Der Landkreis München ist die wirtschaftlich am stärksten entwickelte Region in Deutschland, Cottbus verzeichnet die größten Fortschritte. Das zeigt eine Studie der Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft.
Für das Regionalranking werden seit 2016 alle zwei Jahre 400 Landkreise und kreisfreie Städte anhand von Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität untersucht. Das Dynamikranking misst, welche Regionen sich in den vergangenen zwei Jahren am stärksten verbessert haben.
Cottbus übernehme in der Lausitz eine zentrale Ankerfunktion als urbaner Wissens- und Innovationsstandort mit der einzigen technischen Universität Brandenburgs, sagte Hanno Kempermann von IW Consult. Neben der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung würden wirtschaftliche Aktivitäten an ökologischen Leitthemen wie Wasserstoff, Elektrifizierung und erneuerbaren Energien ausgerichtet. Regionen wie Cottbus zeigten, wie Strukturwandel gelingen könne. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.
Das Niveauranking zeigt derweil, wo die Lage in Deutschland aktuell am besten ist. Der Landkreis München belegt erneut den ersten Platz, gefolgt von der Stadt München und dem Landkreis Tirschenreuth. Elf der zwanzig stärksten Regionen liegen in Bayern. Sie punkten den Forschern zufolge mit hoher Steuerkraft, niedriger Arbeitslosigkeit und vielen hoch qualifizierten Fachkräften. Die letzten Plätze belegen Suhl (Thüringen) sowie die beiden Ruhrgebietsstädte Duisburg und Gelsenkirchen.
Der Süden Deutschlands schneidet insgesamt erneut stark ab. Gut drei Viertel der Regionen in den Top 100 liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Im Langzeitvergleich zeigt sich jedoch: Gut 60 Prozent der Regionen in Baden-Württemberg haben seit 2016 mindestens 25 Plätze im Ranking verloren - so viel wie kein anderes Bundesland.
Baden-Württemberg werde durch die Automobilkrise besonders stark getroffen, sagte Kempermann. Wirtschaftlich herausfordernde Zeiten mit hohen Kosten, Bürokratieanforderungen und Zollkonflikten beeinflussten insbesondere die industriegeprägten Bundesländer.
Der Norden Deutschlands konnte nach Angaben der Studienautoren hingegen profitieren. Dort habe der Ausbau erneuerbarer Energien massiv an Fahrt aufgenommen.
Seit 2016 hat sich Brandenburg von allen Bundesländern am besten entwickelt: Knapp 80 Prozent der Regionen verbesserten sich im Ranking um mindestens 25 Plätze. In Brandenburg sei viel industrielle Wertschöpfung entstanden, so Kempermann. Dazu profitiere das Bundesland von Berlin.
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