In Gebsattel wird zur Kommunalwahl am Sonntag, 8. März, ein Stimmzettel weniger ausgegeben, denn das Leitungsamt der Gemeinde steht nicht zur Disposition. Zu entscheiden ist aber über die künftige Zusammensetzung des zwölfköpfigen Ratsgremiums. Es gibt nur eine Liste mit Kandidierenden. Angekündigt war eigentlich eine zweite.
Es waren komplizierte Zeiten, in denen sich die Kommune mit ihren rund 1750 Einwohnerinnen und Einwohnern zwischen Ende 2023 und Anfang 2025 befand, denn Gerd Rößler, der das Amt seit 2010 innehatte, war wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr in der Lage, das Amt auszuüben.
Die Vertretung übernahm in dieser Phase die zweite Bürgermeisterin Elisabeth Stammler. Bis über Rößlers Antrag auf vorzeitige Versetzung in den Ruhestand entschieden war, dauerte es mehrere Monate. Erst Ende November 2024 waren alle Formalitäten geklärt, so dass ein Termin für die Neuwahl des Gemeindeoberhaupts festgelegt werden konnte. Der Urnengang fand zeitgleich mit der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar 2025 statt.
Um die Rößler-Nachfolge bewarben sich als Kandidatin der Gemeinsamen Liste Gebsattel zweite Bürgermeisterin Elisabeth Stammler sowie der ortsansässige Bäckermeister und Unternehmer Jakob Braun, der für die neugegründete Gruppierung Unabhängige Gebsattler antrat.
Stammler machte mit 59 zu 41 Prozent das Rennen. Seit einem guten Jahr ist sie inzwischen Rathauschefin. Gewählt wurde die Bürgermeisterin nicht nur für die übliche Dauer von sechs Jahren, sondern ausnahmsweise für etwas mehr als sieben Jahre. Dadurch wird es möglich, das nächste Bürgermeister-Votum in Gebsattel wieder mit den regulären bayerischen Kommunalwahlen im Frühling 2032 zusammenzulegen.
Die Unabhängigen Gebsattler um Jakob Braun hatten eigentlich angekündigt, trotz der Niederlage bei der Bürgermeisterwahl kommunalpolitisch aktiv zu bleiben und zur Gemeinderatswahl 2026 mit einer eigenen Liste antreten zu wollen. Dazu kam es aber nicht. Bis zum Stichtag Mitte Januar 2026 ging lediglich ein Wahlvorschlag ein: jener der Gemeinsamen Liste Gebsattel.
Jakob Braun erklärte dazu auf Anfrage der Redaktion, dass er die Entscheidung getroffen habe, sich aus der Kommunalpolitik in Gebsattel künftig herauszuhalten. Er habe vor der Bürgermeisterwahl 2025 und auch noch in den Monaten danach „unschöne Erfahrungen gemacht” und viel Gegenwind gespürt. Das alles wolle er sich selbst, seiner Familie und vor allem auch seinem Unternehmen nicht weiter zumuten, so Braun.
Bei den Unabhängigen Gebsattlern mische er deshalb inzwischen nicht mehr mit. Die Gruppierung als solche bestehe formal aber noch, wenngleich zur Gemeinderatswahl 2026 keine Kandidierenden-Liste aufgestellt worden sei. Bei der nächsten Wahl 2032 könne das wieder anders sein, erklärte Braun gegenüber der Redaktion.
Durch diese Entwicklung ist das Tableau der Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl am Sonntag, 8. März, ziemlich übersichtlich. Für die zwölf Sitze im Ratsgremium bewerben sich über die Gemeinsame Liste Gebsattel 16 Personen, darunter vier Frauen. Elf Kandidierende kommen aus Gebsattel, drei aus Wildenhof und zwei aus Kirnberg.
Angeführt wird die Liste von Hans-Heinrich Bigge und Liane Döhler-Mauer, die beide bisher noch keine Ratsmandate haben. Von denen, die dem aktuellen Gremium angehören, treten Heidi Fiedler, Matthias Hezner, Andreas Klein, Helmut Köhler, Claudia Mühleck und Tim Schnaubelt wieder an.
Für sie gehe es bei der Gemeinderatswahl am 8. März weniger um Politik, als vielmehr um die Sache, hatte Rathauschefin Elisabeth Stammler bei der Listennominierung im Dezember betont. Transparenz und Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern hätten für sie große Bedeutung. Es gehe darum, die Gemeinde nach einer schwierigen Umbruchphase mit Pragmatismus und konstruktiv weiterzuentwickeln, so ihr Credo.