Seit fast einem Jahr laufen die Arbeiten an der Mitteleschenbacher Grundschule. Bis alles fertig ist, wird es noch rund eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Kosten soll das Projekt insgesamt rund acht Millionen Euro. Nun lagen erneut Angebote von einigen Firmen vor – nicht mit allen war das Gremium einverstanden.
Bei der Vergabe der Elektroinstallation gab es noch keine Debatte. Einstimmig vergab der Rat die Arbeiten für rund 618.000 Euro an die Firma Loy Energie-Technik-Center aus Muhr am See. Die Kostenschätzung hatte bei 710.200 Euro gelegen.
Dann wurde es spannender. Bei den Sanitärarbeiten lag das günstigste Angebot bei 185.200 Euro. Dieses legte die Firma Friedrich Knoll aus Merkendorf vor – und bekam den Zuschlag. Zwei Räte stimmten allerdings dagegen. Die Kosten waren hier nicht das Problem, das Angebot lag sogar leicht unter der eingeplanten Summe. Beate Engelhardt (CSU) wollte jedoch wissen, ob ein Sanitärunternehmen aus dem eigenen Gemeindegebiet angesprochen wurde. Bürgermeister Stefan Bußinger (SPD/UW) verneinte dies deutlich: „Das darf man nicht, das ist rechtlich verboten.”
Mit den Heizungsinstallationen wurde ebenfalls die Firma Knoll aus Merkendorf für 350.900 Euro beauftragt. Vorgesehen waren rund 30.000 Euro weniger, deshalb stimmten auch hier Engelhardt und Reinhold Gulden (CSU) dagegen. Engelhardt: „Wenn es immer höher ist, dann schaffen wir es nicht. So können wir nicht weitermachen.” Ingo Wittmann (Dritter Bürgermeister, CSU) fand dagegen, dass die Abweichung noch im Rahmen sei. Auch Bußinger betonte, Schätzungen werden immer etwas über- oder unterschritten, besonders weil sie inzwischen drei Jahre alt sind und weitere Krisen auf der Welt dazukamen.
Bei den bisherigen Vergaben sei man immer unter der Schätzung geblieben, betonte der Rathauschef. Auch bei allen vier Vergaben, die in dieser Sitzung vorlagen, habe man insgesamt beinahe eine Punktlandung hingelegt.
Die Firma LWK Leipziger Lüftungs- und Klimaanlagenbau aus Leipzig gab für die Belüftung mit 325.500 Euro das günstigste Angebot ab. Vorgesehen waren vom Planungsbüro etwa 236.800 Euro. Diese markante Lücke sorgte für viele Fragezeichen.
Bußinger erklärte: In der ursprünglichen Schätzung habe die Belüftung für den Mehrzweckraum im Keller gefehlt. Diese sei aber mit ausgeschrieben worden, weil sie notwendig sei. Reinhold Gulden warf ein, dass eine solche Änderung vom Architekten mit dem Gremium besprochen werden müsse. Kerstin Seitz-Knechtlein (Zweite Bürgermeisterin, CSU) warf in der Debatte mehrmals ein, dass man genau hinschauen sollte, was man wirklich brauche und ob man nicht das ein oder andere „Luxusteil” streichen könnte.
Bußinger erklärte, dass man nicht ohne Weiteres große Dinge verändern könne, da für Schulen einerseits strenge Vorschriften gelten, andererseits aber auch Fördergelder an Bedingungen geknüpft sind. Der Rathauschef zückte kurzerhand das Handy und rief den Planer an. Die Fristen für das Angebot laufen nicht in den kommenden Wochen ab, also wird der Planer die Änderung in der nächsten Sitzung erläutern. Der Beschluss in diesem Punkt muss also warten.
Dann präsentierte Bußinger noch einen Nachtrag der Firma Stein. In einem Teilbereich des Kellers im Bestandsgebäude war keine Bodenplatte. Das konnte so nicht bleiben. Die Baufirma hat das alte Material also abgetragen und eine Platte gegossen. Dafür fallen rund 12.700 Euro an. Das zuständige Ingenieurbüro hatte den Nachtrag laut Verwaltungsunterlage geprüft.
Das Gremium war damit aber ebenfalls nicht einverstanden. Der Mangel hätte bereits früher festgestellt werden müssen, außerdem seien zahlreiche Posten nach oben korrigiert worden. Auch hier soll in der kommenden Sitzung eine Erklärung her. Der Punkt wurde vertagt.