Bei der Sabotage des Stromnetzes in Brandenburg geht Landesinnenminister Jan Redmann (CDU) davon aus, „dass wir da verdammtes Glück gehabt haben“. Nach jetzigem Stand habe nur einer von mehr als einem Dutzend „raketenähnlichen Gegenständen, die einen Treibsatz hatten“, sein Ziel erreicht, sagte der CDU-Politiker im Innenausschuss des Landtages. Ein Geschoss habe es am Dienstagmorgen geschafft, ein Kabel in die Höchstspannungsleitung zu transportieren, um eine leitende Verbindung mit dem Erdboden herzustellen.
Es seien keine handelsüblichen Silvesterraketen gewesen, aber durchaus vergleichbar, so Redmann. Die Täter hätten die Geschosse direkt unter den Leitungen in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack an der Grenze zu Sachsen positioniert, unweit des Kraftwerks Jänschwalde.
Nach Tatverdächtigen werde weiter gesucht - die Ermittlungen liefen in alle Richtungen. Die Tatausführung sei anders als bei bisherigen Anschlägen auf die Stromversorgung, die der linksextremistischen Szene zugeordnet werden, stellte Redmann klar. Bislang gebe es auch kein Bekennerschreiben. Ebenso wenig gebe es bisher aber einen Hinweis darauf, „dass eine ausländische Macht dahintersteht und mit geheimdienstlichen Mitteln agiert wurde“.
„Wir müssen gegenwärtig davon ausgehen, dass die Täter schon mehrere Tage vorher dort vor Ort unterwegs waren und die entsprechenden Anlagen installiert haben“, sagte der Minister. Der Bau und die Installation der Vorrichtungen setze einiges „an technischem Know-how“ voraus.
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