Angesichts bislang unzureichend gefüllter Gasspeicher schlagen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) Alarm. Sie verlangen vom Bund, rasch für ausreichende Füllstände zu sorgen, und fordern eine nationale Gasreserve.
Die aktuelle Füllung der Gasspeicher bereite Sorgen, sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München. „Im Moment ist es noch zu wenig, und es deutet sich wieder eine Zitterpartie an.“ Der Bund müsse deshalb etwas tun, „und zwar sowohl für diesen Winter als auch für die nächsten“. „Wir brauchen letztlich am Ende eine nationale Gasreserve, ähnlich wie wir sie beim Öl haben“, forderte Söder. „Denn wenn das nicht vorangeht, dann kann passieren, dass Rationierungen stattfinden, und das wäre das maximal Schlechte.“
Aiwanger berichtete: „Wir haben in Deutschland derzeit einen Gasspeicherfüllstand von rund 50 Prozent.“ In Bayern mit den rein bayerischen Gaslagern liege man „deutlich darunter“. Nur gemeinsam mit Österreich, mit dem man hier eng zusammenarbeite, komme man auch in etwa auf 50 Prozent.
Nötig zum 1. November seien aber 70 Prozent. „Und wenn die Einspeicherung von Gas nicht deutlich schneller geht, dann werden wir diese 70 Prozent nicht erreichen“, sagte Aiwanger und warnte vor den Folgen: „Sollte ein kalter Winter kommen, sollten irgendwelche Lieferverzögerungen über das LNG-Gas und so weiter erfolgen, sollte sich eine internationale Krisensituation weiter zuspitzen, dann könnte aus heutiger Sicht sein, dass Gas knapp wird.“
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) müsse das Thema zur Chefsache machen. „Nicht mehr hoffen und beten, sondern jetzt anpacken und Gas bestellen und einlagern“, forderte Aiwanger. Man wolle keine Panik verbreiten. „Trotzdem dürfen wir uns hier nicht darauf verlassen, nach dem Motto, es wird schon gut gehen“. Deshalb bleibe er bei der Forderung nach einer nationalen Gasreserve. Die müsse auch nicht unbedingt 90 Tage reichen. „Wir wären bei der Gasreserve vielleicht schon mit drei Wochen ganz zufrieden, dass hier wirklich Gas auf Lager gelegt wird in den Gasspeichern und dann für Krisenzeiten abgerufen werden kann“, sagte er.
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