Traditionell wird in der Pinselmetropole am vierten Sonntag im Juli das Kirchweihfest begangen. Man gedenkt dabei der Weihe des alten Gotteshauses am Marktplatz – der Katharinenkirche.
Erstmals wurde im Jahr 1400 in einem Ablassbrief des Eichstätter Bischofs Eyrich eine Schlosskapelle „Sanctae Katharinae“ erwähnt. Die Bechhöfer Ortsritter von Seckendorff-Pfaff hatten diese im Privatbesitz.
Der Markgraf von Ansbach übernahm 1618 den Besitz der Seckendorff und stellte die Kirche der Ortsbevölkerung zur Verfügung. Doch die vormalige Schlosskapelle war wohl baufällig und zu klein, sodass die Katharinenkirche in ihrer heutigen Form durch den Hofbaumeister Johann David Steingruber 1780 entstand. Im Jahre 1889 wurde eine umfassende Renovierung im markgräflichen Stil durchgeführt.
Mehrere Innenrenovierungen im 20. Jahrhundert veränderten das Gesicht des Gotteshauses stark. Sie wurde unter anderem zu einer Kriegergedächtnisstätte umgestaltet. Fünf Glocken läuten im Turm der Katharinenkirche – die Marktglocke gibt Zeugnis von den sieben großen Jahrmärkten, die Bechhofen einst zu einem Marktzentrum werden ließen. Seit der großen Außenrenovierung 2009 ist das Gotteshaus auch optisch ein wahres Schmuckstück im Ortskern.
Heute findet der Großteil des evangelisch-lutherischen Gemeindelebens in der nahen Johanniskirche statt, deren Kirchweihfest am dritten Advent begangen wird. Doch die Bechhöfer hängen an ihrer alten Kirche – dies zeigt sich auch daran, dass dort gerne Taufen und Trauungen gefeiert werden. Zudem wird die Katharinenkirche nach Weihnachten für einige Wochen als Winterkirche genutzt, um Heizkosten zu sparen.
Ganz besonders rückt das Gotteshaus heuer bei den weltlichen Feierlichkeiten in den Fokus: Denn der Bechhöfer Marktplatz zwischen den beiden Kirchen wird vom 24. bis 27. Juli zu einem großen Festsaal, wo Groß und Klein voll auf ihre Kosten kommen sollen.
Auf dem Festplatz wird es auch in diesem Jahr Speisen, Getränke, Fahrgeschäfte für die Kinder und weitere Belustigungen geben. Doch was wäre die Bechhöfer Kirchweih ohne die Bürgerinnen und Bürger? Unter der Regie von Bürgermeister Sven Waidmann und Tanja Frank-Herzog aus der Gemeindeverwaltung wurde ein buntes Programm zusammengestellt, bei dem jeden Tag mehrere Vereine eingebunden sind: Am Mittwoch und Donnerstag (22. und 23. Juli) wird das Kirchweihfest traditionell in den heimischen Gasthäusern mit der Schlachtschüssel eingeläutet.
Am 24. Juli öffnet um 16.00 Uhr der Vergnügungspark auf dem Marktplatz. Um 18.00 Uhr gibt es im Le-Blanc-Park ein Standkonzert mit dem Spielmannszug und dem Musikverein Großenried. Gleich im Anschluss marschieren auf einem bunten Festumzug zahlreiche Vereine aus der gesamten Marktgemeinde und Ehrengäste durch Bechhofen. Nach dem Bieranstich durch Bürgermeister Sven Waidmann sorgen „Die Partyrocker“ für gute Stimmung. Der TSV Bechhofen wird den Festwirt durch Getränkeservice an den Tischen unterstützen.
Am Samstagnachmittag ab 14.00 Uhr erfährt die „Kerwa-Pinselpokalolympiade“ ihre dritte Auflage. Zehn Ortsvereine bieten Stationen, an denen sich die Gaudimannschaften zu bewähren haben. Um 18.00 Uhr werden die Siegerinnen und Sieger gekürt. Um 18.30 Uhr steht „Linedance“ auf dem Programm – die Dinkelsbühler Tanzschule Sczesny verspricht mitreißende Tänze. Abends verheißt die Band „Frankenbengel“ fränkische Partypower.
Der Sonntag beginnt um 9.00 Uhr mit dem Festgottesdienst in der Katharinenkirche. In diesem Zusammenhang wird in einem Festakt die offizielle Patenschaftsübernahme zwischen dem Kameraden- und Reservistenverein Bechhofen und der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Königshofen an der Heide besiegelt. Im Anschluss wird zum Weißwurstfrühschoppen vor der Kirche mit dem Musikverein Großenried geladen.
Ab 10.00 Uhr sind Rennmotorräder von 1952 bis heute bei einer Sonderausstellung im Museumsareal in der Feuchtwanger Straße zu bestaunen. Das Deutsche Pinsel- und Bürstenmuseum, das Museum „Wiegen + Messen“ und das „Vespa-Museum“ öffnen ihre Pforten bei freiem Eintritt.
Ab 11.00 Uhr kann man traditionelles Handwerk live erleben – der Bürstenbinder Reinhold Rottenbiller zeigt die Welt von Bürsten und Borsten. Am Nachmittag können sich die Gäste auf dem Marktplatz mit Kaffee und Kuchen stärken – dies wird von drei Ortsvereinen organisiert. Nach dem Frühschoppen sorgt die Sängerin „Stefanie C.“ für Unterhaltung.
Am Montag, dem Kinder- und Familientag, bieten alle Fahrgeschäfte ermäßigte Preise. Nachmittags sind die Bechhöfer Senioren zu Kaffee und Kuchen geladen. Organisiert wird der Nachmittag von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sachsbach, welche damit die große Renovierung ihrer Georgskirche unterstützen will. Währenddessen wird ab 14.00 Uhr die Grund- und Mittelschule Bechhofen für faszinierende Bühnenmomente sorgen.
Um 15.00 Uhr geben die Kinder der vier Kindergärten der Marktgemeinde eine Vorführung. Ab 17.00 Uhr gibt es noch eine Show-Einlage der Tanzschule Movement Revolution. Zudem wird nochmals „Stefanie C.“ für das Publikum singen. An allen Tagen gilt das Motto: Eintritt frei!