Das erste von drei möglichen „Endspielen“ in der Fußball-Regionalliga Bayern führt die SpVgg Ansbach am Samstag, 3. Mai, ins altehrwürdige Rosenaustadion nach Augsburg (Spielbeginn 14 Uhr). Nach wie vor sechs Punkte Vorsprung haben die nullneuner auf den ersten Relegationsplatz.
Auch für Gastgeber TSV Schwaben Augsburg steht viel auf dem Spiel: Der hat als Tabellenzwölfter (Ansbach ist Elfter) nur fünf Zähler Vorsprung auf den ersten Relegationsrang, den Viktoria Aschaffenburg als Tabellenfünfzehnter inne hat. 40 (Ansbach), 39 (Schwaben Augsburg) und 34 (Viktoria) lautet das Punkteranking vor den letzten drei Saisonspielen.
Die Frage ist: Wie viele Punkte benötigt die SpVgg Ansbach noch zum gesicherten Klassenerhalt? „Hochrechnungen sind immer schwierig. Eigentlich mag ich gar keine aufstellen. Wir legen unseren Fokus auf einen Sieg bei Schwaben Augsburg und dann wage ich mich doch ein wenig aus dem Fenster: Dann könnte es zum Ligaerhalt schon reichen“, sagt Trainer Niklas Reutelhuber.
Das eigene Restprogramm ist durchaus ambitioniert: Nach der Partie bei den Schwaben kommt Wacker Burghausen (10. Mai) und zum Saisonabschluss geht es zur SpVgg Bayreuth (17. Mai). Aschaffenburg muss zu Greuther Fürth II, empfängt die Woche darauf Illertissen und absolviert sein letztes Saisonspiel bei Türkgücü München.
Außen vor lassen will Reutelhuber das noch immer nicht gelöste Problem mit den Regelverstößen von Schwaben Augsburg (zu wenig U23-Spieler aufgeboten – wir haben berichtet). Die Konkurrenz hat Einspruch gegen das Verbandsurteil, das Schwaben Augsburg die Punkte belassen hat, eingelegt. Nun muss das Oberlandesgericht Nürnberg entscheiden. „Darauf haben wir sowieso keinen Einfluss“, sagt der SpVgg-Coach, „also bringt es auch nichts, darauf zu spekulieren, ob die Schwaben doch noch Punkte abgezogen bekommen.“
Fakt ist, dass die Augsburger als Aufsteiger eine mehr als respektable Saison spielen. „Für mich ist diese Truppe, neben unserer, diejenige Mannschaft in der Liga, die am intensivsten spielt. Die Schwaben spulen mehr Kilometer pro Spiel ab als andere und praktizieren ein sehr gutes Umschaltspiel“, hat Reutelhuber beobachtet.
Das Hinspiel haben die Ansbacher nach Toren von Michael Sperr und Nico Hayer bei einem Gegentreffer des Franzosen Timothee Diowo mit 2:1 gewonnen. „Das war eine super Leistung von uns. Der Sieg war absolut verdient“, erinnert sich Reutelhuber an den 19. Oktober 2024.
Einen ausgewiesenen Torjäger hat das TSV-Team um Trainer Matthias Ostrzolek (Ex-Bundesliga-Profi beim FC Augsburg und Hamburger SV) nicht in seinen Reihen. Der Großteil der 47 Saisontore verteilt sich auf viele Schultern. Je sechsmal getroffen haben Maximilian Heiß und der Deutsch-Thailänder Achitpol Keereerom. Auf fünf Tore bringen es Jonas Greppmeier, Benedikt Krug und Lukas Ramser.
Apropos Tore: Mit diesen geizte die SpVgg Ansbach, die seit fünf Spielen sieglos ist, in den vergangenen Wochen: Nur ein eigener Treffer (in der Vorwoche beim 1:1 gegen Türkgücü) wollte den nullneunern in den letzten vier Partien gelingen.
Dafür ließen die Ansbacher heuer in den elf Spielen nach der Winterpause nur neun Gegentore zu. Reutelhuber fasst dieses Ranking noch weiter: „In den ersten elf Saisonspielen kassierten wir 28 Gegentore, in den folgenden 20 Partien nur 20. Nur Kickers Würzburg ist in diesem Bereich besser. Also ein großes Kompliment an meine Mannschaft, die sich in der Defensive unglaublich stark entwickelt hat.“
Dabei war die SpVgg Ansbach gerade in der Abwehr wegen verletzter Spieler und Hinausstellungen häufig zu Umstellungen gezwungen. Noch für ein Spiel gesperrt ist Lukas Oberseider, so dass erneut Daniel Schelhorn den Part in der Innenverteididung an der Seite des ebenso überzeugenden Jonas Bayerlein mit übernehmen wird. Dass er das kann, hat er zuletzt gegen Türkgücü vorzüglich bewiesen.
Noch nicht festlegen wollte sich der Trainer bezüglich Wechsel im Mittelfeld und Angriff. „Drei, vier Positionen will ich noch überdenken. Aber egal wer spielt: Wir müssen bei Schwaben Augsburg wieder an unsere Grenzen gehen.“