„Brrr“, ist das eine Kälte. Der Winter hat Teile des Landes fest im Griff. Mit spiegelglatten Straßen, Bürgersteigen und zugefrorenen Autos. Doch wie kriegt man die Eishöhle auf vier Rädern am besten wieder frei? Und was brauche ich?
Für die erforderlichen Arbeiten gibt es meist kostengünstige Gerätschaften wie Eiskratzer, Handbesen oder Enteiser-Spray im Autozubehörhandel oder im Baumarkt.
Und wer noch kann, sollte vorbereiten: Damit sich Eis auf der Frontscheibe gar nicht erst bildet, kann über Nacht auch eine Abdeckung aufgelegt werden, die mit den Türen fixiert wird. Die werden schon für niedrige einstellige Beträge angeboten.
Alles vereist? Für die Scheiben greift man am besten zu Kunststoffeiskratzern, die eine Sägezahnkante (gegen dicke Eisschichten) und eine glatte Eisschabekante haben, rät der ADAC. Beim Kratzen nicht zu doll drücken und nicht „wild hin und her“ kratzen.
Vorteil saubere Scheiben: auch im Winter die Scheiben möglichst immer frei von Schmutz halten, denn Schmutzpartikel wirken beim Kratzen schnell wie Schmirgelpapier. Wer beim Parken einmal kurz die Scheiben spült, ist beim nächsten Kratzen besser aufgestellt.
„Es kommt äußerst selten vor, dass Fahrzeuge so stark zufrieren, dass sie mit einem normalen Eiskratzer nicht mehr zu befreien sind“, äußert sich Fabian Faehrmann vom ADAC. Er rät bei starken Vereisungen zunächst die geriffelte Fläche des Eiskratzers zu verwenden. „Wenn auch das nicht hilft, dann sollte Enteiserspray verwendet werden.“
Was man gar nicht versuchen sollte: vereiste Scheiben mit heißem Wasser freizubekommen. Denn der drastische Temperaturwechsel führt oft zu Spannungsrissen. Auch lauwarmes oder kaltes Wasser sollte man nicht versuchen, denn dieses würde zwar das Eis tauen, aber sofort wieder festfrieren. Und dann wäre die Eisschicht wohl noch dicker.
Manchmal hört man davon, etwa reinen Alkohol anstelle von Enteiserspray zu verwenden. „Das funktioniert grundsätzlich, da Alkohol den Gefrierpunkt des Eises senkt und es deshalb verflüssigt“, erläutert Fabian Faehrmann. Allerdings friere das Wasser-Alkohol-Gemisch erfahrungsgemäß sehr schnell wieder fest. Die Methode sei daher nicht zu empfehlen. Im Enteiserspray sind hingegen Zusatzstoffe enthalten, die ein erneutes Festfrieren verhindern.
Aber nicht nur die eigene Sicht muss bestmöglich gewährleistet sein.
Ach, und nicht vergessen, sich zu bücken: Auch die Kennzeichen müssen lesbar sein, wollen nicht fünf Euro berappt werden.
Zuerst prüfen: Sind die Türdichtungen festgefroren oder ist das Schloss vereist? Moderne Autos mit Funk-Zentralverriegelung brauchen allerdings keinen klassischen Schlüssel für den normalen Zugang.
Lässt sich der Schlüssel drehen, respektive es „klackt“ beim Druck auf den Funkschlüssel, aber die Tür öffnet sich nicht, sind meist die Gummidichtungen festgefroren. Passt der Schlüssel nicht ins Schloss, ist dieses vereist. Dann entsprechenden Enteiser nutzen. Als Hausmittel zur Not nennt der ADAC: Desinfektionsmittel, die meist Alkohol enthalten.
So geht es dann weiter:
Und wer meint, beim Freiräumen schon mal den Motor anmachen zu können, um auch die Heizung in Gang zu bringen, lässt das lieber. Das Warmlaufenlassen des Motors verursacht unnötigen Lärm und belastet die Umwelt. Falls man erwischt wird, drohen auch noch 80 Euro Bußgeld.
Ein Rechenbeispiel: So verbraucht ein kalter Motor laut Tüv Thüringen im Stand je nach Hubraum und Bauart rund zwei Liter Kraftstoff pro Stunde. Demnach sorge eine fünfminütige Aufwärmphase sowohl bei Benzinern als auch bei Dieseln für rund mehrere Hundert Gramm vermeidbaren CO2-Ausstoß.
Falls Bußgeldwarnung und schlechtes Umweltgewissen nichts ausrichten: Auch technisch ergibt das Warmlaufen lassen keinen Sinn. So vergehen den Angaben zufolge „gut und gerne 20 Minuten“, bis ein Verbrennungsmotor die optimale Betriebstemperatur erreicht hat. Im normalen Fahrbetrieb wird er schneller warm - und damit auch die Heizung.
So sei es besser, auch direkt nach dem Motorstart loszufahren und speziell im Winter – motorschonend - früh zu schalten und auf hohe Drehzahlen zu verzichten.
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