Trotz einer überragenden Moral und einer phasenweise begeisternden Aufholjagd standen die Regionalliga-Basketballer der Onlineprinters Neustadt am Ende mit leeren Händen da. In einem intensiven Schlagabtausch unterlagen die Gastgeber dem MTSV Schwabing mit 74:82 (33:40).
Mann des Abends war Schwabings Tim Hadzic, der die Neustädter Hoffnungen immer wieder im Keim erstickte. Es war einer dieser Abende, an dem man der Heimmannschaft hinsichtlich Einsatz, Leidenschaft und Kampfgeist absolut keinen Vorwurf machen konnte – und doch reichte es am Ende nicht für die zwei Punkte.
Vor heimischer Kulisse wollte das Team von Trainergespann Holger Wägner und Claus Winkelspecht gegen die favorisierten Gäste ein Ausrufezeichen setzen, musste jedoch berufsbedingt auf Manuel Rockmann verzichten. Doch auch der MTSV reiste nicht in Bestbesetzung an: Mit Ben Hebling, Georg Renner und Routinier Nick Freer fehlten gleich drei tragende Säulen im Schwabinger Spiel.
Die Partie begann nervös. Neustadt tat sich extrem schwer, offensiven Rhythmus zu finden. Es dauerte quälende zwei Minuten, ehe Aaron Winkelspecht zum 2:5 verkürzte. Während Neustadt defensiv wenig zuließ, wollte der Ball auf der anderen Seite einfach nicht fallen – keiner der sechs Dreierversuche fand im ersten Abschnitt sein Ziel. Dennoch kämpften sich die Hausherren zu einer 14:11-Führung.
Im zweiten Viertel fanden die Gäste ihr Händchen und versenkten fünf ihrer acht Dreierversuche. Da Neustadt die Zone mit wechselnden Verteidigungsformen gut dichtmachte, war Schwabing gezwungen, den Abschluss aus der Distanz zu suchen – mit Erfolg. Mit 19:29 drehten die Münchner das Spiel zur 33:40-Halbzeitführung.
Nach dem Seitenwechsel blies Neustadt zur Attacke. Aaron Winkelspecht erzielte allein im dritten Viertel 12 seiner 26 Punkte. Wenn es jedoch in den geordneten Halbfeldangriff ging, offenbarte sich das Manko der Gastgeber: Gegen die selten erfolgreiche, aber störende Zonenpresse der Gäste fehlte oft die spielerische Leichtigkeit. Dennoch: Die Moral stimmte und in der 28. Minute brachte Kapitän Christian Bittel seine Farben mit 54:53 wieder in Front.
Die Schwabinger Antwort hieß Tim Hadzic. Immer wenn die Markgrafenhalle kochte, sorgte er mit einem trockenen Dreier oder einem klugen Assist für Stille. Zum Viertelende lagen die Gäste wieder knapp mit 56:59 vorn. Das Schlussviertel begann als Albtraum für die Onlineprinters. Hadzic übernahm nun endgültig das Kommando und erzielte 11 seiner insgesamt 23 Punkte. Als dann noch ein technisches Foul gegen die Neustädter Bank und ein unsportliches Foul gegen Bittel gepfiffen wurden, schien beim 61:68 (34.) die Vorentscheidung gefallen.
Doch Neustadt gab sich nicht auf. Ein kleinlicher Pfiff, der das Spielende für Schwabings Jordan Knacke bedeutete, brachte die Gäste ins Wanken. Mit einem 12:2-Lauf drehten die Hausherren das Spiel auf 73:70 (37.). Die Halle stand Kopf, aber das Happy End blieb aus. Nach einer Schwabinger Auszeit gelang Neustadt nichts mehr. Ein „Buzzer-Beater“-Dreier brach den Willen der Hausherren. Taktische Fouls in der letzten Minute schraubten das Ergebnis an der Freiwurflinie auf 74:82 – deutlicher, als der Spielverlauf es hergab.
„Ich hätte es den Jungs heute gegönnt, da sie alles auf dem Feld gelassen haben. Es ist ernüchternd, dass es dennoch nicht gereicht hat“, resümierte ein enttäuschter Trainer Holger Wägner. Sein einziger Kritikpunkt war die „mangelnde Attacke zum Korb, gerade als Schwabing mehrmals bereits die Teamfoulgrenze erreicht hatte”.
Onlineprinters Neustadt: Winkelspecht (33:57 Minuten, 26 Punkte), Jenniat (28:13, 11), Wägner (26:24, 8), Fröhlich (11:17, 7), Noblet-Durruthy (31:03, 6), Hümmer (9:48, 5), Bittel (27:20, 5), Herrmann (15:09, 3), Miranda Fernandez (6:58, 3), Ecke (3:32), Krolovitsch (6:19), Lediger (-).
Bester Werfer Schwabing: Hadzic (23, 6 Dreier), Miklic (16), Renner (16), Wuol (11).
Viertelergebnisse: 14:11, 19:29, 23:19, 18:23.