Neuer Stellvertreter für die Wörnitzer Rathauschefin | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.02.2024 07:00

Neuer Stellvertreter für die Wörnitzer Rathauschefin

Oliver Frank ist neuer zweiter Bürgermeister der Gemeinde Wörnitz. Das Bild zeigt ihn nach seiner Wahl mit Rathauschefin Friederike Sonnemann. Sie persönlich wolle den Wechsel im Stellvertreteramt zum Anlass nehmen, jetzt „einen Neuanfang zu machen“, meinte die Bürgermeisterin. (Foto: Jürgen Binder)
Oliver Frank ist neuer zweiter Bürgermeister der Gemeinde Wörnitz. Das Bild zeigt ihn nach seiner Wahl mit Rathauschefin Friederike Sonnemann. Sie persönlich wolle den Wechsel im Stellvertreteramt zum Anlass nehmen, jetzt „einen Neuanfang zu machen“, meinte die Bürgermeisterin. (Foto: Jürgen Binder)
Oliver Frank ist neuer zweiter Bürgermeister der Gemeinde Wörnitz. Das Bild zeigt ihn nach seiner Wahl mit Rathauschefin Friederike Sonnemann. Sie persönlich wolle den Wechsel im Stellvertreteramt zum Anlass nehmen, jetzt „einen Neuanfang zu machen“, meinte die Bürgermeisterin. (Foto: Jürgen Binder)

Die Gemeinde Wörnitz hat einen neuen zweiten Bürgermeister. In der Sitzung des Ratsgremiums am Donnerstagabend wurde Oliver Frank ohne Gegenstimmen zum Nachfolger von Elmar Büttner gewählt. Letzterer hatte das Amt infolge der Eskalation einer Auseinandersetzung mit Bürgermeisterin Friederike Sonnemann niedergelegt.

Mit Blick auf die politischen Turbulenzen der vergangenen anderthalb Jahre sprach die Rathauschefin von einem „Zeichen für mich, einen Neuanfang zu machen“. Sie habe bereits „zu Friedensverhandlungen eingeladen“ und wolle nun, was das Verhältnis zum Gemeinderat angehe, „nach vorne gucken“. Oliver Frank versicherte nach erfolgter Wahl, sich „mit vollem Engagement für die Belange der Bürger einsetzen“ zu wollen. Zu politisch-atmosphärischen Dingen äußerte er sich nicht.

Seit Frühjahr 2022 gab es Probleme

Probleme im Innenverhältnis zwischen Bürgermeisterin und Gemeinderat gab es seit der Gründung einer Fraktion im Frühjahr 2022. Der Gruppe hatten sich zunächst neun Ratsmitglieder angeschlossen. Inzwischen gehören ihr alle zwölf Mandatsträger an.

Aus der Fraktion gab es regelmäßig Kritik an der Informationspraxis oder an Entscheidungen der Rathauschefin. Oft traten in Sitzungen offene Konflikte zwischen einzelnen Ratsmitgliedern und der Bürgermeisterin zu Tage. Bei einigen Entscheidungen wurde der Dissens auch im Abstimmungsverhalten überdeutlich. So kam es mehrmals vor, dass das Gremium geschlossen anders votierte als die Rathauschefin.

Hauptwortführer der Fraktion war bisher Elmar Büttner gewesen, der auch immer wieder monierte, als Vertreter der Bürgermeisterin nicht angemessen in die Rathausamtsgeschäfte eingebunden zu werden.

Wahl ohne Gegenstimmen

Ein zweiter Fraktionsangehöriger, der bisher neben Büttner als Co-Sprecher fungiert hatte, war in den vergangenen Monaten ähnlich oft wie dieser mit der Bürgermeisterin aneinander geraten: Oliver Frank, der jetzt seinem Fraktionskollegen Büttner im Amt des zweiten Bürgermeisters nachfolgt und damit künftig die Amtsgeschäfte im Rathaus führen wird, wenn Gemeindeoberhaupt Friederike Sonnemann im Urlaub, verhindert oder krank ist. An der Wahl von Oliver Frank, bei der es weder Gegenstimmen noch Enthaltungen gab, hatte auch Bürgermeisterin Sonnemann teilgenommen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Sitzung war der Bericht zum Stand der Überlegungen für ein neues Bauhofgebäude, in welchem zusätzlich Räumlichkeiten geschaffen werden sollen, die die Feuerwehr nutzen können soll. Mit der Angelegenheit befasst sich eine aus Ratsmitgliedern zusammengesetzte Arbeitsgruppe, für die Andreas Vogt berichtete.

Es sei das Ziel, zu einer für Bauhof und Feuerwehr attraktiven Gebäudelösung zu kommen, die die Gemeinde auch finanziell stemmen könne, so Vogt. Würde das, was räumlich benötigt werde, in Massivbauweise ausgeführt, sei mit Kosten von drei Millionen Euro zu rechnen, erklärte er.

Es gebe aber vermutlich die Möglichkeit, das alles auch in Holzbauweise hinzubekommen und insgesamt unter einer Million Euro zu landen. Sinnvoll erscheine eine zweiteilige Bebauung. Der eine Baukörper ersetze den abzureißenden alten Bauhofkomplex neben dem Feuerwehrgerätehaus.

In diesem seien dann auch Sozial- und weitere notwendige Nutzräume der Feuerwehr unterzubringen. Eine zweite Bauhofhalle für die Fahrzeuge und Gerätschaften könne ganz in der Nähe entstehen, und zwar auf dem Gelände des bisherigen Skate-Platzes, über dessen Verlegung aus Lärmschutzgründen ohnehin nachgedacht werde, so Vogt. Vieles sei natürlich noch sehr vage. In einem nächsten Schritt werde es darum gehen, diese Überlegungen in eine konkrete Planung zu gießen.

Neue Parkplätze sollen kommen

Einem Antrag auf Errichtung eines Sechs-Familien-Hauses im Baugebiet Biegfeld II hat der Gemeinderat einstimmig das gemeindliche Einvernehmen versagt, unter anderem wegen der Absicht des Bauherren, drei Vollgeschosse zu errichten. Diese Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes würde zu weit gehen, lautete der Tenor im Gemeinderat.

Beschlossen wurde vom Gremium die Schaffung von fünf bis sechs öffentlichen Parkplätzen im Zugangsbereich zur Siedlung Biegfeld III. Die Kosten werden auf 2000 Euro geschätzt. Grünes Licht gab der Gemeinderat ferner für das Ansinnen des Betreibers der Autobahn-Tank- und -rastanlage, eine Elektroschnellladestruktur mit zunächst 16 und im Vollausbau dann 28 Anschlussplätzen zu schaffen.

Dem Posaunenchor Erzberg wurde für die Anschaffung einheitlicher Jacken für Musiker ein Zuschuss von 170 Euro in Aussicht gestellt.

In der Bürgerfragestunde wies eine Anwohnerin auf Befürchtungen hin, der Ausbau der A6 könne in Kombination mit den Interfranken-Plänen zu einer Erhöhung des Verkehrs auf der Staatsstraße 2419 und damit zu mehr Lärm für die angrenzende Siedlung führen. Das Rathaus führe darüber Gespräche. Es gebe dazu aber keine belastbaren Informationen, so die Bürgermeisterin.

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