Külsheim „in Schutt und Asche”? Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe zu Bauarbeiten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.07.2025 07:00

Külsheim „in Schutt und Asche”? Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe zu Bauarbeiten

In Külsheim gibt es mehrere Baustellen gleichzeitig, zum Beispiel am Mühlweg. (Foto: Nina Daebel)
In Külsheim gibt es mehrere Baustellen gleichzeitig, zum Beispiel am Mühlweg. (Foto: Nina Daebel)
In Külsheim gibt es mehrere Baustellen gleichzeitig, zum Beispiel am Mühlweg. (Foto: Nina Daebel)

Irgendwann haben sich die Gerüchte verselbstständigt – in den sozialen Medien ging es einmal mehr rund. Külsheim liege „in Schutt und Asche”, hieß es. Man würde in einem Schotterfeld leben, die Stadt hätte kein Geld mehr, um Baumaßnahmen fertig zu stellen. Stadtbaumeister Ludwig Knoblach räumt nun mit solchen Spekulationen auf.

Ihm zur Seite steht Wolfgang Roth, zuständig fürs Sachgebiet „Tiefbau” bei der Stadt Bad Windsheim. Beide stellen auf Nachfrage unserer Zeitung klar, dass keine Baumaßnahme der Stadt je etwas „in Schutt und Asche” gelegt und dies gar so belassen hätte. „Und das wird es auch nicht geben”, so Knoblach, der die Vorwürfe, wie sie in den sozialen Medien kolportiert worden waren, nicht nachvollziehen kann.

Lob für die Kooperationsbereitschaft der Külsheimer

Zumal sich aus dem Bad Windsheimer Ortsteil Külsheim in dieser Angelegenheit niemand direkt ans Bauamt gewandt und mögliche Probleme geschildert hatte. Im Gegenteil. Man habe seitens der Stadt bei den Planungen gut mit den Külsheimern zusammengearbeitet und könne deren Kooperationsbereitschaft nur lobend erwähnen.

Verzweifelt sei man und wisse nicht, wie es weitergehen solle, schreibt indes eine Külsheimerin in einer Mail an unsere Redaktion, in der sie auf die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände auf den Straßen Külsheims hinweist. Baulöcher seien nur „stellenweise, uneben und in einer nicht fachgerechten Weise” mit Asphalt versiegelt worden. „Dieser Zustand der Straßen ist eine Zumutung für alle Bewohner im Dorf”, heißt es in dem Schreiben weiter.

„Gesundheitsgefährdender” Zustand der Straße?

Vor allem für die jüngsten und älteren Bürger sei dieser Zustand geradezu „gesundheitsgefährdend”. Es wird auf die Wertminderung der Grundstücke verwiesen sowie auf diverse Beschädigungen durch Schmutz und Steinschlag an Autos, Grundstücken und den Häusern. Die Külsheimerin behauptet zudem, dass die Stadt „alle Gelder für die Dorferneuerung eingefroren” habe und mittlerweile nicht einmal mehr Geld vorhanden sei, „um in unserem Dorf zumutbare Straßenverhältnisse zu gewährleisten.”

Dass eine Baustelle nun mal Dreck und Lärm mit sich bringe, liege in der Natur der Sache, so Stadtvertreter Roth. Genauso wie die Tatsache, dass sich eine solche Maßnahme eben über mehrere Monate erstrecke. „Das bringt Unannehmlichkeiten mit sich, das ist völlig klar, aber anschließend ist wieder für Jahrzehnte Ruhe”, sagt Roth und erklärt erst einmal, welche Maßnahmen in Külsheim überhaupt umgesetzt worden sind. Demnach sei im Zuge der Dorferneuerung zuerst die Kanalisation saniert oder eben sogar komplett erneuert worden. Genauso wie die Wasserleitungen, und zwar unter anderem im Mühlweg, in der Kirchgasse und der Schloßgasse.

Straßen werden noch asphaltiert und gepflastert

Diese Maßnahme stehe nun kurz vor dem Abschluss. Einige Feinarbeiten würden noch ausstehen, so Roth. Anschließend werden die Straßen asphaltiert oder eben gepflastert. Wann genau diese Arbeiten starten, sei bislang noch unklar, weil dies ein weiteres externes Unternehmen übernehmen müsse. Das wiederum werde von der Baufirma koordiniert, die mit der Umsetzung des Gesamtvorhabens beauftragt worden war. „Hier warten wir aktuell auf eine Rückmeldung, wann es voraussichtlich losgehen wird”, erklärt Roth.

Sobald dieses Projekt beendet ist, soll die Külsheimer Ortsdurchfahrt folgen. Geplant sei ein Vollausbau, so Roth. Der Kanal wird in diesem Abschnitt mit dem Inliner-Verfahren saniert, so dass aufwendige Grabungsarbeiten wegfallen. Aktuell stehe man kurz vor den Ausschreibungen für die anvisierten Arbeiten an der Ortsdurchfahrt. Der Baubeginn soll im Oktober erfolgen. Vorausgesetzt, die dann beauftragte Firma kann und will noch vor dem Winter starten. Ansonsten werde es wohl Frühjahr werden, bevor die Maßnahme starte.

Neue barrierefreie Bushaltestelle

Die Ideen und Wünsche der Külsheimer, die zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt eingebracht worden seien, habe man nach Angaben von Stadtbaumeister Knoblach in die Pläne eingearbeitet. Beispielsweise eine neue Bushaltestelle, die barrierefrei sei und eine Überdachung bietet. Keine Idee sei verloren gegangen. Nur könnten einige Vorschläge der Dorfgemeinschaft aus technischen Gründen schlichtweg nicht umgesetzt werden.

Sobald die Ortsdurchfahrt fertig ist, geht es auch schon mit dem nächsten Projekt weiter: Es folgt die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße von Külsheim kommend in Richtung der Ost-Umgehung. Diesbezüglich hoffen Knoblach und Roth, dass man „flott in die Umsetzung gehen” könne. Das sei dann der vorerst letzte Bauabschnitt in dem Ortsteil.

„Das sind alles Riesenprojekte, die erstmal personell und finanziell gestemmt werden müssen”, sagt Roth und verweist auf die fünf Millionen Euro, die am Ende nach Külsheim geflossen sein werden. Doch die Dorferneuerung sei damit noch nicht abgeschlossen. Es sei damit zu rechnen, dass mindestens noch einmal so viel Geld in weitere Maßnahmen fließen werde.

Die Finanzierung der Projekte ist laut Knoblach zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Man starte stets mit Kostenschätzungen, die im weiteren Verlauf eines Projekts immer konkreter und detaillierter dargestellt werden könnten. Die notwendigen Gelder werden später in den Haushalt eingestellt und bei der Finanzplanung kommender Jahre berücksichtigt. „Wir wissen also, wie viel wir benötigen und dieses Geld ist auch vorhanden.”

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