlein zum ersten Auftritt. Seitdem wurden bei Konzerten und durch den Verkauf von Tonträgern über 215.000 Euro für soziale und kirchliche Zwecke gesammelt.
Gerolfingens Altbürgermeister Robert Höhenberger, selbst aktiver Sänger, hatte um ein Konzert für die Orgelrestaurierung in Aufkirche gebeten, aber bei nur zwei Kirchenkonzerten im Jahr sei Geduld gefragt gewesen, so Wörrlein. Sein Dank galt Thomas Schwemmbauer, Sohn des Gründungschorleiters Rudolf Schwemmbauer, der an Klavier und Orgel begleitete und den Chorleiter unterstütze. Gut harmoniere das Blechbläserensemble mit dem Chor, bescheinigte Wörrlein. Es sei ein stimmiges, ansprechendes und unterhaltsames Programm entstanden.
Dafür dankte auch Gerolfingens Bürgermeister Karl Fickel. Sein Wunsch nach der Restaurierung der barocken Orgel aus dem Jahr 1663 wäre eine vielseitige Nutzung des herausragenden Instruments mit Seminaren, mit musikalischen Fortbildungen und einer Person, die die Begeisterung für dieses Instrument weitertragen kann. Ziel sei die Wiedereinweihung zum Erntedankfest 2026 mit einem Konzert in der St.-Johannis-Kirche. Der Gesamtaufwand wurde vom Orgelbeauftragten der Kirchengemeinde, Rainer Schülein, auf 430.000 Euro beziffert, wovon Eigenmittel in Höhe von 234.000 Euro aufgebracht werden müssen.