„Nein, keine Nudel soll in die Soße!“ Ein Kind sortiert auf dem Teller alle Bestandteile und will jede Zutat nur Pur, das nächste reagiert „allergisch“ auf Füttern, damit es schneller geht. Das nächste sortiert generell Gemüse aus oder mag am liebsten essen, wenn es spielt. Geht es ums Essen, is(s)t jedes Kind einzigartig.
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) hat sieben kindliche Esstypen ausgemacht und gibt Eltern Tipps an die Hand, wie sie damit umgehen könnten:
Sie wollen, dass es ein bisschen schneller geht und möchten mit Füttern nachhelfen? Dann kennen Sie das vielleicht: Dieser Ess-Typ wehrt sich mit beiden Händen oder presst die Lippen fest zusammen. Ruhig am Tisch zu sitzen und sich auf das Essen zu konzentrieren, fällt ihm schwer. Viel lieber isst er nebenbei – im Laufen, beim Spielen oder unterwegs.
Der Rat an Eltern: Wer dieses Verhalten bei seinem Kind beobachtet, sollte schon früh mit der „Zwei-Löffel-Methode“ starten. Dabei dürfen Kinder neben dem Fütter-Löffel von Mama und Papa schon früh mit einem zweiten Löffel selbstständig eigene Essversuche machen. Ziel: Durch klare Strukturen und vorhersehbare Abläufe sollen sich unruhige Mahlzeiten entspannen.
Süßes geht bei Ihrem Kind immer? Dieser Ess-Typ zeigt große Begeisterung bei süßem Brotbelag, isst aus der Brotbox die süßen Snacks vor den herzhaften und wartet beim Mittagessen am liebsten auf den Nachtisch.
Der Rat an Eltern: Klare Regeln über Süßigkeiten aufstellen. Das gibt Orientierung. Auch der Austausch mit der Kita und anderen Bezugspersonen über gemeinsame Absprachen ist hilfreich. Wichtig ist auch, das Kind nicht mit Süßigkeiten belohnen, trösten oder sanktionieren.
Ihr Kind sortiert das Gemüse aus, besonders wenn es leicht bitter schmeckt? Selbst bei grünem oder saurem Obst is(s)t dieser Ess-Typ zurückhaltend?
Der Rat an Eltern: Je abwechslungsreicher das Angebot, desto mehr können Kinder testen. Neue Lebensmittel lassen sich gut mit Vertrautem kombinieren – etwa auf dem Gemüseteller oder fein gerieben im Salat.
„NEIIIIN!“ – ganz plötzlich wird dieser Ess-Typ kritisch für neue Geschmackserfahrungen. Stattdessen isst er nur sehr vertraute Speisen, im schlimmsten Fall auch nur einzelne Bestandteile einer Mahlzeit?
Der Rat an Eltern: Nicht drängen, sondern geduldig sein. Eine lockere Tisch-Atmosphäre und gute Vorbilder machen die Kinder mutig, nach und nach ihren Speiseplan zu erweitern.
Ist bei Ihrem Kind „pur“ angesagt? Also Brot ohne Belag, Nudeln ohne Soße, Suppen fein püriert? Denn so mag der Trennköstler sein Essen am liebsten. Bei Käsebroten, Aufläufen, gemischten Gerichten oder sogar gefüllten Keksen fühlt sich dieser Ess-Typ schnell überfordert.
Der Rat an Eltern: Die Speisen nur nach Absprache mischen, beispielsweise die Tomatensoße getrennt von den Nudeln anbieten und statt Käsebrot gibt es trockene Brotsticks und Käsewürfel.
Dieser Ess-Typ fühlt sich wohl am Esstisch, erzählt viel und gerne. Dabei fällt es zunächst gar nicht auf, dass er an vielen Tagen sehr kleine Portionen isst.
Der Rat an Eltern: Es kann helfen, die Essensmenge zum Start zu reduzieren und auch für ein regelmäßiges Essangebot zu sorgen, etwa alle zwei bis zweieinhalb Stunden erneut etwas anbieten.
Dieser Ess-Typ isst mit strahlenden Augen und Hingabe – häufig ganz schön schnell und manchmal auch große Mengen.
Der Rat an Eltern: Strukturierte Essenszeiten unterstützen ein gesundes Ess-Tempo.
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