Zoff in Lehrberg: CSU-Mann Merk zum Rücktritt aufgefordert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.09.2025 18:57

Zoff in Lehrberg: CSU-Mann Merk zum Rücktritt aufgefordert

Die Stimmung im Gemeinderat – hier bei einem Ortstermin im Februar 2023 zu Gestaltung der Ortsdurchfahrt – ist schon lange belastet. (Foto: Winfried Vennemann)
Die Stimmung im Gemeinderat – hier bei einem Ortstermin im Februar 2023 zu Gestaltung der Ortsdurchfahrt – ist schon lange belastet. (Foto: Winfried Vennemann)
Die Stimmung im Gemeinderat – hier bei einem Ortstermin im Februar 2023 zu Gestaltung der Ortsdurchfahrt – ist schon lange belastet. (Foto: Winfried Vennemann)

Mitglieder der Liste für Lehrberg und des Bürgerblocks hatten eine gemeinsame Erklärung vorbereitet, die sie in der Gemeinderatssitzung verlasen. Sie forderten ihren CSU-Kollegen Hans Merk zum Rücktritt auf.

Anlass sind die Videos, die Merk in Zusammenhang mit dem Störfall auf der Gräfenbucher Klärwerksbaustelle veröffentlichthatte. In der Sitzung ging es in erster Linie um Aufklärung zu dem Störfall auf der Baustelle. Der politische Ärger um Hans Merk sorgte zusätzlich für Zündstoff.

Jeder Gemeinderat sei bei der Wahl angetreten, um für die Belange der Gemeinde einzutreten, heißt es in der Erklärung der beiden Gruppen. Hans Merk hätte bei Unregelmäßigkeiten auf der Baustelle in Gräfenbuch in jedem Fall die Gemeinde informieren müssen. „Das ist leider nicht passiert, sondern Hans Merk hat Videos inszeniert, in denen er nacheinander die beteiligten Ämter, das Ingenieurbüro, die Bürgermeisterin und nicht zuletzt den Bauhof und den kompletten Gemeinderat in Misskredit bringt und teilweise weit unter der Gürtellinie beleidigt.”

Als Gemeinderäte müsse man sich auf die Expertise der Fachfirmen verlassen und als gewählte Vertreter der Bevölkerung nach bestem Wissen und Gewissen die notwendigen Dinge beschließen. „Welche Probleme der ein oder andere Landwirt mit den Behörden hat, muss und sollte vom zuständigen Bauernverband mit den Behörden geklärt werden.”

Bei Menschen Vertrauen verspielt

Sprachlos mache, dass man in einem der Videos als „schwanzlose Gemeinderäte, die schon lange ihr Hirn abgegeben haben”, bezeichnet werde und sowieso nur die Hand hebe, wenn die Bürgermeisterin mit den Augen rolle. Hans Merks Verhalten sei nicht tolerierbar, heißt es weiter. „Mit diesem Verhalten hat er das Vertrauen eines Großteils der Bevölkerung verspielt, und wir sind der Meinung, dass Hans Merk deshalb auch kein Gemeinderat mehr sein kann und fordern ihn umgehend zum Rücktritt auf.” Gelächter im Publikum.

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Während einer Sitzungspause wandte sich Hans Merk ans Publikum. Seine Tochter stehe mit „ein paar Getränken” vor der Tür. Das sei eine gute Gelegenheit, mal außerhalb der Tagesordnung zu reden. „Wollt Ihr, dass ich nochmal kandidiere?”, fragte er ins Publikum. Lautstarke Zustimmung von einem Teil der Zuhörer.

Am 22. September findet wegen der liegengebliebenen Themen eine weitere Sitzung des Marktgemeinderats statt. Auf die Stimmung im Gemeinderat, die schon seit Jahren belastet ist, darf man gespannt sein.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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