Lieben Sie Ketchup auch am liebsten so: Er soll schön fruchtig nach reifen Tomaten schmecken, angenehm würzig sein, leicht süß, aber nicht zuckrig und fein säuerlich belebend, aber auf keinen Fall essigsauer stechend? Es gibt einen einzigen Ketchup unter insgesamt 23, der im Geschmacks-Test dem Ideal entspricht und bei „Stiftung Warentest“ die Traumnote 1,0 kassiert:
Doch die geschmackliche Seite ist nicht die Einzige, die für die Warentester zählt. Die Prüfer haben für ihre Zeitschrift (Ausgabe 4/2026) auch Zutaten, Textur, Schadstoffe, Verpackung und Deklaration unter die Lupe genommen - und da gibt es im Gesamturteil kein Produkt mit der Note „sehr gut“. Neben dem Ketchup von Born schneiden elf weitere „gut“ ab, die zwischen 0,26 und 1,33 Euro pro 100 ml kosten.
Unter den „guten“ Tomatenketchups landen auch einige Bioprodukte und drei Ketchups, die speziell für Kinder aufgemacht sind. Zum besten Kinderketchup wurde gekürt:
Die günstigsten unter den besten Ketchups sind:
Siebenmal gab es „befriedigend“ (0,26 bis 0,83 Euro/100 ml, dreimal „ausreichend“ (0,70 bis 1,33 Euro/100 ml) und einmal „mangelhaft“ (1,33 Euro/100 ml). Dafür haben die Tester unterschiedliche Gründe:
Einer davon sind möglicherweise schädliche Toxine: Auf spät geernteten oder zu feucht gelagerten Tomaten zeigen sich oft schwarze Stellen, die von Schimmelpilzen stammen. In drei Fällen wurden Richtwerte für diese Alternaria Toxine überschritten. Sie ähneln von der Struktur her laut „Stiftung Warentest“ erbgutschädigenden und krebserregenden Substanzen. Es sei zwar bisher nicht geklärt, ob sie für Menschen kritisch seien. Sicherheitshalber sollte man aber so wenig wie möglich davon aufnehmen.
Die Sorge um zu viel Zucker im Ketchup bei den Testern war unberechtigt. Bis auf zwei Ausreißer mit 26,6 g und 21 g pro 100 ml sind die Zuckerwerte nicht so hoch wie befürchtet, liegen zwischen 3,6 und 19,3 g pro 100 ml. Im Schnitt kommen die Tester auf 16 g je 100 ml.
Ein Ketchup verzichtet komplett auf Zucker oder Süßstoff und erreicht auch ohne ein „gut“. Denn Tomaten selbst bringen auch schon einiges an natürlichem Zucker mit, loben die Tester - in dem Fall 5,6 g pro 100 ml.
Vorsicht vor Aufschriften wie: „Mit weniger Zucker.“ Der Test ergab, dass zuckerreduzierte Ketchups teils mit Süßstoffen gesüßt sind. Das bringe zwar weniger Kalorien, aber oft Geschmacksfehler. Süßstoffnoten oder sehr starke Süße störten die Tester, was meist in der geschmacklichen Note nicht besser als ein „befriedigend“ einbringt.
Auch darüber hinaus sieht „Stiftung Warentest“ Süßstoffe kritisch:
Die Tester haben noch einen Umwelttipp: Sie raten zum Kauf von Ketchup in Glasflaschen. „Die im Test lassen sich nach unserer Einschätzung wieder zuGlas verarbeiten. Nicht alle der Kunststoff-Flaschen sind recyclingfähig“, schreibt Stiftung Warentest.
Wer weder Lust auf Zucker noch Süßstoff und damit Geschmacksfehler im Ketchup hat, könnte sich seinen Ketchup auch selbst machen. Wie das für die leichtere Variante geht, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE):
Der selbstgemachte Ketchup hält sich mehrere Wochen.
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