Trainieren, entspannen, Essen gehen – das soll in Ipsheim künftig an einem Ort möglich sein. Stefan Saad und seine Verlobte Franziska Schroeder planen ein Projekt im Nord-Osten der Gemeinde: eine Art Wellness-Tempel. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben grünes Licht erteilt.
Seit mehr als zwei Jahren planen Saad und Schroeder schon, reichten notwendige Anträge ein, sind mit den Anwohnern ins Gespräch gegangen, dass es dann, wenn alle Pläne genehmigt sind, keine Probleme gibt. Die Vorgehensweise nannte Ipsheims Bürgermeister Stefan Schmidt, der sich sehr über den „großen Gewinn für Ipsheim“ freut, in der Sitzung des Gemeinderats „vorbildlich“. Den dafür notwendigen Änderungen im Flächennutzungs- und Bebauungsplan stimmten er und seine Räte einstimmig zu.
Stefan Saad erläuterte die Pläne im Gespräch mit unserer Redaktion. Der 30-jährige Zahnarzt leitet mit seiner Mutter das Dental-Zentrum in Ipsheim. Hinter dem Grundstück, im Nord-Osten Ipsheims, will er sein Projekt, das mit der Zahnklinik nichts zu tun hat, verwirklichen. Er sei dort auch „nur der Bauherr“. Der Komplex soll sich aus drei Bereichen zusammensetzen, die von drei Mietern betrieben werden. Auf rund 1000 Quadratmetern können Besucher Ausdauer- und Krafttraining in einer Außenstelle des Markt Erlbacher Fitnessstudios Kraftwerk trainieren.
Im Anschluss bietet es sich an, zu entspannen. Franziska Schroeder übernimmt die Sparte Wellness. Auf rund 400 Quadratmetern laden Saunen zum Schwitzen, Innen- und Außenwhirlpools zum Entspannen ein. Massagen runden das Angebot ab. Auch ein kleiner Friseursalon ist geplant, erklärt Saad. Ebenso soll eine Praxis für Physiotherapie an den Fitnessbereich anschließen.
In einem weiteren Trakt wird es kulinarisch. Das Hotel Riesengebirge aus Neuhof an der Zenn wird dort ein Restaurant betreiben, in dem sich die Gäste verwöhnen lassen können. Schon länger hätten die Neuhöfer nach einer Möglichkeit gesucht, in den Aischgrund zu expandieren.
Die Idee zum Projekt hatten Saad und Schroeder schon vor vier Jahren, ihre Pläne wurden durch Corona etwas ausgebremst, erzählt Saad. Seine Verlobte arbeitet in Erlangen und pendelt täglich, auf Dauer ist das für das junge Ehepaar keine Option. Zu viel Zeit bleibe auf der Strecke.
Die beiden schmiedeten Pläne und sprachen Geschäftsleute an, von denen sie wussten, dass sie Interesse haben. Ihre Intention sei: „Junge Leute sollen nicht in die Stadt ziehen müssen, um etwas zu erleben“, sagt Saad. „Nach Feierabend abschalten“, dafür sei in der Region nichts Vergleichbares geboten, findet der 30-Jährige, man müsse erst nach Würzburg oder Nürnberg fahren. Gut ausgebildete Leute müsse man zudem versuchen, irgendwie auf dem Land zu halten, so Saad.
Noch nicht ganz ausgereift sei die Idee, eine Art „Working Space“ für „innovative Köpfe“ im Homeoffice in das Projekt zu integrieren. Relaxen und Arbeit verknüpft an einem Ort, so Saads Vorstellung.
Die Weinberge, zu deren Füßen das Gebäude liegen werde, bekämen seiner Ansicht nach noch zu wenig Beachtung, auch wenn er den Ipsheimer Winzern großes Lob ausspricht: „Die ziehen schon ordentlich an, jetzt. Unsere Gegend kann, darf und soll man zeigen“, findet Saad. Unterfranken sei für ihn ein Paradebeispiel, „die sind im ländlichen Bereich schon viel mehr auf Tourismus ausgelegt, als wir hier.“
Saad schwärmt von „guten Weinen und super Brauereien“ die auch hier in der Region verbreitet seien. Bei verschiedenen Events könne er sich vorstellen, diese noch bekannter zu machen und dabei die „geniale Aussicht“ auf die Weinberge hervorzuheben. Laufe weiter alles nach Plan, dann geht Saad davon aus, dass er mit dem Bau des rund fünf Millionen Euro teuren Projektes zwischen April und Juni 2025 starten kann. Rund 18 Monate Bauzeit kalkuliert der Zahnarzt, wobei er sich da keinen Druck machen will.