In Colmberg ist die kommunalpolitische Landschaft übersichtlicher geworden. Nachdem die Bunte Liste, die bisher mit zwei Mandaten im Marktgemeinderat vertreten war, keine Kandidaten-Liste zusammenbekommen hat, treten nur noch die Liste von CSU/Freie Wählerschaft (CSU/FWC) und SPD/Unabhängige Bürger (SPD/UB) gegeneinander an.
Die Zusammensetzung des Gemeinderates wird sich also ändern – zumal sich sechs amtierende Gemeinderäte am 8. März nicht mehr zur Wahl stellen. Besonderheit in Colmberg: Über den Bürgermeister Gerhard Wachmeier wird nicht abgestimmt, der ist bereits im Februar 2025 – als Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Amtsinhabers Wilhelm Kieslinger – für die volle kommende Amtszeit gewählt worden.
Die meisten Kandidatinnen und Kandidaten stellt die CSU/Freie-Wählerschaft-Liste, sie hat mit 14 die Höchstzahl nominiert. Die Ortsteile seien auf der Liste stark vertreten, sagte CSU-Gemeinderat Reinhold Meyer im Gespräch mit der FLZ. Eines der politischen Ziele der Wahlvereinigung sei, dass auch die nächsten Generationen in den Colmberger Außenorten bauen können.
Als weitere Ziele formulierte Meyer die Fortsetzung der laufenden Projekte: „Wir wollen den Kostenrahmen beim Bau der Kläranlage einhalten.” Auch die Umsetzung der Maßnahmen für eine Ganztagsbetreuung der Schülerinnen und Schüler stehe im Fokus, so Meyer. Man strebe die Vermarktung des Industriegebietes an, eine bessere Vermarktung des Wohnmobil-Stellplatzes will man ebenfalls angehen.
Die Liste von SPD und Unabhängigen Bürgern – sie war in den vergangenen 24 Jahren immer im Gemeinderat vertreten – will durch hohe Lebensqualität sichern, dass die jungen Leute in der Gemeinde bleiben. „Wir haben eine sehr aktive Dorfjugend”, sagt Bernhard Heubeck, der als einziger der aktuellen drei Gemeinderäte der Liste wieder antritt. Als Fraktion im Gemeinderat will man die Jugendarbeit in der Gemeinde unterstützen.
Heubeck ist froh, „dass wir junge Leute gefunden haben, die bei uns einsteigen”. Er räumt aber auch ein, dass die Liste von SPD und Unabhängigen Bürgern mit sechs Kandidatinnen und Kandidaten recht kurz ist: „Es ist einfach schwierig, Leute zu finden.”
Das bekam auch die Bunte Liste zu spüren. Weil die beiden Gemeinderäte Stefanie Suhr-Meyer und Bernd Blümlein aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht mehr antreten, hatte die alternative Liste – auch mit einem Aufruf im Gemeindeblatt – vergebens versucht, Kandidierende zu finden. Stefanie Suhr-Meyer bedauerte das im Gespräch mit der FLZ sehr. Die Stimme der Bunten Liste werde bei der Ökologie und beim Artenschutz, aber auch bei der Flüchtlingspolitik fehlen.
Parteipolitische Grenzziehungen wird es wohl auch im neu gewählten Gemeinderat nicht geben. Sowohl Reinhold Meyer als auch Bernhard Heubeck betonten, die sachorientierte Zusammenarbeit im Rat. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Mehrheit der Kandidatinnen und Kandidaten gar kein Parteimitglied bei CSU und SPD sind. In der Liste der CSU/Freie Wählerschaft finden sich unter den 14 Kandidierenden gerade einmal drei CSU-Mitglieder. Von der Liste der SPD/Unabhängigen Bürgern verfügt keiner der sechs Kandidierenden über ein rotes Parteibuch.
Bürgermeister Gerhard Wachmeier steht in Colmberg nicht zur Wahl. Er wurde im Februar 2025 bis 2032 gewählt.