In Oberickelsheim kandidieren bis auf eines alle amtierenden Ratsmitglieder wieder für den Gemeinderat. Und auch Bürgermeister Michael Pfanzer steht erneut zur Wahl – für seine dritte Amtszeit. Er wurde in allen drei Ortsteilen nominiert.
Es gibt noch viel zu tun in der Gemeinde. Vor allem möchte Pfanzer die begonnenen Projekte abschließen. Mittlerweile dauerten Bauvorhaben von der Planung bis zur Fertigstellung fünf bis sechs Jahre. Und unfertige Sachen möchte er nicht hinterlassen. Deshalb tritt er nochmals an.
Nachdem die Gemeinde im Abwasserbereich nun gut aufgestellt ist, außer dass es sich beim Abrechnen der Maßnahme noch hinzieht, warten neue Aufgaben. In Rodheim soll das Baugebiet „Am alten Graben“ weiter erschlossen werden. Dazu wird es ein Trennsystem geben. In Oberickelsheim will man nun endlich das Gewerbegebiet erschließen, da eine Lösung für Lerche und Rebhuhn gefunden worden sei. In Geißlingen werden drei Bauplätze in einem Mini-Baugebiet erschlossen. Dazu muss die Kreisstraße jetzt in den Osterferien gesperrt werden.
Eigentlich wollte man damit schon angefangen haben, doch plötzlich sei die Kreisstraße als Umleitungsstrecke wegen einer Straßenbaumaßnahme im Nachbarlandkreis ausgeschildert gewesen. Auch mit solchen Hürden muss ein Bürgermeister rechnen, denn die Gemeinde sei nicht informiert worden. Über den Scherz, ob die Ämter sich noch an der ersten Auflage der Radkarte orientierten, auf der Orte westlich der A7, darunter Oberickelsheim vergessen worden sind, kann er nur noch gequält lächeln.
In Geißlingen gibt es aber noch eine weitere Hürde zu meistern. Das Dorfgemeinschaftshaus, sprich die alte Schule. Das Gebäude gehört der Gemeinde und die möchte es umgestalten. Da im Gemeindearchiv keine Pläne vorhanden sind, hofft er auf das Landratsamt, da dort eigentlich wegen erteilter Baugenehmigungen Pläne vorhanden sein müssen.
Im Sommer dieses Jahres soll es mit dem Breitbandausbau in Geißlingen und Oberickelsheim losgehen. Der Bereich der Ortsdurchfahrt Oberickelsheim sei bereits versorgt, erklärt der Bürgermeister.
Mittlerweile hat Pfanzer die Landwirtschaft und seine Tätigkeit als selbstständiger Handelsvertreter für Mineralfutter aufgegeben und kümmert sich nur noch um die Bürgermeistertätigkeit. Der Job füllt ihn auch aus. Wenn noch Zeit bleibt, genießt der 63-Jährige Touren mit dem Motorrad.
In der Gemeinde gibt es in Oberickelsheim, Rodheim und Geißlingen jeweils eine eigene Dorfliste mit insgesamt 24 Nominierten, darunter sind 17 Männer und sieben Frauen. Das bedeutet eine Frauenquote von 29,2 Prozent; die Frauenquote aller Ratslisten im Landkreis beträgt 31,3 Prozent. Das Durchschnittsalter beträgt nicht ganz 46 Jahre.
2020 waren es zum Vergleich die gleichen drei Listen mit ebenfalls 24 Nominierten, darunter 15 Männer und neun Frauen. Die Frauenquote lag bei 37,5 Prozent (und war damit – nach Dachsbach – die zweithöchste im Landkreis, dessen Durchschnitt bei 27,7 Prozent lag). Das Durchschnittsalter der Kandidierenden betrug nicht ganz 47 Jahre.
Ein neues Gesicht wird es auf jeden Fall geben, da Georg Dopf (Geißlingen) nicht mehr antritt. Doch die Bürgermeisterwahl in Kombination mit der hohen Zahl an Wiederkandidaturen bei der Gemeinderatswahl könnte bedeuten: Das Ergebnis in Oberickelsheim könnte den Status quo fast in Gänze bestätigen. Dieselbe Zahl und Art der Listen, dieselbe Zahl an Personen, den Frauenanteil fast gehalten und nun näher am Durchschnitt und den Altersdurchschnitt leicht gesenkt – in der Zusammenschau der Bewerbungskennzahlen kann Oberickelsheim als der Ruhepol des Landkreises bezeichnet werden.