Die Bayern feiern beim Oktoberfest, Spitzenreiter in der Fußball-Bundesliga ist aber Rivale Borussia Dortmund. Grund zum Jubeln haben am Wochenende auch die deutschen Volleyballer, Tennisstar Alexander Zverev und Radfahrerin Franziska Koch. Doch es gab auch eine traurige Nachricht. Das waren die wichtigsten Ereignisse des Sport-Wochenendes:
In Lederhosen und Haferlschuhen bahnten sich die Bayern-Stars um 100-Tore-Rekordler Harry Kane und den mit einer blauen Mütze auffallenden Fußball-Magier Michael Olise den Weg ins Bierzelt. Bei schönstem Oktoberfest-Wetter konnte das Meister-Ensemble von Trainer Vincent Kompany zünftig in Tracht auf das mächtige 7:0 gegen Union Berlin anstoßen. Auch wenn der FC Bayern vom Topstarter Borussia Dortmund am Abend zuvor wieder von der Tabellenspitze der Bundesliga verdrängt werden konnte. „Pro Tor eine Maß? Wäre keine gute Idee“, scherzte Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen auf die Frage nach dem Bierkonsum.
Borussia Dortmund ist nach dem 1:0 beim VfB Stuttgart neuer Bundesliga-Tabellenführer. Bayer Leverkusen setzte sich am Sonntag im Duell mit RB mit 2:0 (1:0) durch. Im Aufsteiger-Duell zwischen Schalke 04 und SV Elversberg kam es zu einem 0:0, am Abend feierte der SC Paderborn gegen die TSG 1899 Hoffenheim einen 3:1-Erfolg und damit den ersten Sieg im Fußball-Oberhaus seit mehr als sechs Jahren.
Niko Kovac kämpfte spürbar mit den Tränen, die Stimme stockte. „Ein toller Mensch ist von uns gegangen“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund: „Das ist natürlich ein Schock.“ Ein Interview später für das „Sportstudio“ des ZDF sagte Kovac sogar ab. Der Tod von Peter Hermann, dem Co-Trainer in Deutschland, nahm aber nicht nur Kovac emotional mit. Hermann starb am Samstag. Er wurde 74 Jahre alt, wie sein früherer Club Bayer Leverkusen unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Hermann litt an einer nicht heilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems. Ob in Leverkusen, Dortmund, auf Schalke, in Hamburg, München, Düsseldorf oder in Frankfurt am Main am Sitz des Deutschen Fußball-Bundes, für den Hermann als Co-Trainer für Junioren-Teams gearbeitet hatte: Hermann hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Hannover 96 hat einem neuen Hoffnungsträger: Sandro Wagner ist der neue Trainer des Zweitligisten. Der 38-Jährige ist ehemaliger Spieler und Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, ein selbstbewusster Typ mit großer Außenwirkung. In der niedersächsischen Landeshauptstadt ist er so etwas wie die personifizierte Hoffnung, dass aus dem ersehnten Aufstieg in die erste Liga doch noch etwas wird. Sein Vorgänger Christian Titz musste schon nach fünf Spieltagen gehen, weil Clubs wie Hertha BSC und der 1. FC Nürnberg dem Aufstiegskandidaten 96 bereits weit enteilt sind.
Eine Woche nach seinem US-Open-Triumph in New York hat Alexander Zverev das deutsche Davis-Cup-Team zur Endrunde nach Bologna geführt. Der Weltranglisten-Zweite gewann im westfälischen Halle gegen Kroatien seine beiden Einzel und legte damit den Grundstein für das Weiterkommen. Das Doppel Kevin Krawietz und Tim Pütz holte den dritten Punkt zum 3:1-Sieg, die Niederlage von Daniel Altmaier am Samstag fiel so nicht ins Gewicht. „Wir als deutsche Mannschaft werden irgendwann älter. Ich glaube, dass wir dieses Jahr und vielleicht auch noch die nächsten zwei, drei Jahre die Chance haben. Und ich möchte jede Chance nutzen, den Davis Cup zu gewinnen“, hatte Zverev gesagt.
Auftakt nach Maß für das deutsche Team bei der Straßenrad-WM: Franziska Koch gewann im Einzelzeitfahren auf dem 39,2 Kilometer langen Kurs von Montreal Bronze. Zur siegreichen Titelverteidigerin Marlen Reusser fehlten ihr 45,54 Sekunden. Die im Vorfeld ebenfalls als Medaillenkandidatin eingeschätzte Antonia Niedermaier erwischte keinen guten Tag und belegte am Ende Platz sieben. „Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, dass heute ein guter Tag wird. Ich bin wirklich sehr glücklich mit dieser Bronzemedaille“, sagte Koch. Bei den Männern holte sich der belgische Radstar Remco Evenepoel zum vierten Mal hintereinander Gold im Einzelzeitfahren.
Robert Farken feiert mit der Goldmedaille bei der Straßenlauf-WM in Kopenhagen den bisher größten Erfolg seiner Karriere. Der Leipziger setzte sich über die nicht olympische Meile (1,60934 Kilometer) in 3:51,80 Minuten gegen den leicht favorisierten US-Amerikaner Yared Nuguse durch. „Ich hatte das natürlich nicht erwartet. Aber ich habe ein bisschen davon geträumt, von einer Medaille. Doch mit Gold nach Hause zu kommen, ist wirklich sehr, sehr cool“, sagte Farken nach seinem Triumph in der dänischen Hauptstadt. Mit dem Silbermedaillengewinner Yared Nuguse hatte er gemeinsam trainiert und an den vergangenen vier Tagen die Unterkunft geteilt.
Die deutschen Volleyballer hüpften in Sofia nach ihrem 3:2-Sieg im EM-Achtelfinale in einer Jubeltraube über das Feld und ließen die lautstarken 12.000 Fans von Vizeweltmeister Bulgarien schlagartig verstummen. „Keine Ahnung, wie wir das geschafft haben. Es war unsere Energie - alle gemeinsam, wie eine Familie“, sagte Mittelblocker Anton Brehme nach dem Fünf-Satz-Krimi. Das Team geht jetzt mit mächtig Rückenwind in das Viertelfinale gegen Titelverteidiger Polen am Dienstag. Dafür habe man den ganzen Sommer gearbeitet, rief Bundestrainer Massimo Botti seinen Spielern zu. „Könnt ihr es spüren?“
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