Unerwartet spannend wird die Wahl in Ippesheim. Amtsinhaber Karl Schmidt sieht sich überraschend mit zwei Herausforderern konfrontiert. Die Nominierungsversammlung in Herrnberchtheim, die letzte der drei Ortsteile, zum Abschluss war gut besucht und die Bereitschaft, bei der Wahl anzutreten, hoch.
Ob es jetzt am Bau des Dorfgemeinschaftshauses liegt oder an anderen Gründen: Der Zusammenhalt in Herrnberchtheim scheint derzeit gut zu sein. Wahlleiter Hans Lilli äußerte sich auf Anfrage der FLZ richtig euphorisch: „Das war eine super Veranstaltung. In zehn,15 Minuten war alles erledigt”. Kein einziger der Anwesenden habe „Nein” gesagt, als er gefragt wurde, ob er kandidieren wird. Das Ergebnis: zwölf Kandidaten und drei Nachrücker. Darunter ist nur eine Frau. Sehr stark vertreten ist die Generation der Enddreißiger bis Endvierziger. Drei der Nominierten sind bereits im Gemeinderat vertreten: Bernhard Wolf (zugleich dritter Bürgermeister), Rüdiger Hagelstein und Lukas Haydl. Gemeinderat Markus Scherer tritt nicht mehr an.
Dazu war die Veranstaltung mit 43 Wahlberechtigten diejenige der drei Ortsteile mit dem besten Besuch. Viele junge Leute seien gekommen, so Lilli. Davon, dass es einen Bürgermeisterkandidaten geben würde, habe er nichts gewusst.
Wie am Tag zuvor schon in Bullenheim gab es dann aber auch in Herrnberchtheim eine Überraschung. Neben den beiden bereits Nominierten für den Bürgermeisterposten, Amtsinhaber Karl Schmidt und dem Bullenheimer Kandidaten Konrad Schmitt, stellte sich Rainer Bullmer zur Wahl. Er stammt aus Herrnberchtheim, zog zwischenzeitlich aber nach Herbolzheim und sitzt aktuell im Gemeinderat Markt Nordheim. Nach 20 Jahren sei er aber wieder in seine Heimatgemeinde zurückgekommen und baut dort derzeit ein Haus. Gemeldet ist er schon.
Mit weitem Abstand wurde er zum Kandidaten der Dorfgemeinschaft Herrnberchtheim bestimmt. 35 Stimmen entfielen auf ihn, vier auf Karl Schmidt und drei auf Konrad Schmitt. Tatsächlich sei die Entscheidung zur Kandidatur erst am Tag der Nominierung gefallen, sagte er auf Anfrage der FLZ. Er sei vorher schon gefragt worden, aber er hätte nicht gegen Karl Schmidt allein kandidiert, betonte er. Nachdem er aber erfahren hatte, dass es einen Gegenkandidaten aus Bullenheim gab, warf er seinen Hut in den Ring.
Bullmer ist noch 44 Jahre, feiert vor der Wahl aber noch seinen 45. Geburtstag. Nach einer Lehre zum Bürokaufmann war er bis 2002 hauptamtlich im Rettungsdienst beschäftigt. Er absolvierte die Ausbildung zum Rettungssanitäter und diverse Weiterbildungen. Inzwischen arbeitet er als Servicetechniker im Bereich Elektro, vor allem bei PV-Anlagen. Ehrenamtlich ist er aber dem BRK erhalten geblieben und ist Kreisbereitschaftsleiter.
Ersatzkandidaten sind Walter Schmidt, Jakob Reister und Matthias Krämer. Das Alter bezieht sich jeweils auf den Wahltag am 8. März 2026.