Wie können mehr junge Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit auf dem Land begeistert werden? Dieser Frage widmet sich das Programm „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ (BeLA) Nordbayern. Nun führte eine Exkursion das BeLA-Team gemeinsam mit interessierten Medizinstudierenden des ersten bis zehnten Semesters nach Feuchtwangen.
Dort erwartete die Gruppe ein vielfältiges Programm, das von zahlreichen regionalen Akteurinnen und Akteuren gestaltet wurde, so auch von der Gesundheitsregion plus Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach. Das BeLA-Programm ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention in Kooperation mit dem Allgemeinmedizinischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen.
Seit 2018 wird damit das Ziel verfolgt, Medizinstudierende frühzeitig für die hausärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen zu gewinnen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Ansbach. Bei Exkursionen soll den Studierenden die Vielfalt und Attraktivität der Landmedizin aufgezeigt werden.
In Feuchtwangen öffnete zunächst Dr. Simon Sitter seine Praxis und gab den Studierenden Einblicke in den Alltag einer modernen Landarztpraxis. Neben der Besichtigung der Räume standen Themen wie Barrierefreiheit, integrative Medizin und effiziente Ablaufgestaltung im Mittelpunkt. Bei einem anschließenden Fachvortrag wurden anhand realer Fallbeispiele etwa die Besonderheiten der Primärversorgung und die Bedeutung einer starken hausärztlichen Basis erläutert.
Bei einer Stadtführung erfuhren die Teilnehmenden unter anderem, dass ein Handwerkerhaus, welches das Kommunalunternehmen aufwändig sanieren ließ, künftig Medizinstudierenden während Praktika kostenfrei als Unterkunft zur Verfügung stehen soll – ein weiterer Baustein, um junge Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt.
Abschließend empfingen Bürgermeister Patrick Ruh, dritter Bürgermeister Herbert Lindörfer sowie Vertreterinnen und Vertreter des örtlichen Technischen Hilfswerks die Gäste. Christina Löhner von der Gesundheitsregion plus Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach beleuchtete zudem die Vorteile ländlicher Strukturen: „In vielen Kommunen der Region gibt es Möglichkeiten zur Famulatur oder für Einsätze in einer Allgemeinarztpraxis. Weitere Pluspunkte der Region sind unter anderen die hohe Lebensqualität, der bezahlbare Wohnraum und die Familienfreundlichkeit, die sich etwa in den vorhandenen Kita- und Hortplätzen und dem starken Vereinswesen zeigt.“
Interessierte Hausärztinnen und Hausärzte, die Studierende in ihrer Praxis ausbilden möchten, können sich beim Allgemeinmedizinischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen melden. Als Lehrpraxis würden sie dazu beitragen, dass Studierende bereits während ihres Studiums wertvolle Erfahrungen im ländlichen Raum sammeln – und sich vielleicht später für eine Niederlassung in der Region entscheiden.