Neuhof: Nächster Schritt für „modernste Gipsrecycling-Anlage ihrer Art in Bayern” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.05.2026 12:29

Neuhof: Nächster Schritt für „modernste Gipsrecycling-Anlage ihrer Art in Bayern”

In der Gegend wurde (wie hier bei Markt Nordheim) und wird Gips abgebaut. Nach dem Wegfall des REA-Gipses aus der Kohleverstromung sucht Knauf in einem Zusammenschluss mit einem Recycling-Unternehmen nach anderen Wegen, Gips zu recyceln. Für den Landkreis wäre die Ansiedlung des Weltunternehmens ein Coup.  (Archivbild: Anita Dlugoß)
In der Gegend wurde (wie hier bei Markt Nordheim) und wird Gips abgebaut. Nach dem Wegfall des REA-Gipses aus der Kohleverstromung sucht Knauf in einem Zusammenschluss mit einem Recycling-Unternehmen nach anderen Wegen, Gips zu recyceln. Für den Landkreis wäre die Ansiedlung des Weltunternehmens ein Coup. (Archivbild: Anita Dlugoß)
In der Gegend wurde (wie hier bei Markt Nordheim) und wird Gips abgebaut. Nach dem Wegfall des REA-Gipses aus der Kohleverstromung sucht Knauf in einem Zusammenschluss mit einem Recycling-Unternehmen nach anderen Wegen, Gips zu recyceln. Für den Landkreis wäre die Ansiedlung des Weltunternehmens ein Coup. (Archivbild: Anita Dlugoß)

In einer Pressemitteilung verkünden die beiden Unternehmen, die sich für den Bau der Anlage zusammengetan haben: „Mit der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung haben die Knauf Gruppe und ihr Partner BSR Bodensanierung Recycling GmbH den nächsten wichtigen Meilenstein für den Aufbau eines regionalen Rohstoffnetzwerkes erreicht.

Es handele sich um die modernste Gipsrecycling-Anlage ihrer Art in Bayern. Für ihren Bau haben sich Knauf aus Iphofen, das sich selbst als „weltweit führenden Hersteller von Baustoffen und Bausystemen” bezeichnet und die BSR Bodensanierung Recycling GmbH in einem Joint Venture zusammengetan. Neben dem laut Mitteilung weiterhin notwendigen Abbau von Naturgips wird so Gips gewonnen. Damit sei das Projekt „ein wichtiger Baustein für die Sicherung regionaler Rohstoffe für die Baustoffindustrie”.

Mit der Genehmigung vonseiten des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim stehe nun der weitere Fahrplan für die Umsetzung des Projektes. Die Genehmigung umfasse die Recyclinghalle, Lager- und Umschlagsflächen, Verkehrs- und Zufahrtsbereiche sowie den Anlagenbetrieb auf einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern. Als nächste Schritte folgen noch im Sommer die Erdarbeiten sowie anschließend der Hallenbau, wird angekündigt.

Ab Spätherbst wird nach aktuellem Planungsstand die Montage der Recyclingtechnik beginnen. Ab 2027 sollen in der Anlage gipsbasierte Materialien aus Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen sowie geeignete Produktionsreste aufbereitet und anschließend wieder als wertvoller Rohstoff dem industriellen Kreislauf zugeführt werden, teilen die Firmen mit.

Kapazität von 90.000 Tonnen pro Jahr

Die Anlage ist auf eine Verarbeitungskapazität von bis zu 90.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Der aufbereitete Recyclinggips wird künftig an die rund 50 Kilometer entfernten Produktionsstandorte der Knauf Gruppe in Iphofen und Markt Einersheim geliefert und dort in der Gipskartonplattenproduktion eingesetzt. „Die kurzen Transportwege sind eine wesentliche Voraussetzung für eine ressourcenschonende Wertschöpfung und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen”, wird in der Pressemitteilung betont.

Durch die Kombination aus regionaler Naturgipsgewinnung und hochwertigem Gipsrecycling entstehe ein regionales Rohstoffnetzwerk mit kurzen Transportwegen und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft. Knauf investiere außerdem in den Aufbau weiterer vergleichbarer Netzwerke in Europa. Auch für weitere Standorte in Deutschland gebe es Überlegungen.

Maximilian Hammer, der Geschäftsführer der BSR Bodensanierung Recycling GmbH, sieht in der erteilten Genehmigung ein wichtiges Signal für die Region und den Industriestandort Bayern. Sie sei ein Zeichen, dass in Bayern und insbesondere im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und der Gemeinde Neuhof effektiv gearbeitet wird: „Besonders freut uns, dass wir das Genehmigungsverfahren dank der konstruktiven und lösungsorientierten Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Landkreis sowie allen beteiligten Fachstellen sehr effizient und in enger Abstimmung erfolgreich umsetzen konnten. Fortschritt in Rekordzeit, das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und zeigt, dass innovative Industrie- und Recyclingprojekte in der Region partnerschaftlich realisiert werden können“, freut er sich

Knauf: Recycling macht den Abbau nicht überflüssig

Martin Brown, der Geschäftsführer der Knauf Recycling Holding, betont die strategische Bedeutung der Rohstoffsicherung: „Rohstoffsicherheit ist ein zentrales Thema – nicht nur für die Baustoffindustrie, sondern für den gesamten Industriestandort Deutschland. Knauf investiert in eigene Kapazitäten für Recyclinggips. Das macht uns unabhängiger.” Die Gipslücke entwickle sich schneller als ursprünglich erwartet.

Diese Lücke entsteht durch den Wegfall des REA-Gipses aus der Kohleverstromung. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die verfügbaren Mengen bereits heute schneller zurückgehen als ursprünglich prognostiziert, heißt es in der Pressemitteilung. Gleichzeitig bleibe der Bedarf an Gips als Rohstoff für Wohnungsbau, energetische Sanierungen und Infrastrukturprojekte auf hohem Niveau.

Gleichzeitig nennen die beiden Unternehmen Zahlen, die verdeutlichen, dass Recycling alleine den Bedarf nicht wird decken können: Der jährliche Rohstoffbedarf der gipsverarbeitenden Industrie in Deutschland liegt demnach derzeit bei rund 9 bis 10 Millionen Tonnen. „Demgegenüber stehen weniger als 600.000 Tonnen Gipsabfälle pro Jahr aus Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen, von denen nur ein Teil technisch für hochwertiges Recycling geeignet ist.”


Von ug
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