Seit November sitzt der Vorstand des Stadtjugendrings (SJR) an der Planung von „Roasted – das große Kandidat:innen-Grillen“. Auch vor dieser Kommunalwahl wird wieder die Podiumsdiskussion für die Jugend durchgeführt.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 25. Februar, um 18 Uhr in der Karlshalle statt. Sie steht unter dem Motto „Von Jugendlichen für Jugendliche“ und wird ausschließlich vom Stadtjugendring Ansbach ausgetragen. Die Diskussionsrunde kann von Interessierten kostenlos besucht werden. Eine Voranmeldung gibt es nicht, betont die Vorstandsvorsitzende Sophia Sauerhöfer. Salopp fügt sie hinzu: „Wenn voll, dann voll.“ Laut Schätzungen des Vorstandes dauert die Hauptdiskussion zwei Stunden. Anschließend gibt es noch Essen und Getränke.
Der Begriff „roasted“ meint im Englischen so viel wie „mit jemandem hart ins Gericht gehen“. Und darum geht es bei der Podiumsdiskussion. Den Kandidierenden soll auf den Zahn gefühlt werden. Wofür stehen sie? Wie gut wissen sie Bescheid, was junge Menschen umtreibt? Welche Projekte stehen bei ihnen oben auf der Liste?
Eingeladen sind die Bewerberin und die sechs Bewerber für den Posten des Oberbürgermeisters: Elke Homm-Vogel (Freie Wähler), Andreas Abs (AfD), Thomas Deffner (CSU), Hans-Jürgen Eff (Ansbacher), Michael Jakob (SPD), Boris-André Meyer (Offene Linke) und Oliver Rühl (Grüne). Anders als bei früheren Roasted-Ausgaben wird auch der AfD-Kandidat auf der Bühne Platz nehmen. Der Stadtjugendring hat sich dazu entschlossen, alle sieben einzuladen. So wolle man die „Neutralitätspflicht wahrnehmen“.
Der SJR stehe für „Vielfalt“, „Akzeptanz“ und „Inklusion“, ist auf der Internetseite des Verbandes zu lesen. Die Mitglieder sind „entschieden gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ und Diskriminierung und möchten dies auch in der Debatte aufrechterhalten. Sophia Sauerhöfer betont: „Es ist uns trotzdem wichtig, Werte zu vertreten.“ Und SJR-Geschäftsführer Michael Richter stellt heraus: „Wie kann man sie besser vermitteln als durch ein Gespräch?“
Die Moderation übernimmt Matthias Fack, früherer Präsident des Bayerischen Jugendrings. Der Vorstand freut sich, mit ihm eine erfahrene Person gewonnen zu haben. Da Fack keine Verbindungen zur Kommunalpolitik in Ansbach hat, kann er die OB-Kandidatin und die Kandidaten neutral und kritisch befragen, erklärten die Verantwortlichen in einem Pressegespräch.
Die Redezeit der Kandidatin und der Kandidaten ist, wie bei „Roasted“-Veranstaltungen üblich, zeitlich gedeckelt. Dieses Mal hat jeder ein gesamtes Zeitkontingent von jeweils zehn Minuten. Die Zeitvorgabe wird per Stoppuhr festgehalten. Thematisiert werden schwerpunktmäßig Fragen, die Jugendliche beschäftigen. Konkreter will der Stadtjugendring im Vorfeld nicht werden. Die Kandidierenden sollen sich nicht gezielt auf bestimmte Themen vorbereiten können, sondern spontan argumentieren.
Die diskutierten Themengebiete hat der Vorstand mithilfe einer Umfrage ausgesucht, für die das Team bereits im November auf Instagram Werbung gemacht hat. Zusätzlich können die Besucherinnen und Besucher live während der Veranstaltung durch ein Online-Tool Fragen stellen. Einen Live-Stream wird es dieses Jahr nicht geben. Der SJR überlegt, die Diskussion aufzuzeichnen und später hochzuladen.
Während der Diskussion können Zuhörerinnen und Zuhörer ihre Meinung mithilfe von Stimmungskarten kundtun. Diese werden bei Zustimmung oder Ablehnung hochgehalten, um den eigenen Standpunkt zu signalisieren. So sollen Störungen durch Applaus und Zwischenrufe vermieden werden.
Wenn die Organisierenden einen Blick auf die Kommunalwahl 2020 werfen, sind sie guter Dinge, dass die diesjährige Diskussionsrunde gut angenommen wird. Die Beteiligten rechnen mit einer hohen Besucherzahl in dem für knapp 200 Personen ausgelegten Saal.