Die Neustädter CSU geht mit Alexander Müller als Bürgermeisterkandidat in den Wahlkampf. Bei der Nominierungsversammlung am Donnerstagabend in einer Neustädter Gastwirtschaft kam Müller als einziger Bewerber auf 27 der 28 abgegebenen Stimmen. Mit den Worten „Es ist mir eine Ehre“ nahm der 34-jährige Optikermeister die Nominierung an.
Müller ist nach Heike Gareis (SPD) der zweite feststehende Bewerber für die Nachfolge von Klaus Meier (SPD) im Neustädter Rathaus. Meier hatte schon zu Beginn seiner dritten Amtszeit erkennen lassen, nicht erneut antreten zu wollen – somit hatten alle Parteien viel Zeit, sich über die Nachfolgekandidaten Gedanken zu machen. Die CSU tue dies bereits seit rund einem Jahr, so Ortsverbandsvorsitzender Richard Dollinger. „Ich spüre da eine sehr hohe Motivation und das macht mich sehr, sehr stolz.“
Alexander Müller sei vom Vorstand des Ortsverbandes am 15. April einstimmig nominiert worden, so Dollinger weiter. Der Kandidat bringe all das mit, was man sich von unter einem idealen Bewerberprofil vorstelle: Als Stadtratsmitglied habe er kommunalpolitische Erfahrung, er habe bei der Jungen Union – Müller ist unlängst als JU-Kreisvorsitzender bestätigt worden – Führungserfahrung gesammelt, er besitze „strategische Weitsicht“ und vor allem „Ideen zur Entwicklung der Stadt“. „Für uns ist das heute der Anfang eines neuen Kapitels“, so Dollinger: Mit Alex Müller wolle man nach 18 Jahren unter einem SPD-Bürgermeister eine „CSU-Ära in Neustadt“ beginnen.
Nach den Gratulationen durch die anwesenden Mandatsträger aus Stadtrat und Kreistag wurden auch etliche Grußworte eingespielt – unter anderem von den Abgeordneten Werner Stieglitz (Landtag) und Tobias Winkler (Bundestag).
Müller selbst stellte sich den Anwesenden anschließend kurz vor. Aufgewachsen in Langenfeld habe er nach seinem Realschulabschluss eine Lehre als Augenoptiker abgeschlossen und sich dann „recht schnell entschieden, den Meister draufzupacken“. Seit einigen Jahren arbeite er in einem Augenoptikgeschäft in Neustadt, habe sich einige Jahre auch bei der Handwerkskammer engagiert und sei in etlichen Neustädter Vereinen aktiv – unter anderem als Vizepräsident der Faschingsgesellschaft Geißbock.
Im Jahr 2019 habe er im Verbund mit etlichen Weggefährten die Junge Union in der Stadt wieder aufleben lassen, den „Staffelstab“ des Ortsvorsitzenden aber zwischenzeitlich an Nadine Römer weitergereicht.
Einen inhaltlichen Schwerpunkt legte Müller in seiner Ansprache auf die „Bereitstellung von Wohnraum“. Zumindest ein neues Baugebiet sei zwingend notwendig, seit Jahren seien in der Stadt keine Bauplätze mehr zu bekommen. Im Gespräch mit der Redaktion bekräftigte er diesen Standpunkt noch einmal: Der Bedarf an Bauplätzen sei in Neustadt immens – es gelte nun, sich auch gegenüber der Regierung von Mittelfranken mit dem Wunsch nach einem Baugebiet zu behaupten: „Dort sitzen die Verhinderer.” Natürlich wäre es wünschenswert, zuvor die innerstädtischen Wohnungspotenziale zu erschließen, aber so lange die Eigentümer nicht vermieten oder verkaufen sollen, seien der Politik die Hände gebunden. „Wir können ja nicht einfach enteignen.“
Viel Wert lege er zudem auf eine gesunde Weiterentwicklung der Wirtschaft, so Müller. Das neue Gewerbegebiet im Verbund mit Diespeck sei eine wichtige Option.
Wie bereits seine künftige Kontrahentin Heike Gareis betonte auch Müller, dass es sicherlich keinen schmutzigen Wahlkampf geben werde. Er habe ein gutes und kollegiales Verhältnis zur SPD-Kandidatin – „wir unterhalten uns auch mal bei einem Kaffee“.
Ausdrücklich vermied es der CSU-Bewerber Kritik am populären SPD-Amtsinhaber Klaus Meier zu üben: Es sei in den vergangenen Jahren sicherlich vieles gut gelaufen und die Investitionen in Großprojekte wie das Feuerwehrhaus oder die Sanierungen der Grundschule Neues Schloss und der Markgrafenhalle seien richtig und wichtig gewesen. Angesichts der aktuellen Situation und der kommunalen Kassenlage sei die Zeit solcher Großprojekte allerdings vorerst wohl vorbei, so Müller auf Nachfrage. Er halte es da wie bei seinem „eigenen Geldbeutel“: „Ich kann nur ausgeben, was ich eingenommen habe.“ Für eine hohe Verschuldung werde er sicherlich nicht stehen.
Seine Arbeitsweise beschrieb Müller mit „unbürokratisch, viel Pragmatismus und der kurze Dienstweg“, sein Netzwerk, das ihm schon vieles erleichtert habe, sei bei den Neustädter Vereinen zu verorten. Verbiegen lassen werde er sich nicht: Ob als Kandidat oder im Falle seiner Wahl: „Ich bleibe immer ich.“