Im Rathaus geht Stefan Bußinger schon lange ein und aus. 24 Jahre lang war er Gemeinderat. Seit 2020 ist er Bürgermeister – und möchte das auch gerne weiterhin bleiben.
„Es war am Anfang schon was Neues”, sagt Stefan Bußinger (SPD und Unabhängige Wähler) rückblickend. Obwohl er vor seinem Bürgermeisteramt schon Jahre lang die Prozesse in der Gemeinde begleitet hat, musste er sich intensiv einarbeiten. Besonders die vielen Genehmigungsverfahren und die Bürokratie waren „erschreckend”.
Aber er kam schnell rein. Vor allem, weil sein Vorgänger Stefan Maul und der erfahrene Bürgermeister der Nachbarkommune Wolframs-Eschenbach, Michael Dörr, für alle Fragen zur Verfügung standen. Auch die Zusammenarbeit in der kommunalen Allianz „Altmühl-Mönchswald-Region” schätzt Bußinger sehr.
Vor sechs Jahren lagen auf Bußingers Schreibtisch unter anderem „kleinere Baugebiete” und der Kauf eines neuen Feuerwehrautos, erinnert sich der 53-Jährige. Was auch von Anfang an Thema war: die Planungen für den Schulbau.
Besonders durch die Pandemie habe sich der Entwurf für dieses Projekt sehr in die Länge gezogen. In der laufenden Amtszeit wurde es dann sehr konkret. Container wurden aufgestellt, die Schulfamilie zog gemeinsam um. Die Pläne für den Neubau und die Sanierung stehen und in den nächsten Wochen starten die Arbeiten.
Auf dem Plan für die Kommune steht außerdem der neue Dorfladen. Einkaufsmöglichkeiten und ein Café sollen im Zentrum des Dorfs, in der Raiffeisenstraße, entstehen. Kleinere Dinge, wie der Umzug der Verwaltung ins Erdgeschoss des Rathauses oder weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz, stehen außerdem an. „Vieles anfangen und nicht zu Ende bringen ist nicht gut”, weiß Bußinger. Schon allein deshalb möchte er bei den Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr erneut antreten. Die offizielle Nominierung steht im November an.
Manchmal ärgert Bußinger sich über die langen Prozesse. Aber er findet auch: „Man hängt sich oft an die negativen Sachen hin.” Eigentlich ist seine Amtszeit geprägt von „richtig schönen Erlebnissen”. Besonders der Kontakt zu den Kindern in Schule und Kindergarten geben dem 53-Jährigen viel zurück. Auch kann man vieles gestalten und ist der Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger. Sie kommen beispielsweise mit wichtigen Hinweisen auf ihn zu. „Das ist sehr schön, wenn die Leute mitdenken.”
Ob im Sport- oder im Schützenverein – Bußinger ist in Mitteleschenbach tief verwurzelt. Er schätzt die ländliche Gegend und das Dorfleben. Der Zusammenhalt zwischen den Generationen, das freiwillige Anpacken und Rücksicht nehmen auf die anderen, darauf kommt es für ihn an.
„Ich möchte das Leben im Dorf halten”, steht für ihn fest. Die Gastwirtschaften werden immer weniger. Umso gefragter sind für die vielen Mitteleschenbacher Vereine Orte zum Zusammenkommen. Bußinger möchte deshalb Treffpunkte schaffen – wie zum Beispiel das geplante Café im Dorfladen.