Kein Neubau nach dem Abriss der Petersauracher Bahnbrücke | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.01.2024 17:39

Kein Neubau nach dem Abriss der Petersauracher Bahnbrücke

Seit November 2021 ist die Brücke zwischen Wicklesgreuth und Petersaurach komplett gesperrt. Vor dem noch in diesem Jahr geplanten Abriss bedarf es jedoch einiger Abstimmungen mit der Bahn. (Foto: Antonia Müller)
Seit November 2021 ist die Brücke zwischen Wicklesgreuth und Petersaurach komplett gesperrt. Vor dem noch in diesem Jahr geplanten Abriss bedarf es jedoch einiger Abstimmungen mit der Bahn. (Foto: Antonia Müller)
Seit November 2021 ist die Brücke zwischen Wicklesgreuth und Petersaurach komplett gesperrt. Vor dem noch in diesem Jahr geplanten Abriss bedarf es jedoch einiger Abstimmungen mit der Bahn. (Foto: Antonia Müller)

Es war für viele Jahre die kürzeste Verbindung von Wicklesgreuth in den Hauptort der Gemeinde. Wer mal schnell noch etwas einkaufen, zur Post, zum Sportverein oder auf den Friedhof nach Petersaurach wollte, nahm die Brücke über die Bahnlinie. Gesperrt ist das marode Bauwerk schon lange, nun rückt der Abrisstermin näher.

Als Bürgermeister Herbert Albrecht am 16. November 2021 die bereits für den Schwerlastverkehr geltende Schließung der Brücke auf Fußgänger und Radfahrer ausdehnte, war der Aufschrei zunächst groß. Gerade im nahen Wicklesgreuth, dessen Bewohner seitdem mehr oder minder große Umwege in Kauf nehmen müssen, um nach Petersaurach zu gelangen.

Keine Alternative zur Komplett-Sperrung

Doch der Zustand der Brücke ließ dem Bürgermeister keine Wahl, wurde er seitdem nicht müde, zu erwähnen. Ein Gutachten hatte ergeben, dass einer der Sandsteinpfeiler, auf dem das Bauwerk ruht, keine statisch tragende Wirkung mehr erfüllt. Zur Komplett-Sperrung aus Sicherheitsgründen gab es laut Albrecht keine Alternative.

Inzwischen ist die Abriss-Planung durch das Ingenieurbüro Oehmke & Partner erfolgt. Im nächsten Schritt werden diese Pläne derzeit von den zuständigen Instanzen der Deutschen Bahn geprüft. Auf Rückmeldung setzt der Bürgermeister noch im Laufe des Januar. „Endlich tut sich da mal ein bisschen was“, erklärte Albrecht in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Die zähen Gespräche mit der Bahn, die sich seit vielen Monaten hinziehen, sollen aber noch in diesem Jahr in einem Abriss der Brücke münden, wie der Bürgermeister erklärte. Im aktuellen Haushalt sind jedenfalls 500.000 Euro dafür eingestellt. Stellt sich noch die Frage der Entwidmung, mit der die öffentlich-rechtliche Dienstbarkeit des Bauwerks per Definition endet. Nach Vorschlag der Verwaltung stellte der Gemeinderat diesen Beschluss zunächst hintenan. Aus einem einfachen Grund.

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Sollte im Zuge des Abrisses keine Entwidmung erfolgen, würde die aktuell bestehende Eisenbahnkreuzungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn fortbestehen. Das hätte den Vorteil, dass diese Vereinbarung im Hinblick auf ein später mögliches Ersatzbauwerk fortbestehen würde. Wollte die Gemeinde eine neue Brücke bauen lassen, wäre dafür lediglich eine Baudurchführungsvereinbarung mit der Bahn abzuschließen.

„Die Kosten eines Neubaus bleiben aber in jedem Fall bei der Gemeinde“, machte der Bürgermeister deutlich. Mit einem Verweis auf die angespannte Haushaltslage Petersaurachs ist „ein Ersatzbauwerk derzeit und bis auf Weiteres keine Option“, erteilte Albrecht den vagen Hoffnungen aus der Bevölkerung auf eine neue Brücke eine klare Absage. Dennoch wurde die Entwidmung vertagt – man weiß ja nie.

Stimmt die Bahn den Abrissplänen zu, sind im nächsten Schritt mit dem Betriebskoordinator der DB die voraussichtlich zehn für den Abriss nötigen Sperrpausen abzustimmen. Die Strecke in Richtung Ansbach und in der Gegenrichtung ist dann für den jeweiligen Zeitrahmen gesperrt.

Wie der Bürgermeister ausführte, muss für den Abriss aber die Witterung mitspielen. „Sperrpausen im Winter sind ausgeschlossen“ und damit ein zügiger Abriss, erklärte Albrecht. Grund dafür: Die Weichenheizungen im Bahnhof Wicklesgreuth werden über das Oberleitungsnetz gespeist. Ohne Strom frieren die Weichen ein.

Eine Baugrunduntersuchung ist bereits abgeschlossen. Offen ist, ob beim Abriss möglicherweise Giftstoffe aus alten Baumaterialien zu Tage treten und entsprechend entsorgt werden müssen. Auch das Ergebnis eines Artenschutzgutachtens steht noch aus. Dennoch ist der Bürgermeister zuversichtlich, dass „Ausschreibung und Vergabe der Abrissleistungen in 2024 erfolgen“.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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