Bundesligaschiedsrichter Florian Badstübner (32) aus Windsbach war in der noch jungen Fußballsaison schon vielfach im Einsatz – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa.
39 Spiele hat Badstübner in der Bundesliga bisher geleitet. Derzeit bestreitet er seine vierte Saison in Deutschlands Eliteliga.
Zuletzt leitete er die Zweitligapartie zwischen Holstein Kiel und Hertha BSC Berlin (2:3), in der einiges geboten war. Hertha verspielte einen 2:0-Vorsprung, verschoss in der fast zehnminütigen Nachspielzeit einen Foulelfmeter, um einen weiteren Foulelfmeter zum Siegtreffer zu verwandeln.
„In der Schlussphase war das Spiel hektisch und aufregend, da war ich froh, dass der Videoschiedsrichter Hilfe geleistet hat“, erzählt Badstübner. Die lange Nachspielzeit dient dem Ziel, die Nettospielzeit zu erhöhen. 60 Minuten soll die künftig in der ersten Liga betragen, 55 in der zweiten.
Die Tätigkeit von Badstübner, der mittlerweile in Nürnberg wohnt, ist mit einigem Reiseaufwand verbunden. Zum Beispiel die Heimreise von Kiel. Von dort ging es mit dem Mietwagen zunächst zum Flughafen Hamburg und von dort mit Umsteigen in Frankfurt mit dem Flugzeug nach Nürnberg.
Auf Flughäfen kennt sich Badstübner mittlerweile fast so gut aus wie in Stadien. Im September war er als Vierter Offizieller bei zwei Qualifikationsspielen zur 2024 in Deutschland stattfindenden Europameisterschaft im Einsatz.
In Tiflis, der Hauptstadt von Georgien, traf Badstübner den Schiedsrichterbeobachter Nicola Rizzoli aus Italien, der das WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien geleitet hatte. Die Partie Georgien gegen Spanien endete mit einem 7:1-Erfolg der Iberer. Dann ging es für Badstübner gleich weiter wieder über Istanbul nach Vilnius, der Hauptstadt von Litauen und von dort im Auto nach Kaunas, wo die Partie Litauen gegen Serbien (0:3) gespielt wurde.
In der Europa-League sowie in der Conference-League war Badstübner in dieser Saison schon neunmal als Vierter Offizieller im Einsatz. Seine Reisen führten ihn unter anderem nach Enschede, Gent und Aberdeen.
Unlängst war er in Rennes, wo Stade Rennes gegen Maccabi Haifa mit 3:0 gewann. Einen Einsatz im stets stimmungsvollen Celtic-Park in Glasgow hatte er noch nicht. Leider. „Ein Einsatz dort wäre ein Traum“, sagt Badstübner.
Der nächste Auslandseinsatz am 13. Oktober führt Badstübner nach Tallin zum EM-Qualifikationsspiel zwischen Estland und Aserbaidschan.
Am Freitag, 29. September, hat er eine vergleichsweise kurze Anreise zu einem Bundesligaspiel. Dann geht es zur TSG Hoffenheim, die Borussia Dortmund erwartet. Sein 40. Einsatz in der ersten Liga auf dem Platz.
Die Orte mögen wechseln, die Leitlinien der Schiedsrichter sind immer gleich: „Fairplay, Respekt, Verantwortung und Professionalität“, referiert Badstübner.