Ähnlich wie die Stadt Ansbach und andere Kommunen hofft die Marktgemeinde Lichtenau, einen Zuschuss aus der „Sportmilliarde“ des Bundes zu bekommen. Der Marktgemeinderat billigte eine Projektskizze für Umbau und Modernisierung des Freibades und die Einreichung für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“.
Die Kostenschätzung für die Umbaumaßnahmen liegt bei 8,790 Millionen Euro brutto. Sollte die Aufnahme in das Bundesförderprogramm erfolgen, würde Lichtenau bei anerkannter Haushaltsnotlage 75 Prozent der Netto-Kosten als Zuschuss bekommen und der Eigenanteil bei knapp 1,85 Millionen Euro liegen. Ohne die anerkannte Haushaltsnotlage läge der Zuschuss nur bei 45 Prozent.
Mit der „Sportmilliarde“, so erläuterte Bürgermeister Markus Nehmer, will die Bundesregierung bis 2028 mit einer Milliarde Euro die Sanierung kommunaler Sportstätten unterstützen. Der Sanierungsstau bei Sporthallen, Bädern oder Stadien solle damit abgebaut werden und der Fokus liege auf der energetischen Optimierung sowie der Barrierefreiheit.
Er blickte auch zurück und sagte, dass der Marktgemeinderat bereits in seiner Sitzung am 13. November die Erstellung einer Projektskizze für die Interessensbekundung am Förderprogramm „Sportmilliarde“ beschlossen hatte. Die Projektskizze wurde am Tag der Sitzung des Marktgemeinderates online eingereicht. Der förmliche Beschluss des Gemeinderates könne bis Ende Januar nachgereicht werden.
Christoph Matschi von der Firma Effinity GmbH aus Lichtenau stellte Umbauvarianten vor. Das Freibad Lichtenau wurde 1935 errichtet und zuletzt 1990 grundlegend saniert. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der baulichen Anlagen und der technischen Ausstattung bestehe ein erheblicher Sanierungsstau.
Ohne eine umfassende Sanierung sie davon auszugehen, so Bürgermeister Nehmer, dass der Betrieb innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre nicht mehr dauerhaft aufrechterhalten werden könne. Ziel der nun geplanten Sanierung sei es, den langfristigen Erhalt des Freibades als zentrale öffentliche Freizeitinfrastruktur sicherzustellen.
Durch die Sanierungsmaßnahmen solle die Energieeffizienz und die Betriebssicherheit verbessert, der Ressourcenverbrauch reduziert sowie die laufenden Betriebs- und Unterhaltungskosten gesenkt werden. Gleichzeitig sollen Sicherheit, Funktionalität und Aufenthaltsqualität für alle Nutzergruppen erhöht werden. Mit seiner 50-Meter-Schwimmbahn habe das Lichtenauer Freibad überörtliche Bedeutung für den Sport, so Markus Nehmer. Das Freibad werde auch regelmäßig für den Schwimmunterricht genutzt.
Mit dem nun geplanten Umbau soll es eine funktionale Trennung des Hauptbeckens in Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich geben. Auch ist eine Erneuerung der gesamten Heiz- und Bädertechnik, die vollständigen Barrierefreiheit und der Einsatz eines energieeffizienten Wärmepumpensystems in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage und Energiespeicher geplant.
Die Schwimmbecken sollen in langlebiger Edelstahlausführung unter Verwendung nachhaltiger Materialien umgebaut werden. Das Hauptbecken soll nur noch zwei 50-Meter-Bahnen haben. Die restlichen Bahnen sollen auf 25 Meter verkürzt werden. Daneben ist ein Nicht-Schwimmer-Becken geplant. Diese Aufteilung in zwei verschiedene Becken ist die billigste der drei vorgestellten Varianten.
Der Leiter des kommunalen Bauamtes, Christian Diertrich, erklärte, dass bei Auswahl des Projektes ein Antrags- bzw. Koordinierungsgespräch stattfindet und anschließend innerhalb von 24 Monaten ein Antrag auf Zuwendung gestellt werden müsse. Sollte die Bezuschussung klappen, würde die Baumaßnahmen 2027 und 2028 stattfinden und in den beiden Jahren kein Badebetrieb möglich sein.