Klimaveränderung hin oder her – die Landbevölkerung sorgt sich schon immer, dass im Sommer Trockenphasen kommen könnten.
Andererseits gab es einen völlig verregneten Sommer schon lange nicht mehr. Doch in diesem Sommer war es so heiß wie noch nie. Ausgebrannte Grünlandflächen sogar in Talauen machten das auch Nichtlandwirten deutlich. Wenn es doch einmal regnet, dann in kurzen Starkregen. Der gewünschte anschließende Landregen bleibt aus.
Wie Diskussionen unter erfahrenen Praktikern, aber auch Pflanzenbaufachleuten zeigen, halten sich die Reaktionsmöglichkeiten in Grenzen. Ohne Wasser geht es nicht, wie auch die bisher weitgehend ernüchternde Suche nach Nutzpflanzen zeigt, die auch bei Trockenheit gute Erträge bringen. Nach wie vor gelten die ackerbaulichen Grundregeln, die Fruchtfolgen vielfältig gestalten, viel Bodenbeschattung und Förderung des Humusgehaltes.
Nicht einmal pauschal mehr Wintergetreide anzubauen, um die Winterfeuchtigkeit besser zu nutzen, entpuppt sich dieses Jahr als immer gültige Allgemeinempfehlung, denn auch der Winterweizen schwächelte.
So bleiben die künftigen Entscheidungen in der Landwirtschaft in Franken nicht einfach. Eine Lösung, die auf einem schweren, tiefgründigen Boden funktioniert, muss nicht automatisch für einen leichteren Standort geeignet sein. Anpassung an den Klimawandel bedeutet deshalb auch, regionale und betriebliche Unterschiede zu berücksichtigen.
Nach dem Mähdrusch war die Entscheidung für die Landwirte nicht leicht, ob der Acker sofort bearbeitet werden soll, was generell am besten für den Boden wäre. Allerdings fordert eine Bearbeitung eines total ausgetrockneten und harten Ackers einen hohen Spritverbrauch und großen Maschinenverschleiß. Allerdings ist es von Vorteil, wenn die Zwischenfruchtsaat schon im Boden ist, wenn es dann doch irgendwann regnet und die jungen Pflanzen sofort starten können.
Was die Futterversorgung für die Rinder betrifft, die auf den ausgedörrten Weiden keine grünen Halme mehr fanden, erinnerte manchen erfahrenen Landwirt an die alte Regel, dass es am besten sei, eine Ernte auf der Flur, eine in der Scheune und eine auf der Bank zu haben. Doch das ist auch angesichts steigender Kosten für Treibstoff und Dünger schwieriger.
Die klimatischen Herausforderungen treffen die Landwirtschaft zudem in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Die Lage auf den Weltmärkten ist angespannt. Gleichzeitig sehen sich die Betriebe mit niedrigen oder stark schwankenden Erzeugerpreisen und hohen Produktionskosten konfrontiert. Kosten für Energie, Dünger, Pflanzenschutz, Maschinen und weitere Betriebsmittel belasten die Wirtschaftlichkeit. Wenn dann noch wetterbedingte Ertragseinbußen hinzukommen, verschärft sich der Druck.
Eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft spielt nach wie vor der Boden. Gerade in trockeneren Regionen Frankens ist es wichtig, vorhandenes Wasser möglichst lange im Boden zu halten. Ein humusreicher und gut strukturierter Boden kann Wasser besser speichern und den Pflanzen über längere Zeit zur Verfügung stellen. Das Fachzentrum für Energie und Landtechnik in Triesdorf bezeichnet deshalb den Humusaufbau als einen wichtigen Ansatz, um landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen zu machen.
Nach Überzeugung der Triesdorfer Fachleute könne die Art der Bodenbearbeitung einen entscheidenden Beitrag leisten. Verfahren wie Mulchsaat oder Direktsaat können den Boden vor Austrocknung und Erosion schützen. Eine möglichst dauerhafte Bodenbedeckung reduziere die direkte Sonneneinstrahlung und könne die Verdunstung verringern. Gleichzeitig könne eine gute Bodenstruktur dazu beitragen, Starkregen besser aufzunehmen. Angestrebt werden müsse, die sogenannte Regenverdaulichkeit des Bodens zu verbessern: Das Wasser soll möglichst dort aufgenommen werden, wo es fällt, anstatt oberflächlich abzufließen.
Für die Maschinen der Bodenbearbeitung steht die Flexibilität im Vordergrund. Dies kann durch unterschiedliche Scharvarianten für ein jeweiliges Gerät gelöst werden oder auch durch Kauf von zusätzlichen Geräten, die unterschiedliche Zinken und/oder Walzen verbaut haben. Beispielsweise ergibt bei nassen Bedingungen die Rückverfestigung durch eine Walze wenig Sinn, bei trockenen ist jedoch eine hohe Rückverfestigung zwingend erforderlich. Somit zeigt sich der Trend bei der Bodenbearbeitung zu Geräten, die sehr flexibel hinsichtlich Schare und Rückverfestigung angepasst werden können.
Teilweise wird auf die Bodenbearbeitung komplett verzichtet. Darauf aufbauend haben die Hersteller ihre Sätechnik angepasst. Im Vordergrund steht hierbei immer die Gleichmäßigkeit der Saatgutablage. Da der trockene Boden hart ist, wird hier ein hoher Schardruck benötigt, um überhaupt in den Boden zukommen. Dies ist wiederum bei einem nassen Boden kontraproduktiv. Daraus folgt der Trend bei der Sätechnik hin zu Direktsaatmaschinen, die aber auch bei Pflug- und Mulchsaat eingesetzt werden können.
Doch jede Anpassung, jede neue Technik, kostet Geld. Ein überbetrieblicher Maschineneinsatz, beispielsweise über Maschinenringe oder gemeinschaftliche Lösungen, könne helfen, Investitionskosten auf mehrere Betriebe zu verteilen.