Wie leben die Menschen in Bayern? Das soll der Mikrozensus herausfinden, für den das Landesamt für Statistik jedes Jahr ein Prozent der Bevölkerung befragt. Nun startet die Haushaltsbefragung für 2026. Doch wie funktioniert das genau?
Etwa 130.000 Menschen in 65.000 Haushalt werden laut dem Landesamt nach einer Zufallsstichprobe ausgewählt. Diese werden schriftlich darüber informiert - und müssen an der Erhebung teilnehmen, denn es gilt Auskunftspflicht. „Nur wenn alle einbezogenen Bürger die Fragen des Mikrozensus beantworten, kann ein zuverlässiges Bild der Lebensverhältnisse der Bevölkerung geliefert werden“, heißt es zur Begründung.
Wer die angeforderten Auskünfte nicht gibt, bekommt zunächst eine schriftliche Erinnerung und eine Mahnung, seiner Pflicht noch nachzukommen. Dann geht es an den Geldbeutel: Die Behörden verhängen ein Zwangsgeld in Höhe von 250 Euro. Freikaufen kann man sich von der Auskunftspflicht damit aber nicht. Wer zahlt, muss die Angaben weiterhin machen.
Die Haushalte können die Fragen des Mikrozensus online beantworten oder in einem Telefoninterview. Dafür sind bayernweit etwa 130 Erhebungsbeauftragte im Einsatz. Die Befragungen erfolgen von Januar bis Dezember. Dabei geht es um Themen wie Haushalt und Familie, wirtschaftliche Lage und soziale Teilhabe, Bildung und Beruf, Arbeitsweg, Kinderbetreuung, Wohnen und Gesundheit.
„Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und ausschließlich für statistische Zwecke verwendet“, erklärt das Landesamt. Die Daten werden dann zusammengefasst veröffentlicht, Rückschlüsse auf einzelne Personen sind daher nicht möglich.
Den Mikrozensus gibt es seit 1957 in Deutschland. Auch wenn die Namen sich ähneln, hat er mit dem Zensus nichts zu tun. Der Zensus ist die größte amtliche Statistik Deutschlands und erfolgt alle zehn Jahre. Etwa 13 Prozent der Bevölkerung werden dazu befragt, um aktuelle Daten zu deren Zusammensetzung und Struktur zu bekommen. Die letzte Erhebung war 2022.
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