Ruffenhofen sei inzwischen zu einem Hotspot der Forschung geworden, konnte Vorsitzender Bernd Großmann (Wittelshofen) zur Begrüßung der Jahresversammlung des Fördervereins Römerpark Ruffenhofen anmerken. Auch der Verein hat Zulauf. Mit aktuell 208 Mitgliedern legte man leicht zu, so Großmann.
Der Vorsitzende blickte auf ein wechselhaftes Jahr zurück. Der Verein brachte sich mit der Beschaffung von Römerzelten und der Auffrischung der Beschriftungen im Römerpark ein. Dank einer Spende konnte eine Wandladestation für Elektrofahrzeuge am Parkplatz installiert werden.
Aktuell laufen die Renovierung und der Umbau des Minikastells, wozu bis jetzt rund 17.000 Euro des Fördervereins aufgewendet wurden, heißt es in einer Pressemitteilung.
Mit 150 ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde die Fassade des Limeseum neu gestrichen. Der Vorstand begleitete mit mehreren Aktionen die Arbeiten in und rund um den Römerpark und das Limeseum. Es gebe eine enge Abstimmung mit der Museumsleitung, eine gute Zusammenarbeit mit dem Zweckverband und eine Unterstützung der Fachvorträge.
Kassier Roland Fickel (Gerolfingen) nannte Ausgaben von gut 23.000 Euro für die Sonderausstellungen, einen ersten Teil der Minikastellrenovierung und die Erneuerung der Beschriftungen.
Die Vereinseinnahmen werden von Mitgliedsbeiträgen und Spenden bestimmt. 2024 wolle man die Sonderausstellungen weiter unterstützen und die Sanierung des Minikastells zum Abschluss bringen. Seit Bestehen des Fördervereins wurden 417.000 Euro für Zwecke des Römerparks zur Verfügung gestellt.
Museumsleiter Dr. Matthias Pausch gab in seinem Vortrag eine Übersicht über die Entwicklungen, Veränderungen, Forschungen und neuen Erkenntnisse im Römerpark. Sein Dank galt den Vereinsmitgliedern für die vielfältige Unterstützung sowie die unkomplizierte und spontane Zusammenarbeit.
Nach der aktuellen Sonderausstellung über Bier und Brot werde ab Januar „Zwischenwelten“ zu sehen sein, ehe den Sommer über „Antike reloaded“ mit Bronzeskulpturen auch im Gelände einen Schwerpunkt bilden werde. Stolz sei Pausch auf die Verleihung des Bayerischen Heimatpreises.
Der Römerpark sei inzwischen ein Tummelfeld für Wissenschaftler, was zum einen neue Erkenntnisse und disziplinübergreifende Zusammenarbeit, zum anderen auch bestehende Erkenntnisse verfestige. Gut dabei sei, dass dafür für den Zweckverband und den Förderverein kaum Kosten entstehen.
So war die Römisch-Germanische Kommission aus Frankfurt wiederholt zu Bohrungen und geophysikalischen Untersuchungen da. Hier versprächen erste Auswertungen neue Ansatzpunkte. Die Universität Mainz widmet sich Forschungen der Geoarchäologie an der Wörnitz und im Parkgebiet.
Die Hochschule München hat die Einmessung der Römerparkstrukturen abgeschlossen. Und mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wertet die Universität Erlangen geophysikalische Erkenntnisse aus und interpretiert diese. Aktuell laufe noch die Lehrgrabung der Universität Leipzig, bei der Holzstrukturen eingeordnet werden müssen.