Was das 4:0 der SpVgg Ansbach in der Fußball-Regionalliga gegen die SpVgg Hankofen-Hailing auch war: die Wiedergeburt des Torjägers Patrick Kroiß. Ein Grund mehr, warum die nullneuner mit Zuversicht zum Auswärtsspiel beim TSV Buchbach reisen (Freitag, 21. März, 19 Uhr).
Man hatte sie lange vermisst, diese Kroiß-Momente, diese besonderen Tore, Tore überhaupt von der Ansbacher Nummer zehn. Eines schoss Kroiß im ersten Spiel beim 1:4 gegen den 1. FC Nürnberg II im Juli. Und dann 34 Wochen lang keines mehr.
Bis zur dritten Minute im Spiel gegen Hankofen. Kroiß legt den Ball flach am Torhüter vorbei, ein schöner Angriff, ein schönes Tor, aber keine Kunst. Die kommt eine Viertelstunde später. Der Lupfer zum 2:0 erinnerte in seiner Finesse an den Kroiß früherer Jahre.
Nicht extrem mit mir gehadert.
„Die Wiedergeburt des Torjägers stimmt, aber die Wiedergeburt des Spielers ist es nicht. Er liefert schon die ganze Saison über starke Leistungen und ist nach dem Winter noch besser geworden“, sagt SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber über den 30-jährigen Angreifer. Natürlich kann ein Stürmer auch gut spielen, ohne dass er in der Torschützenliste erscheint.
„Es ist nicht so, dass ich in der Zeit ohne Treffer extrem mit mir gehadert habe. Aber die zwei Tore tun einem schon gut“, sagt Kroiß selbst. Als Zuarbeiter für zwei weitere Treffer holte sich Kroiß nicht die ersten Scorerpunkte der Saison ab, aber eigene Treffer sind dann doch noch ein Erfolgserlebnis ganz anderer Güte. „Sein Wert für das Team ist auch ohne Tore groß. Er arbeitet hart und hat sich die zwei Treffer wirklich verdient“, so Reutelhuber.
Die Einschätzung, dass er nach dem Winter noch besser in Form ist als zuvor, teilt Kroiß. „Ich habe wirklich viel gemacht in der Vorbereitung, man wird ja auch nicht jünger“. Auch Sturmpartner Michael Sperr zahlte gegen Hankofen nach drei Spielen Pause seit November wieder auf sein Trefferkonto ein.
Nachdem er in den Testspielen im Winter fast nach Belieben getroffen hatte, dauerte es im neuen Jahr doch eine Weile bis zum zehnten Saisontor. Eine Saisonpremiere war das Tor zum 3:0 für Daniel Schelhorn.
Zwei Stürmer, die wieder treffen, eine Abwehr, die die Null hält und eine Erfolgsserie, die jetzt drei Siege hintereinander umfasst. Würde man das Selbstvertrauen, das die Ansbacher (10. Tabellenplatz/32 Punkte) in diesem Jahr schon getankt haben, in Kisten packen und für das Auswärtsspiel verladen, müsste man die aufs Dach packen. Im Bus wäre nicht genug Platz.
Daran fehlt es freilich auch dem Gegner nicht. Die letzte Niederlage von Buchbach (6./41) datiert von Mitte Oktober, es folgten zehn Spiele ohne. In diesem Jahr hat die Truppe von Trainer Aleksandro Petrovic (ehemals Drittligaspieler für Dynamo Dresden und seit über zehn Jahren für Buchbach aktiv) fünf Punkte geholt. Einem 4:1-Sieg bei Türkgücüc München folgten ein 1:1 gegen Schwaben Augsburg und ein 2:2 (nach 2:0-Führung) bei Wacker Burghausen.
Von zwölf Heimspielen hat Buchbach nur eines verloren (1:4 gegen Greuther Fürth II im August), aber auch nur sechs gewonnen.
Top-Torschütze mit neun Toren ist Tobias Sztaf, gefolgt von Tobias Stoßberger (sieben). Letzterer war unter den Torschützen beim 2:2 im Hinspiel. Für Ansbach, das damals eine halbe Stunde lang in Überzahl spielen durfte, waren Michael Sperr und Björn Angermeier erfolgreich. Sperr trifft ganz gerne gegen Buchbach. Beim 5:0-Heimsieg in der Vorsaison war er dreimal erfolgreich.
In der Buchbacher SMR-Arena sind die Ansbacher in der Regionalliga noch ohne Sieg. 2022 gab es dort ein 2:4, 2023 immerhin ein 0:0.
„Der Gegner stellt eine extrem ausgebuffte Mannschaft, die eklig zu spielen ist und viel Druck auf den Ball ausübt“, weiß Reutelhuber.
Abgesehen vom privat verhinderten Michael Belzner und dem langzeitverletzten Matthias Hahn gibt es keine Ausfälle. Belzners Job als Außenverteidiger soll Tom Abadjiew erledigen.
„Wenn wir jetzt nach Buchbach fahren, haben wir schon den Anspruch, dort auch zu gewinnen“, sagt Kroiß. Gerne mit, zur Not aber auch wieder ohne Tor von ihm