Richtig Wischen: Tipps gegen Staub im Haushalt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.02.2026 06:01

Richtig Wischen: Tipps gegen Staub im Haushalt

Nebelfeucht soll es sein: Mikrofaser- oder Baumwolltücher entfernen Staub effektiv und sind umweltfreundlich. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Nebelfeucht soll es sein: Mikrofaser- oder Baumwolltücher entfernen Staub effektiv und sind umweltfreundlich. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Nebelfeucht soll es sein: Mikrofaser- oder Baumwolltücher entfernen Staub effektiv und sind umweltfreundlich. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Auf dunklen Flächen oder im Sonnenlicht fällt er besonders auf: Aber auch sonst ist Staub wirklich nervig. Kaum hat man ihn beseitigt, taucht er gefühlt schon wieder auf in einer anderen Ecke auf. Rund sechs Milligramm Staub bilden sich laut Kompetenzzentrum Hauswirtschaft (KoHW) täglich pro Quadratmeter. 

Er sieht aber nicht nur unschön aus. „Staub sollte man möglichst nicht aufwirbeln und nicht einatmen, denn er kann der Gesundheit schaden“, sagt Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale NRW. „Generell sind Stäube immer schlecht für die Atemwege. Je feiner sie sind, umso schlechter für die Bronchien - das gilt für den Feinstaub von der Straße genauso wie für Hausstaub“, so die Referentin Umwelt und Gesundheitsschutz. Um die Belastung zu Hause gering zu halten, ist regelmäßiges Staubwischen also wichtig.

Regelmäßig Putzen - besonders wichtig für Familien und Allergiker

In der Regel genügt es, einmal pro Woche den Staub zu beseitigen. „Wenn Allergiker, Kinder oder Tiere das Haus bewohnen, kann auch zwei- bis drei-mal wöchentlich sinnvoll sein. Das kommt immer auf die individuelle Wohnsituation an“, sagt René Rettig vom Berufsverband Hauswirtschaft.

Insbesondere wenn kleine Kinder im Haus leben, ist es ratsam, den Staub am Boden möglichst häufig zu entfernen. Denn: „Krabbeln Kinder herum, sind sie besonders Schadstoffen ausgesetzt, die sich im Hausstaub ablagern können. Untersuchungen haben gezeigt, dass kleine Kinder auch deswegen zum Beispiel mit Weichmachern stärker belastet sind als Jugendliche“, sagt Chemikerin Kerstin Effers. Auch Menschen mit Hausstaub-Allergie profitieren, wenn ihr Zuhause möglichst staubarm ist.

Nebelfeuchtes Tuch - ja, echt nur ein wenig feucht

Zum Staubwischen am besten ein nebelfeuchtes Mikrofasertuch verwenden, rät René Rettig. Dafür einfach ein trockenes Tuch mit frischem Wasser aus dem Zerstäuber einsprühen. Dank der feinen Fasern kann das Mikrofasertuch nicht nur Staub effektiv aufnehmen. Im Vergleich zum Staubwedel hat so ein Tuch „einfach den Vorteil, dass es auch stärkere Verschmutzungen und Flecken entfernt.“ Und die Feuchtigkeit hilft, den Staub zu binden.

Bei Hochglanz lackierten Flächen oder glänzende Kunststoffe, und immer wenn Materialien empfindlich sind, rät Kerstin Effers jedoch: „Am besten mit einem feuchten weichen Baumwolltuch und nicht mit einem Mikrofasertuch abwischen, um Kratzer zu vermeiden.“ 

Mikrofaser- und Baumwolltücher sind waschbar und sind mehrfach verwendbar. Gut für die Umwelt, insbesondere im Vergleich zu Einwegprodukten. „Von Einwegprodukten raten wir aufgrund des hohen Energie- und Rohstoffverbrauches im Verhältnis zur kurzen Nutzungsphase hingegen ab“, sagt Kerstin Effers. Zumal sich dadurch die Abfallmenge erhöht.

Reihenfolge beim Putzen beachten

Wichtig beim Staubwischen ist die Reihenfolge. Damit der Boden nicht wieder verschmutzt wird, lautet ein Grundsatz hier: 

  • „Von oben nach unten vorgehen, damit obenliegender Schmutz nicht wieder herunterfällt“, erklärt René Rettig.
  • Am besten also auf den Schränken beginnen und sich nach immer weiter nach unten arbeiten.
  • Dabei erst den Staub oben beseitigen und dann Staubsaugen.

„Feuchtigkeitsempfindliche Materialien wie unlackierte Holzregale, Lampenschirme aus Papier oder Stoff und Bücher kann man mit dem Bürstenaufsatz absaugen“, rät Kerstin Effers. Staubsauger sollten laut der Verbraucherschützerin einen HEPA-Filter und ein dicht schließendes Gehäuse haben, damit sie feinen Staub nicht gleich wieder verteilen.

Wie Sie weniger Staub aufwirbeln 

Um zu Hause keinen Staub aufzuwirbeln, raten die KoHW-Experten: 

  • Kissen und Polster regelmäßig abzusaugen.
  • Decken, Kissen Teppiche, Oberbetten im Freien ausschütteln.
  • Nachdem man Betten neu bezogen hat, sollte man am besten einen Tag mit dem Saugen und Wischen der Böden warten. „In der Zeit kann sich der Staub setzen“, so das KoHW.

Auch wenn Teppiche oft schön weich sind, rät Kerstin Effers eher dazu, darauf zu verzichten. Denn: „Glatte Böden sind in der Regel hygienischer und besser zu reinigen.“

Lasst sich Staub im Haushalt vermeiden?

„Staub wird nie zu 100 Prozent verschwinden“, so René Rettig. Der Staub besteht größtenteils aus Hautpartikeln oder feinsten Schmutzpartikeln. Zudem wird er durch Bewohner oder beim Lüften ins Haus getragen. Auch aus dem Abrieb unterschiedlicher Materialien und Mikroplastik entsteht er.

Weniger Lüften oder bei trockener Heizungsluft die Luftfeuchtigkeit erhöhen, sind dennoch keine guten Optionen. Dadurch können laut Rettig andere Probleme entstehen - sich etwa Schimmel bilden. 

Insgesamt gelangt durch Lüften laut Kompetenzzentrum Hauswirtschaft übrigens mehr Staub aus der Wohnung heraus als von außen hineinkommt. Doch am besten hilft gegen Staub nur eine regelmäßige Reinigung, so Rettig.

© dpa-infocom, dpa:260213-930-680891/1


Von dpa
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