So will sich der Toyota RAV-4 an der Weltspitze halten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.04.2026 00:08

So will sich der Toyota RAV-4 an der Weltspitze halten

Wer nicht viel wagt, gewinnt? Beim RAV-4 setzt Toyota mehr auf Evolution anstelle von Revolution. (Foto: Toyota/dpa-tmn)
Wer nicht viel wagt, gewinnt? Beim RAV-4 setzt Toyota mehr auf Evolution anstelle von Revolution. (Foto: Toyota/dpa-tmn)
Wer nicht viel wagt, gewinnt? Beim RAV-4 setzt Toyota mehr auf Evolution anstelle von Revolution. (Foto: Toyota/dpa-tmn)

Wie verbessert man einen Bestseller? Am besten ganz behutsam. Denn viel zu groß ist das Risiko, mit allzu gravierenden Änderungen die große Kundenschar zu verschrecken. Das wissen sie offenbar auch bei Toyota. Wenn im Juni die nächste Generation des RAV-4 in den Handel kommt, ist deshalb zwar alles neu, doch bleibt das SUV trotzdem ganz der Alte.

Schließlich ist der Konkurrent für Autos wie VW Tiguan, Hyundai Tucson oder Ford Kuga nicht nur das erfolgreichste Modell der Japaner, sondern zudem auch eines der meistverkauften der Welt. Nur ausgerechnet beim Preis wagt Toyota einen Sprung. Denn auf dem Papier wird der RAV-4 exakt 3.000 Euro teurer und startet jetzt bei 43.990 Euro.

Dafür haben die Japaner die Basisversion gestrichen, die Ausstattung erweitert und bieten so unter dem Strich sogar einen Kundenvorteil von mehr als 2.500 Euro, rechnen sie die neuen Preise schön.

Mehr Kanten für mehr Charakter

Dafür gibt es ein SUV, das zwar auf einer bekannten Plattform steht und deshalb mit 4,60 Metern Länge und 2,69 Metern auch die alten Abmessungen hat. Aber der RAV-4 leistet sich immerhin einen neuen Look: Er wird kantiger, bekommt mehr Charakter und sieht die Welt mit neuen, schärfer geschnittenen Augen, selbst wenn er gegenüber den vielen chinesischen Newcomern mit ihrem Raumschiffdesign fast ein bisschen altmodisch wirkt.

Auch innen krempelt Toyota den RAV-4 um und lässt trotzdem alles beim alten - zumindest auf den ersten Blick. Denn auch hier gibt es zwar ein paar neue, kantigere Schalter im rustikalen Bauklotz-Design und der Bildschirm über der Mittelkonsole ist etwas schlanker geworden. Aber es bleibt bei einem konventionellen Layout und der wie so oft bei Toyota eher freudlosen, grauen Kunststofflandschaft.

Neue Software für den Flirt mit der Generation iPhone 

Erst wenn mit der Zündung die Bildschirme aufflammen, merkt man etwas vom Generationswechsel. Beim verbesserten Head-up-Display mit größeren Grafiken. Und vor allem auf dem Touchscreen: Denn Toyota hat die Softwarearchitektur erneuert, bietet jetzt viermal mehr Rechengeschwindigkeit und achtmal mehr Speicherplatz und damit deutlich mehr Möglichkeiten.

Toyota verspricht mehr Apps und mehr individuelle Anpassungen, sodass Google- oder Waze-Karten jetzt sogar in den digitalen Instrumenten angezeigt werden können. Vor allem aber ist das System jetzt updatefähig und geht mit der Zeit, statt mit der Zeit zu veralten. Apps wie Spotify oder andere Streamingdienste können deshalb problemlos nachgeliefert werden.

Pfiffige Details bis hin zum Geheimfach

Aber Toyota hat nicht nur News für Digital Natives. Sondern die Japaner erweisen sich neuerdings auch als findige Praktiker. Es gibt deshalb überall pfiffige Ablagen bis zu den kleinen Geheimfächern hinter den Türgriffen, zwei kabellose Ladeschalen fürs Smartphone und eine Mittelkonsole, die fast so wandlungsfähig ist wie der Zauberwürfel aus den 1980er-Jahren. Den Deckel kann man dafür nicht nur von beiden Seiten öffnen oder ganz abnehmen, sondern man kann ihn auch wenden und dann als Tisch benutzen. Das hätten sie bei Skoda mit ihren Simply-Clever-Lösungen auch nicht besser hinbekommen.

Unter der Haube nur Hybrid 

Wer beim Blick unter die Haube dagegen echte Neuerungen erwartet, den enttäuschen die Japaner. Für Fortschrittsgläubige haben sie schließlich den rein elektrischen BZ4X im Angebot. Beim RAV-4 dagegen hält der Hybridweltmeister der Kombination aus Verbrenner und E-Maschine die Treue, optimiert aber die einzelnen Komponenten rund um den 2,5 Liter großen Vierzylinder mit 105 kW/143 PS.

Der klassische Hybrid - es gibt ihn als Fronttriebler mit 136 kW/185 oder als Allrad mit 142 kW/194 PS - fährt zwar auch weiterhin nur ein paar Hundert Meter elektrisch. Er ist aber immerhin noch einmal zehn Prozent sparsamer geworden und mit nun bestenfalls 4,9 Litern (CO2-Ausstoß: 112 g/km) ein echter Knauser.

Und beim Plug-in-Hybrid, wo die stärkeren E-Maschinen die Systemleistung auf 200 kW/272 oder 227 kW/309 PS bringen, haben sie einen 30 Prozent größeren Akku eingebaut. Mit jetzt 22,7 kWh kommt man nun bis zu 137 Normkilometer weit. Und damit man das möglichst oft ausnutzt, gibt’s neben den 11 KW Ladeleistung am Wechselstrom in einigen Varianten endlich auch einen DC-Lader mit immerhin 50 kW.

Unauffälliges Fahrverhalten

Auch am Charakter des RAV-4 ändert sich nichts und das Fahrverhalten des SUV ist im besten Sinne unauffällig: Er ist familienfreundlich, komfortabel abgestimmt, bremst ohne übertriebenen Biss und lenkt leicht, aber präzise.

Mehr Schärfe und Härte braucht es nicht, weil es der Toyota gern gemütlich angehen lässt. Selbst die stärkste Variante braucht von 0 auf 100 km/h immerhin 5,8 Sekunden und Schluss für alle ist bereits bei 180 km/h.

Aber gegenüber dem Vorgänger wirkt er noch ein bisschen souveräner und seriöser, schmatzt satter über schlechten Straßen und hinterlässt einen rundherum souveränen Eindruck.

Und die früher so oft kritisierte stufenlose Automatik haben die Japaner mittlerweile gut im Griff. Wer nicht mit den Messern zwischen den Zähnen fährt, erlebt keine Drehzahlorgien und keinen sogenannten Gummibandeffekt (Drehzahl des Motors passt gefühlt nicht zum gewohnten Vortrieb) mehr, sondern man schwimmt gelassen im Verkehr mit.

Fazit: Kein Risiko für niemanden 

Revolution geht natürlich anders. Denn so auffällig die neue Softwarearchitektur auch sein mag, bleibt sich der RAV-4 beim Generationswechsel treu und bietet der Kundschaft vertraute Kost.

Für den Hersteller mag das der Weg des geringsten Risikos sein. Aber auch die Kunden profitieren davon. Sie kaufen ein millionenfach bewährtes Auto, erleben da zwar keine Überraschungen, machen dafür aber sicher auch keinen Fehler.Datenblatt: Toyota RAV-4 PHEV 

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:260420-930-971143/1


Von dpa
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