Sportliche Herausforderung: Ansbacher fährt mit dem Einrad nach Taizé | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.05.2025 20:08

Sportliche Herausforderung: Ansbacher fährt mit dem Einrad nach Taizé

Dominik Pelzer hat sich nach 529 Kilometern auf dem Einrad am Ortsschild von Taizé in Burgund selbst fotografiert. (Foto: Selfie/Dominik Pelzer)
Dominik Pelzer hat sich nach 529 Kilometern auf dem Einrad am Ortsschild von Taizé in Burgund selbst fotografiert. (Foto: Selfie/Dominik Pelzer)
Dominik Pelzer hat sich nach 529 Kilometern auf dem Einrad am Ortsschild von Taizé in Burgund selbst fotografiert. (Foto: Selfie/Dominik Pelzer)

Er war schon 19 Mal in Taizé, aber seine letzte Reise dorthin wird Dominik Pelzer wohl immer im Gedächtnis bleiben. Der 24-Jährige ist 529 Kilometer mit dem Einrad in den französischen Ort gefahren, um dort das Osterfest mit anderen jungen Leuten zu verbringen.

Für viele ist schon das Fahren weniger Meter auf einem Einrad mehr als eine Herausforderung. Aber in zehn Tagen nur auf dem Einrad, alleine mit dem Rucksack, einer Hängematte und großen Portion Motivation nach Frankreich zu radeln, das ist absolut außergewöhnlich.

Dominik Pelzer ist in Ansbach aufgewachsen und hat nach der Schule eine Ausbildung zum Holzmechaniker beim Schüller Möbelwerk in Herrieden absolviert. Er blieb dort zunächst weiter als Konstrukteur. In seiner Freizeit engagierte sich Dominik Pelzer in der katholischen Kirche und ist in der Jugendarbeit der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG) aktiv. Er gehört auch der Ortsleitung des Jugendverbandes an.

Fahrradtour durch Europa

Während seiner großen Fahrradtour durch Europa kam das Nachdenken, erinnert sich der junge Mann. In ihm keimte der Wunsch auf, „etwas anderes zu machen“. Er habe gemerkt, dass er etwas tun möchte, was den Menschen direkt hilft. Nach seiner Rückkehr entschied er sich deshalb, einen neuen Weg einzuschlagen und begann mit der Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Im vergangenen Jahr ist Dominik Pelzer mehr als 9000 Kilometer mit dem Fahrrad in Europa unterwegs gewesen. Doch für Taizé sollte es „bewusster, intensiver werden“. Viele seiner Freunde rieten ihm ab, mit dem Einrad eine so weite Strecke zurücklegen zu wollen. „Aber genau das hat mich erst recht angespornt“, erzählte er.

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Zur Vorbereitung auf die Tour fuhr er eine Woche vor dem Start von Ansbach zum Altmühlsee mit acht Kilogramm Gepäck auf dem Rücken. Dabei habe er gemerkt, „das wird härter als gedacht“. Trotz einiger Skepsis stieg Dominik Pelzer schließlich in den Zug nach Karlsruhe und begann von dort seine Fahrt nach Taizé.

Mit 16 Kilogramm Gepäck legte er zwischen 50 und 67 Kilometer pro Tag zurück. Übernachtet wurde „irgendwo, wo die Hängematte zwischen zwei Bäumen aufgehängt werden konnte“. Nur zwei Mal gönnte er sich den Luxus eines Campingplatzes inklusive einer Dusche.

Ansbacher erlebt Hilfsbereitschaft unterwegs

Unterwegs habe er überall große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erlebt. „Egal, wo ich war, ich habe immer Wasser bekommen, die Leute waren unglaublich freundlich“, erzählt er mit einem Strahlen im Gesicht. Besonders schön empfand er die Begegnung mit wildfremden Campern. Als Dominik Pelzer merkte, dass er die Gurte seiner Hängematte verloren hatte, schenkten sie ihm ohne großes Zögern neue Gurte. „Diese Hilfsbereitschaft unterwegs ist unbeschreiblich gewesen“, zeigt sich der 24-Jährige dankbar.

Taizé sei für ihn ein ganz besonderer Ort, schildert der junge Mann. Als Kind und Jugendlicher sei er oft dort gewesen. Die geistliche Gemeinschaft dort habe Taizé zu einem spirituellen Ort für ihn werden lassen. In der ökumenischen Gemeinschaft half er beim Sortieren der Gebetbücher mit, half beim Anzünden der Kerzen und fand die Ruhe, die er gesucht hatte.

Inzwischen ist Dominik Pelzer zurück im Alltag. Immer noch fährt er viele Strecken liebend gerne mit dem Einrad. Er hat aber auch eine Botschaft von seiner Tour mitgebracht, die er auch den Jugendlichen in der KjG immer wieder sagt: „Lasst euch nicht einreden, was geht und was nicht. Probiert es aus – genau daran wächst man.“ Alle, die eine verrückte Idee im Kopf haben, sollen auch versuchen, sie umzusetzen. „Macht einfach das, worauf ihr Bock habt.“


Von Alexander Biernoth
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