Naturpark Frankenhöhe baut ein Netz für Tiere und Pflanzen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.03.2024 15:30

Naturpark Frankenhöhe baut ein Netz für Tiere und Pflanzen

Auf immer mehr ehrenamtliche Helfer kann der Naturpark Frankenhöhe zählen. Ranger Benjamin Krauthahn (links) bekam viel Unterstützung bei der Pflege eines alten Hutewaldes bei Mitteldachstetten. Freiwillige sind seit vier Jahren bei der Entbuschung des alten Weidewalds dabei. (Foto: Naturpark Frankenhöhe/Joshua Blank)
Auf immer mehr ehrenamtliche Helfer kann der Naturpark Frankenhöhe zählen. Ranger Benjamin Krauthahn (links) bekam viel Unterstützung bei der Pflege eines alten Hutewaldes bei Mitteldachstetten. Freiwillige sind seit vier Jahren bei der Entbuschung des alten Weidewalds dabei. (Foto: Naturpark Frankenhöhe/Joshua Blank)
Auf immer mehr ehrenamtliche Helfer kann der Naturpark Frankenhöhe zählen. Ranger Benjamin Krauthahn (links) bekam viel Unterstützung bei der Pflege eines alten Hutewaldes bei Mitteldachstetten. Freiwillige sind seit vier Jahren bei der Entbuschung des alten Weidewalds dabei. (Foto: Naturpark Frankenhöhe/Joshua Blank)

Mit neuen Partnerschaften feiert der Naturpark Frankenhöhe seinen 50. Geburtstag. Projekte mit Schulen, Gemeinden, Wanderwarten und anderen Akteuren aus Naturschutz und Tourismus tragen reichlich Früchte.

Vor fünf Jahren blies der Freistaat viel frischen Wind in seine 19 Naturparks. Er spendierte Stellen für Ranger und gab ihnen klare Aufgaben. Für den Naturpark Frankenhöhe sind es drei Stellen, die auf vier Personen verteilt sind. Der 1100 Quadratkilometer große Naturpark liegt in einem Dreieck zwischen Neustadt, Schnelldorf und Ansbach. Ihn tragen die Gemeinden in diesem Gebiet als Verein.

Seit dem Jahr 2017 liegt die Geschäftsführung beim mittelfränkischen Landschaftspflegeverband, der sein Fachwissen einbringt. Geschäftsführerin Johanna Sieger und ihr Stellvertreter Benjamin Krauthahn stellten am Mittwoch bei der Jahresversammlung in Ipsheim die Bilanz für 2023 vor. „Wir haben mit Schulen 90 Veranstaltungen mit fast 1600 Schülern und Schülerinnen gemacht“, sagte Krauthahn. „Das Interesse von Schulen ist weiter sehr groß.“ Dazu kamen neun Angebote im Ferienprogramm.

Wege mit 50 Wanderwarten

1100 Kinder und Erwachsene haben 56 Führungen besucht. Neben der Bildungsarbeit steht der Naturschutz mit mehreren Programmen für bedrohte Tierarten im Vordergrund. Zudem wurden rund 50 Wanderwarte geschult und mit ihnen Wege überarbeitet. „Wir übernehmen auch die Förderungsanträge für Orientierungstafeln“, erläuterte Johanna Sieger. Diese seien auch bei der Digitalisierung der Wanderwege unverzichtbar.

Nicht nur für Einheimische soll der Naturpark ein abwechslungsreiches Naherholungsgebiet sein. Auch als Qualitätssiegel für den Tourismus ist er wichtig. Gäste können ihn unter anderem auf dem Qualitätswanderweg Europäische Wasserscheide oder dem Fränkischen Jakobsweg erkunden. Für Radfahrer gibt es zwischen Tauber, Aisch und Altmühl ein dichtes Netz von Wegen. Hauptrouten sind der Erlebnis-Radweg Hohenzollern und der Fränkische Wasser-Radweg.

Pläne für Besucherzentrum

Um allen die Reize und Möglichkeiten im Naturpark anschaulich zu machen, könnte ein Besucherzentrum entstehen. Das Land Bayern hat hohes Interesse daran. Für den Bau und den Betrieb gibt es Zuschüsse von 90 Prozent. „Das sollte uns nicht zu vorschnellen Beschlüssen verleiten“, warnte Renate Hans, Bürgermeisterin von Lehrberg und Vorsitzende des Trägervereins. Erst einmal soll durch Informationsfahrten und Videogespräche mit anderen Naturparks geklärt werden, wie ein Besucherzentrum aussehen und langfristig finanziert werden könnte. Als Standorte sind Colmberg und Dombühl in der Endauswahl.

Unklar ist, ob der Freistaat bei einer anderen Baustelle dabei ist. Bei der Gründung vor 50 Jahren wurde der Naturpark festgelegt, ohne Flächen nach ihrem ökologischen Wert zu erfassen. Das entpuppt sich als Hindernis der Energiewende. Wer im Naturpark eine Photovoltaikanlage auf einer Freifläche errichten will, braucht eine besondere Genehmigung. Gemeinden müssen jeden Einzelfall aufwendig überprüfen.

Gemeinden können mit Zonen für PV-Anlagen sparen

Der Naturpark will deshalb ein Konzept erstellen, durch das Zonen für solche PV-Anlagen grundsätzlich freigegeben werden. Damit sparen die Gemeinden langfristig viel Geld, weshalb der Bezirk Mittelfranken die Hälfte der Kosten von 150.000 Euro übernehmen will. Der Freistaat hat noch keine Förderung zugesagt.

Die Gemeinden, die den Naturpark tragen, sind von den Vorteilen solcher Zonen aber so überzeugt, dass sie bei nur zwei Gegenstimmen beschlossen, notfalls die andere Hälfte selbst zu übernehmen. Sie sehen aber den Freistaat gefordert, hier mit einem Zuschuss zu helfen.

Wer beim Jubiläum mitfeiern will, kann sich schon zwei Termine vormerken. Am 12. September findet ein Fest auf Burg Colmberg statt, am 22. September ein Schäferfest in Neuhof.

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